7 Wahrheiten über Empathie

Obwohl sich, seit Jahrtausenden, die Menschen mit den feinen Differenzen von Mitleid und Mitgefühl beschäftigen, steht die Forschung, scheinbar noch immer am Anfang. Der gefährlich Grad zwischen Erlernen, Haben und Nutzen, fließt sich durch sämtliche Bereiche des Zusammenlebens. Dabei bekommt man schnell, das Gefühl, Empathie wäre etwas, was einen „vorwärts“ bringt. Achtsamkeit und Mitgefühl sind jedoch nur, wie ich sage: die eine Seite. Eine mitfühlende Wirtschaft entspricht ja nicht der heutigen Wirtschaftsprinzipien. Oder doch? Bedeutet Empathie zwangsweise, auf der guten Seite zustehen? Was ist mit denen, die sich am Leid der anderen ergötzen? Empathie bedeutet, jede Seite zu fühlen und ihre Bedürfnisse, anhand der Gefühle und Emotionen, die sie aussenden, nachzuvollziehen und nach unseren erlernten Prinzipien zu verstehen. So glaube ich, dass es reflektierte und unreflektierte Empathie gibt, und sie mitbestimmt wird, durch eigene Erfahrungen und Gefühle. Was man daraus macht, ist Charaktersache.

1. Verstehen vs. Fühlen

Empathie gibt uns, die Möglichkeit zu fühlen, was der andere fühlt. Schmerz, Freude, Wut, Trauer, Schrecken, Abneigung, Interesse. Wir nehmen das neurologische Bild, des Gegenübers wahr und interpretieren es, nach eigenen Maßstäben, in Motivationen um. Körpersprache, Stimmlage und weitere Informationen bilden ein Bild des Anderen, jeder kennt es sich zu täuschen, aber auch richtigzuliegen. Je nachdem, wie neutral wir uns auf den Gegenüber einlassen, desto klarer wird das Bild.
So kann es uns Aufschluss geben über verborgene Gefühle, Beweggründe und Wünsche der Anderen. Wir glauben zu verstehen und doch, spiegeln wir nur und dafür, sind die Spiegelneuronen verantwortlich.

2. Spiegelneuronen

Es gibt verschieden Theorien und Ansätze, über die Forschung der Spiegelneuronen. In den Achtziger Jahren gab es, in Schweden, die ersten Versuche und täglich finden sich neue Ergebnisse. Neuronen sind Nervenzellen, und wenn wir etwas tun, jemanden sehen, der etwas tut, uns vorstellen, jemand hätte etwas getan und sogar, wenn wir hören, jemand hätte etwas getan, feuern dieselben Neuronen in unserem Gehirn. So haben Forscher bei einem Experiment herausgefunden, dass alleine die Vorstellung eines Muskeltrainings, die Muskelkraft um 30 % erhöht. So lässt sich, die Verbindung, die wir mit unserem Lieblingskünstlern fühlen, erklären und warum wir manchmal sagen: „Ich kann mir nicht vorstellen, so etwas zu tun.“, und es auch so meinen (Aktionshemmung). Oder manchmal auf die Idee kommen, etwas tun, zu wollen.

3. Ist Empathie erlernbar?

Vorbilder lehren uns Empathie. Geboren werden wir ohne die neurologische Voraussetzung. Die Grundlage für Empathie ist die Bildung des Gens NGF1-7A, was für die Nervenstrangbildung der Antistresshormone verantwortlich wird. Dazu kommt der Nachahmeffekt unserer Umwelt. Sind wir als Kids genügend gechillt und behütet, erleben wir unsere Umwelt als friedlich, kann das Gen sich entwickeln und können wir anfangen zu lernen, gesunde Resilienz aufzubauen.
Empathie entwickelt sich ab dem vierten Lebensjahr. Durch ein Bewusstsein für sich selbst (Eigenempathie/Ichbewusstsein) und den dazugehörigen Emotionen und Bedürfnissen wird das Bewusstsein für die Umwelt entwickelt. Was einem nicht vorgelebt wird, ist schwer zu erlernen. Deshalb trainiert man mit Meditation und Achtsamkeitsübungen lediglich, den Stress zu bewältigen und das Bewusstsein zu schärfen.
Die Grundlagen entstehen also bereits in unserer Kindheit.

4. Der eine mehr, der andere weniger, aber wozu?

Es gibt, den philosophischen Ansatz zu sagen: Lediglich 20 % der Menschen haben gute Voraussetzungen zur Empathie. Diese sind der Schlüssel zum kollektiven Bewusstsein. Sie sind fähig, ihrem Gegenüber Empathie zu zeigen und dadurch erlernbar, zu machen.
Ein hoch-empathischer Mensch, wäre nicht imstande Kriege zu führen oder bei unserem gesellschaftlichen Rang-Gehangel-Gerangel mitzugehen. Die vorgetäuschte Empathie, wie sie in gewissen Kreisen gehandhabt wird, ist nur gespiegelt, findet jedoch, nicht im inneren Bewusstsein statt. In diesem Falle, dient die emotionale Intelligenz der Manipulation.

