Dein Garten – Deine Grenzen

Ob körperlich, räumlich oder psychisch, jeder Mensch hat seine persönlichen Grenzen. Die Frage ist, wie gut kennt er sich mit ihnen aus? Wie sehr hinterfragt er sie? Wie oft übergeht er sie und wie oft arbeitet er an oder mit ihnen. Ob wir Grenzen akzeptieren oder überschreiten, entscheiden unsere Furcht und Wünsche.

Narzisstischer Missbrauch kann nur stattfinden, wenn das Opfer die Grenzen anderer übernimmt und seine eigenen dabei übergeht. Wie ein Garten ohne Zaun.
Wie fühlt es sich wohl an, wenn jeder darin rumlatscht und seinen eigenen Zaun mitbringen kann?

Um zu verstehen, woher die Grenzen kommen und, warum wir sie hinnehmen, muss man schauen, wie gesund die Grenzen sind und woraus sie entstehen. Eine Rosenhecke mag dornig und unüberwindbar wirken, ein Berg oder eine Schlucht unbezwingbar. Grenzen entstehen im Kopf. Sie sind die Gratwanderung, zwischen Realität und Illusion, und erschaffen unser individuelles Bild.

Ein Vogel, mit dem Wunsch nach Freiheit, der im geöffneten Käfig sitzt, könnte hinausfliegen, dazu müsste er lediglich seine Angst überwinden, dass es außerhalb der Käfigvorstellung nicht lebenswert wäre.

Wir Menschen unterscheiden in verschiedene Arten von Angst. Fast 250 Synonyme spuckt das Internet ad hoc aus, wörtlich herrscht die Furcht, der Terror, die Panik, überrennt uns das Muffensausen, die Paranoia, die Bangigkeit, das Grausen und Phobien. Scheinbar gibt es, kaum etwas, vor dem unser Gehirn uns nicht Angst machen kann. Oft werden wir abgelenkt von der eigentlichen Sache.
Ein weiteres Beispiel:
Homophobie, die allgemein definierte Angst vor Homosexuellen, steht auch für die Angst vor Gleichgültigkeit und Monotonie. Würden wir gesellschaftlich darüber diskutieren, wären wir vielleicht schon wesentlich weiter im Respektieren individueller Grenzen, Wünsche, Freiheiten und eben auch Ängsten.

Es gibt positive und negative Ängste.

Positiv ist, zum Beispiel, die Angst vor Veränderung, die Angst die uns Schwächen oder Bequemlichkeit aufzeigt und unsere ureigenen Grenzen, wie zum Beispiel, die Höhenangst.
Diese sagt uns innerlich ganz eindeutig: bis hier hin und nicht weiter. Eine weitere Angst ist die vor dem Unbekannten ähnlich wie bei der Veränderung beschützt sie uns vor falschen Entscheidungen. Wir können sie überwinden oder akzeptieren.

Negativ ist die Angst, die uns Grenzen vorgibt, die uns am Weiterkommen hindern und Leid erzeugen. Existenzangst, Versagensangst, Verlustangst.

Hinterfrage Deine Ängste!

Angst ist nicht gleich Angst, es gibt, verschiede Gefühle, die hinter der Angst stehen können. Aufregung, Ärgernis, Bedrohung, Befangenheit, Befürchtungen, Besorgnis, Bestürzung, Grauen, Furcht, Feigheit, krankhafte Furcht, Mutlosigkeit, Schrecken, Unsicherheit und Wahnvorstellungen. Darüber hinaus gibt es, noch weitere und es lohnt sich, seine Ängste genauer zu hinterfragen, und ihnen eine Wertung zu geben.
Von 1 kaum vorhanden bis 10 absolut wie viel Angst hast Du und was steckt dahinter?
Alles über 5 zeigt Dir eindeutige Grenzen auf. An allem darunter kannst Du arbeiten.

Kenne Deine Grenzen zuerst!

Es ist also Deine Entscheidung, mehr über Deine Grenzen und Ängste und Wünsche, zu wissen und Dir nicht, von anderen aufzeigen zu lassen, wo Deine Grenzen sind. Natürlich kommt auch das vor, zum Beispiel, wenn Du eine Grenze der anderen überschreitest. Doch für jemand, der seine eigenen Grenzen nicht schützt und einhält, ist es unmöglich, nicht von fremden Grenzen überrollt zu werden. Klingt nach Krieg und genau das, findet auch statt in narzisstischen Beziehungen.
Die Lage wird stets angespannter, die Friedensphasen irgendwann, nur noch zu „aneinander vorbei sprechenden Verhandlungen“, und der Narzisst feiert die Übernahme, Kontrolle oder Zerstörung.
Deshalb ist es wichtig, seine Grenzen zu kennen, zu benennen im besten Falle: vor dem Grenzübertritt. Wichtig ist es auch, sie regelmäßig auf ihren Zustand, Ursprung und Sinn zu überprüfen.

