Was steckt hinter der: Narzisstischen Persönlichkeitsstörung?

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung lässt sich nur von ausgebildeten Therapeuten und Fachärzten diagnostizieren. Vorsicht ist geboten mit der Bezeichnung gegenüber Verdachtspersonen. Im Forschungsfeld der Psychologie ist man sich einig, dies zu vermeiden!
Deshalb war auch lange Zeit kaum ein ausgebildeter Psychologe bereit, eine öffentliche Ferndiagnose zu Donald Trump anzustellen.

Ähnlich schwierig verhält es sich damit, den narzisstischen Missbrauch zu erkennen besonders im Erwachsenenalter und deren Beziehungen. Hier gilt, je mehr Übereinstimmungen der Symptome, desto wahrscheinlicher ist der Missbrauch und wo es Opfer gibt, gibt es auch Täter. Doch gerade das perfide Manipulationsspiel des krankhaften, bis hin zu bösartigen Narzissmus, lässt oft nicht von außen erkennen, wer spielt und wer gerade verliert.
Der Narzisst neigt zur Schuldverschiebung und Manipulationstechniken seine Taten zu verschleiern, bzw. ist er nicht fähig die Verantwortung, für sein Handeln, zu übernehmen.

Neben den verschiedenen Arten des Narzissmus existiert die offizielle Diagnose der krankhaften narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS).
Grundsätzlich sagt man:

Verursacht es Leid, ist es krankhaft!

Die Störung zeigt sich verdeckt oder offen und ist nicht einer Charaktereigenschaft zuzuordnen, sondern in der Selbst- und Außenwahrnehmung, meist hervorgerufen durch traumatische Kindheitsprägungen und genetischen Voraussetzungen.
Von allen 12 definierten Persönlichkeitsstörungen zeigt die narzisstische Persönlichkeitsstörung, die höchste genetische Nachweisbarkeit auf. Ich persönlich glaube, wie einige Neurologen auch, dass unsere Gene von Erfahrungen beeinflusst werden und gerade beim Thema „Narzisstische Eltern“ wird deutlich, was mich zu dieser Annahme führt.

Während bei uns in Deutschland die Krankheit unter F60.8, Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörung, klassifiziert ist, ist man in Amerika mittlerweile weiter und hat sie als selbstständiges Störungsbild eingestuft.

Typische Merkmale einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung
  • übermäßiger Geltungsdrang Gotteskomplex
  • Übertreibungen, Phantasie über grenzenlosen Erfolg
  • arrogantes Verhalten
  • benötigt exzessive Bewunderung
  • Kritikunfähigkeit
  • Empathieunfähigkeit
  • Bindungsunfähigkeit
  • Neid oder glaubt andere wären neidisch
Folgen der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung
  • Depression
  • Aggression gegenüber sich selbst und anderen
  • überhöhtes Selbstbild
  • Die Meinung der Anderen bekommt den höchsten Stellenwert
  • Auflösung bzw. Vermeidung von tiefen zwischenmenschlichen Beziehungen
  • Emotionaler Missbrauch des persönlichen Umfelds

Bis zum 30. Lebensjahr entwickelt der pathologische (krankhafte) Narzisst sein Repertoire, der
Spiegelungen und Taktiken, die es ihm ermöglichen, seine Störung vorübergehend zu befriedigen.

Besonders ein Komplementärnarzisst eignet sich für den Narzissten, eine Nutzbeziehung zu erschaffen. Menschen dienen dem Narzissten dazu, bestimmte Funktionen zu erfüllen.

Während charakteristische Narzissmuszüge mit Liebe „auszuheilen“ sind, liegt bei der Persönlichkeitsstörung ein so tief greifendes, vielfältiges Muster zugrunde, dass es eine Behandlung so gut wie unmöglich macht.

Ist Narzissmus heilbar? Vielleicht! Ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung heilbar?
Ich befürchte, nein! Warum und weshalb, versuche ich im weiterführenden Beitrag:
Ist Narzissmus heilbar?, zu erklären.

Die Wurzel allen Übels ist nicht das Geld, sondern der Narzissmus!