5. Lehren wir den Narzissten Empathie…?

Klar und dem Soziopathen und dem Psychopathen auch? Wenn das Antistresshormon nicht gebildet wird, in den ersten Lebensjahren, ist es zwar möglich im Erwachsenenalter Empathie zu erlernen, doch kann diese nicht unbedingt verarbeitet werden. Sie wird dann als Schmerz wahrgenommen. Die eigene Feigheit diesen Schmerz durchzustehen, wird einen Narzissten, immer in die Enge treiben. Er wird schnell fragen: „Wie kannst Du, so viel Schmerz ertragen?“, denn sie können es nicht – es macht sie kaputt. Sie laufen davon. Dazu gab es ein interessantes Experiment mit Gefängnisinsassen. Man brachte Mörder dazu, Shakespearedramen, für eine Theateraufführung, nachzuspielen. Im Lauf der Zeit identifizieren sie sich mit dem Leid der Rollen und verstanden, das Leid ihrer eigenen Opfer sowie ihr eigenes Leid. Nach dieser Erkenntnis erfolgte ausnahmslos ein Suizidversuch. Und … besteht jetzt immer noch die Lust, krankhaften Narzissten Empathie beizubringen? Sie können sie lediglich vortäuschen und nachahmen, aber es zu empfinden, wird von ihrer Feigheit – den Schmerz zu erfahren – verweigert.

6. Was uns Tiere und Urvölker über Empathie verraten.

In Urvölkern ist es üblich, die Neugeborenen bis zum vollendeten dritten Lebensjahr, bei der Mutter zu tragen. Wie unter Punkt drei beschrieben, bilden sich dabei die Antistresshormone, die Spiegelneuronen sowie das Urvertrauen, die Grundlagen, ein gesundes Ichbewusstsein zu entwickeln. Diese Völker weisen eine hohe Empathiefähigkeit auf. In der westlichen Gesellschaft bekommen Kids heutzutage, die Tagesmutti und Smartphones ab dem 1. Lebensjahr vorgesetzt. Später das Internet, Lehrer und Ego-Shooter-Spiele, die Folgen sind denkbar. Dabei zeigt uns das Tierreich, wie wichtig Empathie für das Überleben ist. Ein Experiment unter Mäusen hat nachgewiesen, allein das Mitgefühl für ein krankes Tier, aktivierte ebenfalls das eigene Immunsystem der Mäuse. Neuster Trend sind Pferde, die als Therapeuten eingesetzt werden, ich hatte selbst, vor nicht langer Zeit, das Glück mich davon zu überzeugen. Wenn vier Pferde einem zur Seite stehen und scheinbar den inneren Schmerz nachempfinden, obwohl sie sichtlich fit und ohne Beschwerden sind, ein unheimlich tröstendes und beeindruckendes Gefühl einer Gemeinschaft. Lebewesen leben und überleben in einer Gemeinschaft durch Empathie.

7. Hoch-empathisch – was bedeutet das?

Empathie kann man, für sich selbst besitzen und für Andere und zeichnet sich, durch unterschiedlich ausgeprägtes Mitgefühl und den daraus resultierenden Handlungen (dem Bewusstsein) aus. Hohe emotional mitfühlende Intelligenz ist eine Art Hochbegabung und Last zugleich. Sie ist das Extrem zum Autismus. Hoch-empathische Menschen reagieren, selten kompatibel. Sie gelten in unserer Gesellschaft als zu neugierig, zu sensibel, oft unentschieden, zu hart und abweisend. Sie müssen lernen sich zu schützen (zum Beispiel mit einem Schutzgarten 😉 ), sonst wandeln sie herum wie offene Bücher, da sie ihre Umwelt genau als das: offene Bücher, wahrnehmen. Mittlerweile komme ich immer mehr, zu dem Entschluss, dass sie als Kinder gezwungen wurden, sich die kleinsten Emotionen in ihrer Umwelt abzulesen, da es nicht viel zur Auswahl gab. Die Vermutung liegt nahe, dass eine der möglichen Folgen, von emotionalem Missbrauch, ein höheres Bewusstsein für sich und vor allem für die Umwelt mit sich bringen kann. Die Gefahren liegen auf der Hand, aber auch das unheimliche Potenzial dieser Menschen. Man bezeichnet sie als hochsensitive/Hochsensible Persönlichkeit (HSP).

Empathie bedeutet die Intuition (das Wissen), ob diese Pflanze Wasser braucht und jene eher nicht.

