Alleinerziehend – Tipps für den Umgang mit narzisstischem Elternteil

Der Umgang mit narzisstischen Expartnern ist ein Drahtseilakt, manchmal möglich, manchmal unmöglich verhinderbar und in einigen Fällen wiederum nicht machbar und auch dafür gibt es unterschiedlichste Gründe. Besonders treffen diese Problematiken Alleinerziehende, also narzisstische Partnerschaften in denen Kinder entstanden sind.

Dieser Beitrag beinhaltet Ideen und Tipps im Umgang mit Kindern sowie dem Expartner, die beim besagten Drahtseilakt, mehr Balance gewinnen können. Selbst bin ich Beobachter, statt praxiserprobter Supermami oder Superpapi, seid gnädig mit mir und habt Nachsicht, wenn manches hier ideologisch klingt oder gar utopisch.

Vorweg es gibt verschiedene Arten von Narzissmus, der folgende Beitrag bezieht auf Elternkonstellationen in denen ein Partner, die Kriterien einer narzisstischen PS aufweist, egal welchen Geschlechts.
Die Persönlichkeitsstörung unterteile ich zusätzlich in schwache Narzissten, Mittlere und Starke.

Kurz dazu …
schwach: Merken nur bedingt, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, können sich auch nur schwer reflektieren
mittlere: Wissen, das etwas mit ihnen nicht stimmt und was es für Auswirkungen hat, es ist ihnen egal und sie können es nicht ändern
starke: Im negativen Fall die mit hohen psychopathischen/soziopathischen Anteilen.
Im positiven Fall sind es reflektierte Narzissten, Wissen also, was nicht stimmt, arbeiten an sich und passen ihr Leben entsprechend an.

Dadurch entstehen unterschiedliche Ausgangssituationen im Umgang, grundsätzlich erklärt das A-WEH Prinzip ihren Reaktionsrahmen. Es kommt zu Vernachlässigung oder Überfürsorge.
Manipulation und seelischer Missbrauch sind die möglichen Folgen, doch nicht nur von der Seite der Narzissten. Im Trennungschaos und Rosenkrieg neigen auch die durchaus gesunden Elternteile dazu, destruktive Entscheidungen zu treffen sowie die Kontrolle zu verlieren oder behalten zu wollen.

1. Unterstützung im Boot ist notwendig!

Kindererziehung ist nicht einfach, erst recht nicht, wenn man noch selbst am Rudern ist ohne Land in Sicht. Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen, besagt ein afrikanisches Sprichwort. Viele Elternteile lassen sich von ihren Expartnern befeuern und kämpfen tagtäglich mit Drohungen, Überforderung und juristischen Paragrafenhickhack. Stop damit! Ist ja ganz imposant, wie einige gleich mehrere Superactionheldenkostüme im Schrank hängen haben, doch wer jeden Tag versucht, Unmenschliches allein zu bewältigen, überbeansprucht sich automatisch selbst.
Hier eine kleine Checkliste an Möglichkeiten für Unterstützung.

Der eigene Therapeut / Coach
Es gibt dafür keinen richtigen Zeitpunkt und erst beim nächsten Zusammenbruch derlei Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist wie Auto fahren mit blinkender Motorölanzeige und angezogener Handbremse. Eine narzisstische Beziehung sowie der damit einhergehende Missbrauch gehört aufgearbeitet und das am besten auf neutralem Boden.

Beratungsstellen
Opferberatung beim Weisser Ring e. V. oder Vereine die Alleinerziehende unterstützen. Austausch, Vernetzung und das Gefühl: „Nicht allein da zu stehen …“, sind meistens der Grund des Entstehens dieser Vereine. Einfach mal googeln, was in der Nähe angeboten wird, Weisser Ring e. V. ist deutschlandweit aktiv und auch telefonisch / online erreichbar.

Freunde, Familie und „Hallo“ Frau Nachbarin.
Fragen kostet nichts, traut Euch alle Optionen auszuloten, für Euch wertvolle Auszeiten zu bekommen. Es ist völlig okay, die Kinder für ein paar Stunden in vertraute Hände zu übergeben.
Nichts wirkt entspannter auf Kinder als entspannte Eltern.

