Posttraumatische Belastung und Störung (PTSD)

Jede traumatische Erfahrung ist eine Belastung für den Körper und sein vegetatives Nervensystem. Neurologisch tappen die Forscher noch etwas im Dunkeln und können so, zum jetzigen Zeitpunkt, noch nicht genau bestimmen, wie die internen Abläufe zusammenhängen.

Dabei zeigt uns die Natur viele Beispiele, dass es wohl zum Leben dazu gehört, das
Erlebte auf unterschiedliche Weisen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verarbeiten. Die Eidechse, die den Schwanz abwirft oder der Hase, der zur Schockstarre neigt. Bei Schockreaktion neigen wir Menschen dazu, ebenfalls in sonst üblichen Verhaltensweisen und Reaktionen zu erstarren, oder irrational zu handeln. Teilweise entwickeln wir dabei ungeahnte Kräfte, und wenn es der Seele und dem Geist zuviel wird, kennt unser Nervensystem viele Wege uns zu schützen und uns vom Erlebten zu distanzieren. So dienen körperliche Schmerzen oft als Warnsignale, doch in einigen lebensbedrohlichen Situationen verspüren wir wiederum keinen Schmerz. Unser Körper entscheidet sich unterbewusst bestimmte Reize nicht mehr zu verarbeiten dafür andere, um so mehr.
Der Filter verschiebt sich.

Missbrauch ist eine traumatische Erfahrung. Ob körperlich oder seelisch spielt keine Rolle, der Körper wird gefordert, das Erlebte zu verarbeiten. Emotionaler Missbrauch wie zum Beispiel bei Kindern von narzisstischen Eltern, oder bei der narzisstischen Beziehung, hinterlässt Spuren einer posttraumatischen Belastungsstörung. Da dieser Missbrauch oft über Jahre geschieht und vom Opfer nicht als jenes erfasst wird, spürt es oft nur die Auswirkungen, die Spitze des Eisbergs.

Mit der Erkenntnis des Missbrauchs geht, eine ernst zu nehmende Erschütterung, dieses Eisberges, einher. Die kleine Spitze verschwindet und hervor dreht sich das scheinbar unüberwindbare Gletschergebirge. Wie ein Reh was angefahren wurde, vorerst wird es ruhig, kaum ist es in Sicherheit, zittert es nach.

Es ist wichtig, zu verstehen, was da mit einem passiert, wenn Du gerade selbst in der Situation feststeckst. Dein eigener Schutzgarten ist notwendig, aber wird nicht allein dafür sorgen, dass Du es angenehm und schön hast.

Ein kurzer Überblick …
über Merkmale und Prozesse der Traumaverarbeitung

Die Traumaverarbeitung, mit den dafür typischen Merkmalen, dauert gewöhnlich bis zu 4 Wochen.
Man spricht von einer: Posttraumatischen Belastung.
Dauern diese Symptome an, spricht man von einer:
Posttraumatischen Belastungsstörung, (PTSD – post traumatic stress disorder) .

Symptome:

Wiedererleben des Traumas: Flashbacks, Tag und Nachtträume

Wird ausgelöst durch Trigger (Reize): Bestimmte Orte, Bilder, Dinge, manchmal Worte oder ein Geruch, versetzen den Betroffenen in die traumatische Situation zurück.

Vermeidung der Verarbeitung durch: emotionale Abstumpfung, Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit, Schuldempfinden, teilweise haben die Betroffenen nur bruchstückhafte bis keine Erinnerungen ans Erlebte, Drogensucht.

Vegetative Überreizung und Folgen: Schlafmangel oder extremes Schlafbedürfnis, Konzentrationsschwierigkeiten, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, extreme Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit, Hochsensibilität, Misstrauen, Angststörung und Panikanfälle, Herzrasen und Schmerzen ohne organische Ursachen.

Kinder durchleben häufig Rückschritte in Entwicklungsstufen, machen wieder ins Bett oder klagen über Schmerzen ohne scheinbare Ursachen.

Ab dem dritten Monat (in diesem Zustand), spricht man von einer: Chronischen Posttraumatischen Belastungsstörung.

Mit begleitender Therapie ist ein Heilungszeitraum von 24 – 64 Monaten bei der chronischen Variante üblich!
Ein klassisches Beispiel, für die Chronische Posttraumatische Belastungsstörung sind Soldaten, die mit ihren Erfahrungen im Einsatzgebiet und dem Erlebten, noch jahrelang zu kämpfen haben.

Solltest Du betroffen sein …

Narzissmus Überlebenden, dürften die Symptome bekannt vorkommen.
Sucht Euch Unterstützung und achtet darauf, das sich diese mit :
Posttraumatischer Belastungsstörung, Traumaverarbeitung und narzisstischem Missbrauch auskennen. Viele von Euch leben mit dieser Störung unbewusst seit Jahrzehnten und müssen erst lernen, wie es ist, ohne sie zu leben.

In dem Beitrag: Narzisstischer Missbrauch – Was du für dich tun kannst, habe ich unter anderem, zwei aktive Methoden für den Umgang mit Panikattacken aufgelistet, die weiterhelfen können.

Die Schutzgärtnerin
Stand, September 2016
Alle Rechte vorbehalten.

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5 Gedanken zu “Posttraumatische Belastung und Störung (PTSD)

  1. Eine Posttraumatische Belastungsstörung wird erst nach 6 Monaten nach einem traumatischen Ereignis diagnostiziert. Eine Chronifizierung einer PTBS liegt erst nach mehreren Jahren vor. Therapien sind meistens sehr komplex und es kommt auf das Trauma an, welche Methode greift.

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  2. Hallo. Ich suche händeringend psychologische Hilfe, welche sich mit Narzissmus befasst. Ich, aber auch die Kinder brauchen dringend Hilfe. Ich finde hierzu leider nichts. Niemand befasst sich mit dem Thema Narzissmus. Gibt es Adressen, die du mir weiterleiten könntest?

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    1. Hallo Johanna, Narzissmus als Störung? Da gibt es durchaus Spezialisten. Narzisstischer Missbrauch, Seelischer Missbrauch, Trauma, eventuell PAS wären da Themen nach denen man suchen sollte mehr dazu hier https://schutzgarten.wordpress.com/2017/06/01/narzisstischer-missbrauch-heilungswege/
      und hier https://schutzgarten.wordpress.com/2018/01/17/narzisstischer-missbrauch-loewenmuetter-vs-pas/

      Viel Erfolg und auf das Bauchgefühl hören.

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  3. Gibt es zum Thema PTSD und narzisstischem Missbrauch / emotionalem Missbrauch irgendwo weiterführende Informationen?
    Wieviele Menschen sind nach einer solchen Beziehung eigentlich betroffen?

    Normalerweise wird das Thema PTSD ja eher im Zusammenhang mit der Erfahrung von physischer Gewalt oder Unfällen betrachtet.

    Danke!

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