Die Schutzgärtnerin
Stand, September 2016
alle Rechte vorbehalten

10 Kommentare zu „7 Wahrheiten über Empathie

  1. Interessant ist ja, dass Kinder von Narzissten oft sehr empathisch sind. Wie können diese eine solche Empathie entwickelt haben, wenn sie die selbst von den Eltern nicht erfahren haben?

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      1. Dankeschön, es ist gut dass du darüber schreibst, gibt noch zu wenige Seiten die so ausführlich und hilfreich über dieses schwierige Thema schreiben. Danke dafür!

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    1. Interessant, dass Du auch auf Arno Gruen hinweist 🙂 Ich bin durch diesen Vortrag hier auf diese Seite gestossen. In dem Vortrag wiederholt er vieles, was hier gesagt wurde bzw. umgekehrt.

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  2. Mein erster Gedanke war, weil es für das Kind lebensrettend war, wenn es in einer Familie augewachsen ist, die eigentlich vertrauenswürdig sein sollte, aber nicht war und deswegen stets die jeweiligen Stimmungen taxiert werden mussten, um sich entsprechend zu verhalten. Eigentlich eine Art Selbstschutz, den man dadurch gelernt hat.
    Ich erinnere mich, wie ich als Kind, wenn ich mittags von der Schule heimkam, schon auf dem Garenweg, on dem aus ich das Küchenfenster sehen konnte, anhand dem Gesicht meiner Mutter abzuschätzen versuchte, wie sie drauf ist. War sie wieder in meinem Zimmer stöbern, hat sie wieder was Schlimmes gefunden, hatte ich wieder die Rolle des bösen Kindes, auf das die Wut des Vaters umgelenkt werden konnte, weil das Essen nicht pünktlich auf dem Tisch stand?
    Empathie ist allerdings mehr als Mimik und anderes über die bekannten fünf Sinne abzuschätzen. Sie geht in den Bereich der Energetik, was auch die hochsensitivität von der hochsensibilität unterscheidet.

    Mein zweiter Gedanke war, weil die Eltern durch ihre Übergriffigkeit Löcher in der Aura, also im Energiefeld geschlossen haben. Mir kam jetzt das Wort „Tür“, vielleicht ist das das was man bestenfalls daraus machen kann, eine Tür in das Loch setzen, die man dann bewusst öffnen und schließen kann.
    Mein dritter Gedanke war, wer will beurteilen, welcher Grad an Empathie „normal“ ist?
    Es gibt spirituelle Sichtweisen, wie zb in Indien, die sagen, diese Fähigkeiten wären schon in früheren Leben entwickelt worden.
    Das amerikanische NewAge hat daraus die Indigo Kinder gemacht, hoch entwickeltes drittes Auge, Willensstärke, Wahrheitssensor (so nenn ich das). Auch wenn ich das heute differenzierte sehe, hat mir dieses Bild von sogenannten Indigokindern einst sehr geholfen, eine neue Wahrnehmung von mir selbst zu entwickeln.
    So wie Menschen eine Duftfahne hinter sich herziehen, so ist es auch mit anderen, nicht über die allgemein bekannten Sinne wahrnehmbaren Informationen, wie es zb auch Gefühle und Gedanken sind, ja sogar aus dem, was sich manche Menschen einverleiben an Nahrungsmitteln oder Medikamenten etc. Das war ein Riesenerkenntnisfeld für mich und ist es weiterhin – es ist so interessant zu entdecken, was wir alles können, wenn wir uns diese Fähigkeiten und den kreativen Umgang damit wieder erlauben, für die Menschen Jahrhundertelang wenn nicht gar Jahrtausende bestraft wurden. Und je mehr wir uns renaturieren, desto empfindsamer werden wir. Gut, dass es Schutzgärten gibt.

    Danke Manja.

    Liebe Grüße
    Ariane

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  3. Hallo Manja, ist mein Kommentar hier nicht angekommen? Habe auch in einem anderen Artikel einen Kommentar bez. Erlebnissen in Ägypten geschrieben, konnte ich auch noch nicht wieder finden, hat wordpress da vielleicht was ausgefiltert?
    Liebe Grüße
    Ariane

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    1. Hallo Ariane ich nehme mir gerade eine Auszeit , deshalb schau ich hier auch nicht jeden Tag nach neuen Kommentaren. Ich bitte um Geduld, gerade bei langen Texten. Ja der wurde rausgefiltert, schau ich mir später an. Dennoch danke für Deine Zeilen und Grüße zurück.

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      1. Liebe Manja, vielen Dank für Deine Antwort und gute Erholung …

        Ich hab mich heute in eine Wildkräuterwiese am Flussufer gelegt … Was ein feiner Duft von der Gundelrebe und tiefes Gefühl im Fluss von Geborgenheit und Getragensein.

        Grüße von der Kräuterfee

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