Du bist kein Opfer – Du bist Überlebende/r

Auch wenn, in den Texten und Erklärungen über Narzissmus und Misshandlungen, immer wieder die Bezeichnung: Opfer auftaucht, ist das nicht die Bezeichnung, mit der man sich selbst identifizieren sollte. Es ist wichtig, Dir darüber bewusst zu werden, dass Du Opfer in der Vergangenheit warst. Jetzt bist Du Überlebender einer Extremsituation.

Aus dem Kreislauf des Missbrauchs herauszubrechen ist ein schwieriger Schritt, der einige weitere Schritte nach sich zieht.

Diese Situation ist eine Grenzsituation, zwischen verschobener Wahrnehmung und Realität. Es ist wie Alice hinter den Spiegeln. Du wirst von einem Gedanken zum nächsten springen und nur langsam beginnt man, zu verstehen.

Natürlich brechen da viele Wunden auf, Flashbacks lauern geradezu überall und es wird Tage geben, an denen Du froh bist, wenn Du hinter der Wohnungstür endlich zusammenbrechen kannst. Deshalb ist es wichtig sich Vertrauenspersonen zu suchen, die verstehen, was gerade bei Dir passiert. Schick ihnen die Tipps: Was sie für Dich tun können und Was sie lieber meiden.

Grundsätzlich ist es sehr schwer, für jemand der es nicht selbst durchlebt hat, zu verstehen, was da mit einem passiert. Solange Du nicht das große Bild siehst, auch in Dir selbst. Gib Dir die nötige Zeit dazu. Die Aha–Effekte setzten gemächlich ein, bis sie sich anfangen zu jagen. Nicht alles, was Du lesen wirst, kommt direkt bei dir an und schon gar nicht wird ein Fingerschnippen alles lösen, gib dir bitte die Zeit, die Du brauchst.

Das Schiff ist längst gekentert! Doch Du bist noch da!

Ein Schiff, was nur von einer Seite gesteuert wird, dreht sich im Kreis. Bohrt noch jemand Löcher ins Unterdeck, geht es unter. Du bist längst an die neue Insel angespült, was Du nun spürst, sind all die Strapazen und Wunden, die du dir im Laufe des Überlebenskampfes zugezogen hast. Zeit die Insel zu erkunden bleibt noch, sobald Du Dich erholt hast, wichtig ist es erst mal Luft zu holen und in Sicherheit zu sein.
Du bist im Überlebensmodus und es ist völlig okay, nicht okay zu sein.
Dennoch gibt es vieles, was Du jetzt für Dich tun kannst, das Wichtigste ist, Dir selbst zu verzeihen und auch das braucht Zeit und geht nicht über Nacht.

Dir selbst zu verzeihen – nicht Deinen Peinigern!

Für schlechtes Verhalten gibt es keine Entschuldigung!
Sei Dir bewusst darüber, das Kein Kontakt notwendig ist, um Dich zu „entgiften“!
Das wird sich anfühlen, wie kalter Entzug und genau das, ist es auch.
Dieser Schritt ist Deine erste gesunde Grenze nach außen, die Dir die Möglichkeit gibt, Dich und Deinen inneren Kreis zu schützen – „Bis hier hin und nicht weiter!“

Sie gibt Dir die Kontrolle zurück und wird sich, im Laufe der Zeit, besser und besser anfühlen. Es ist Dein Recht, Dein Leben. Vertraue der inneren Stimme, die versteht, dass es keine Antworten mehr, auf bestimmte Fragen, geben wird. Wozu darauf noch warten? Diese klare Abgrenzung, die anfangs noch sehr verwaschen ausschaut, wird von Tag zu Tag stärker und gibt Dir die Unabhängigkeit zurück und das Selbstvertrauen, welches Du für Dein neues Leben und Deine gesunde Grenzen benötigst.

Du wirst zum Gewinner, denn Du gewinnst Dich selbst!

Du teilst dieses Schicksal, und die damit verbundene Chance, mit anderen und darin liegt, einer der Wege. Da sich die Muster der Missbrauchsfolgen gleichen, ist es ratsam sich dementsprechend psychologische Hilfe zu suchen. Achte darauf, dass der jeweilige Coach/Therapeut sich mit dem Thema Narzisstischer Missbrauch, Emotionale Gewalt und Traumataverarbeitung auskennt. Tausche Dich mit anderen Betroffenen aus, in Selbsthilfegruppen und Foren.

Ich wünsche Dir viel Geduld, mit Dir selbst und Deinen neuem (Um)Feld,
Kraft und Liebe für Deinen weiteren Weg und den eigenen Schutzgarten!

Willkommen, im Klub der Überlebenden!

Die Schutzgärtnerin
Stand, Januar 2017
alle Rechte vorbehalten

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