Respektiere Deine Grenzen!

Halte sie ein und schütze sie vor Respektlosigkeit. Je besser Du Deine Grenzen kennst, desto besser erkennst Du, wo Deine aufhören, Grenzen fließend ineinander übergehen und fremde Grenzen anfangen. Sich dieser Felder bewusst zu sein, und dabei keine Grenzen zu verletzten, bedingt eine gesunde Resilienz (psychische Widerstandskraft). Beim Komplementärnarzissten ist diese, entweder in der Kindheit nicht aufgebaut worden, oder beeinträchtigt durch traumatische Erfahrung und muss reaktiviert oder erlernt werden. Der Zaun muss gebaut oder erneuert werden. Habe Geduld, wenn eine derartige Aufgabe vor Dir liegt, und suche Dir dabei Unterstützung, wenn Deine Kraft nicht ausreicht oder knapp bemessen ist.

Behalte den Schlüssel!

Zurück zu Deinem Zaun, vergiss nicht den magischen Eingang einzubauen, nur Du besitzt den Schlüssel und bestimmst, wem Du die Tür öffnest und wem sie verschlossen bleibt. Du und Dein Garten seid in einer Beziehung bis zum Lebensende, also behalte den Schlüssel und überlass ihn nicht vertrauensblind den Anderen. Ein guter Freund, Therapeut oder Coach, wird es nicht darauf anlegen, selbstständig in Deinem Garten alles umzustrukturieren, er kann Dir lediglich Tipps und Ratschläge geben, wie Du es selbst gestaltest. Und er wird Dir vorschlagen, Deinen Schlüssel zu behalten!

Erst, wenn Du eine gesunde Abgrenzung kennenlernst, wirst Du merken und lernen, wo die Türen offen stehen und wo sie besser verschlossen bleiben. Ein gesundes Selbstvertrauen bedarf der Selbstliebe, Selbstachtung und den Selbstwert. Um alles zu erhalten, braucht es den Schutz eines inneren Kreises – Dein Schutzgarten! Um diesen herum läuft 24/7, ohne Dein Zutun, der Empathie-Scanner (Dein Zaun). Du entscheidest, wie nah sich Menschen auf Deinen Garten zubewegen können, es gibt viele Umlaufbahnen. Die Narzissten und alle anderen die von Wünschen oder Ängsten getrieben werden die Dir schaden, schweben dann im äußeren Rand und können nicht mehr durch Deine gesunden Grenzen hindurch.

Habe Geduld, gerade nach traumatischen Erfahrungen, wie der emotionale Missbrauch über längeren Zeitraum, oder ein ganzes bisheriges Leben, sind Herausforderungen, diesen Lernprozess anzustoßen. In den ersten Wochen, Monaten gibt es spürbar kaum Fortschritte. Der Überlebensmodus ist Teil des Vorgangs und am Anfang steht immer die Idee.

Die Umsetzung beginnt mit dem Wissen und das ist die gute Nachricht: Dein erster Schritt liegt schon hinter Dir, in dem Du beschlossen hast ,diesen Text zu lesen. Geduld ist ein weiterer Weg sowie positive Vorstellungskraft. Deine Grenzen – Dein Zaun – Dein Garten – Deine Gestaltung! Was würde in Deinem Garten blühen, wenn Du die Wahl hättest?

Update Juli 2017:

In Anlehnung an den Schutzgarten biete ich den ‚Dein Garten – Deine Grenzen‘ Onlinekurs an. Interesse?
Info und Anmeldung


http://manjakendler.de/spiritcoach.html

Die Schutzgärtnerin
Stand , September 2016
alle Rechte vorbehalten

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3 Kommentare zu „Dein Garten – Deine Grenzen

  1. Vor 2500 Jahren schrieb der chinesische Militär-Stratege Sunzi:
    “Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.
    Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg,
    den du erringst, eine Niederlage erleiden.
    Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“

    Ich finde dies kann man auch auf die eigenen Grenzen anwenden.
    Ich muss zuerst erkennen, was meine Interessen sind. Wenn ich allerdings ein falsches Selbstbild von mir haben, werde ich meine Grenzen an der falschen Stelle errichten, was diese dann sinnlos macht, weil sie leicht zu umgehen sind. Darum ist, glaube ich, ein “Erkenne dich selbst“ der erste und wichtigste Schritt. Etwas Falsches oder Wertloses zu schützen bringt mehr Schaden als Nutzen und ist reine Energieverschwendung.

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