Die Schutzgärtnerin
Stand, September 2016
alle Rechte vorbehalten

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3 Gedanken zu “Was steckt hinter der: Narzisstischen Persönlichkeitsstörung?

  1. Narzissmus kann wohl erst dann heilbar werden, sobald der Narzisst akzeptiert was vorgefallen ist aber das ist oftmals so schmerzhaft dass es nicht akzeptiert werden kann.

    Auch ist dann die Wahrheit alles andere als lustig, denn dann wird der Seele oder was auch immer das ist, bewusst, dass praktisch das Leben zuvor kein Leben gewesen ist. Als sei man von einer Besessenheit befreit worden.

    Praktisch sind dann alle Säulen hinfällig. Erschwerend kommt hinzu, wie ab einem gewissen Alter eben kaum noch Möglichkeiten bestehen sich zu entwickeln. So ist man selbst auf dem Stand eines Kindes aber das Umfeld gründet bereits Familien.

    So bleiben einem selbst dann auch nur noch „Gestörte“ übrig. Und auf einmal sind diese „Großartigkeiten“ eben ganz normale Errungenschaften oder eben nichts „Besonderes“ mehr, die einen einst getragen haben.

    Die ganze Welt bricht zusammen und die Realität ist doch meist etwas trübe, wenn wir mal ehrlich sind. Die Welt in der ein Narzisst leben kann ist teilweise so beknackt dass ein Hartz4 Empfänger sich wie ein Star fühl, weil er irgendwo diese Zufuhr angeblich bekommt. Sei es der „erleuchtete“ Esoteriker, der „Star“, der Menschenheld, der „Retter“ oder was auch immer er sich einbildet.

    Nein, auf einmal ist der Narzisst eben nicht ein „Weltretter“ weil er auf Demos ein Schild hochhebt sondern eine gescheiterte Existenz. Und das alles nur weil man selbst das Pech hatte unter den gegeben Umständen aufgewachsen zu sein oder anderweitig hochgradig traumatisiert worden ist.

    Sozusagen hat man die Arschkarte im Leben gezogen.

    Das Narzissten irgendwann Suizid begehen ist verständlich, denn im Grunde waren sie nie am Leben.

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    1. Es ist wahrlich nicht einfach, dennoch auch da mit Unterstützung wird es Wege zu finden geben. Ein Anfang machen doch jene, die sich in Behandlung und Schmerz begeben. Nur durch sie, kann die Wissenschaft am Ende Erkenntnisse gewinnen. Zur Sozialstudie, aus meiner Sicht, hat der Narzisst die besseren Karten in der Ellenbogengesellschaft, im Darstellen, ausdrücken, führen, regieren. Nur kommen wir an den Punkt zu erkennen, dass es nicht „Alles“ ist, was bleibt ist die „Leere“ und die spüren in erster Linie die Empathen und sie sind es doch auch die den Narzissten, daraufhin den Erfolg betrachtend, am langen Arm der Existenz der Anderer hängen müssen, die „leblos“ keinen Platz für echtes Erleben, Gemeinschaft und Kohärenz hat. Und doch ich denke, etwas mehr Augenmerk auf Ursache und Wirkung und ein Batzen Forschungsgelder, Zuversicht und Geduld wären da Ansätze, Leben ist es wert gelebt zu werden. „Gesunden Narzissmus“ sollten nicht nur, die NPSler und extremeren narzisstischen Menschen lernen.

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  2. An den Sohn
    Ich finde es ist zu kurz gedacht wenn du Menschen die einen gewissen Lebensstil verfolgen grundsätzlich Narzissmus vorwirfst.
    Denn viele dieser ,, Weltretter,, sind zutiefst empathische Menschen wenn auch manchmal etwas verrückt. Natürlich gibt es bei uns auch schwarze schwarze Schafe und diese sind echt fies. Ich halte deine Weltretter Argumentation für bedenklich und politisch einseitig, wenn Mensch sich überlegt, wie es gerade allgemein in der Gesellschaft aussieht.

    Anm. kleine Änderung von der Schutzgärtnerin, in der Wortwahl aber nicht im Sinn ❤

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