Jugendamt und Familienrechtsberatung
Das sind Eure Ansprechpartner, wenn es um Sorgerecht, Umgangsrecht, Besuchszeiten geht und Ihr so keine Einigung erzielt sowie der Kontakt über Dritte geregelt werden soll, dazu gleich auch mehr.

2. Kein Kontakt oder doch, aber wie? – Der graue Fels

„Kein Kontakt“ ist in erster Linie ein Ideal, doch kommt mit Kindern und ohne richterliche Beschlüsse kaum infrage. Dennoch gibt es, eine Methode die es möglich macht gegenüber dem Expartner minimale Kontaktschäden, davon zu tragen. Im Englischen, als die GreyRock Methode bekannt. Sie lässt sich in 3 Stichpunkte fassen:

-langweilig
-uninteressant
-„Ja ist möglich, meine Meinung auch“

Im direkten Umgang sollte man keine starke Meinung äußern, alles ist möglich, die eigene Wahrnehmung und die des Expartners. Dazu sollte klar sein, dass jeder Elternpart sein eigenes Privatleben hat und dieses ist Tabu.
Das heißt, es wurden klare Grenzen gezogen, ein weiteres Zusammenleben (mit Narzissten) aus finanziellen Gründen oder für das Wohl der Kinder, halte ich für Selbstbetrug.
Wer mit wem und was sollte egal sein, der Fokus liegt lediglich beim Kind. Alles andere ist uninteressant. Das bedeutet, man selbst sollte auch nichts über sich preisgeben, man führt weder die neue Kaffeemaschine, Outfit, Geschäftsidee vor, noch erzählt man vom Ausgehabend mit den Freunden. Man ist langweilig, hat Staub gewischt und nichts erlebt. Den Narzissten wird es eventuell nicht schmecken, doch je mehr man diese Praxis betreibt, desto mehr Kontrolle und gesunde Grenzen erlangt man für sich selbst. Und plötzlich gibt es da so gar keinen Grund noch zu telefonieren oder lange zu reden.
Die Gefahr bei dieser Methode ist der eventuelle Versuch der Narzissten, über die Kinder dann an Informationen gelangen zu wollen. Man sollte versuchen, auch da einen Weg zu finden die Kinder (je nach Alter) darüber zu informieren das, falls der andere nachfragt, man es einfach nicht möchte das da Informationen wandern. Jedoch sollte das Gefühl nicht aufkommen, das Kind könne über bestimmte Dinge nicht reden.

Wichtig sind lediglich Informationen, die das Kind betreffen.
Innerhalb von 72 h müssen Erziehungsberechtigte auf Schriftverkehr bezüglich des Kindes reagieren, man hat also genug Zeit, durchzuatmen und sachlich distanziert zu reagieren.
Einen Umgangskalender kann man mittlerweile als App einrichten und so dokumentiert man ganz nebenbei den Verlauf. Ist das nicht mehr möglich und ist die eigene Gesundheit durch Panikattacken und andere körperliche Symptome bedroht, besteht die Möglichkeit den Kontakt ausschließlich über das Jugendamt oder einen Anwalt zu regeln, dazu sollte man selbst aktiv werden und am besten ein ärztliches Attest dazu vorlegen.
Bist Du jedes Mal aufgewühlt oder hast einen Expartner, der sich mit Anklagen und Haianwälten schmückt, bestehe auf zusammengefasste Berichte. Anwaltssprache ist barsch und nichts für schwache Nerven. Kontakt über Anwälte sollte nicht in dem Fall bedeuten, sich jedes Schriftstück vom gegnerischen Anwalt vorlegen zu lassen. Und wenn, kann man auch eventuell einen Bekannten bitten, die Zusammenfassung zu übernehmen, so viel Selbstschutz darf sein. Dazu gehört auch die Türschwelle als Grenze für Übergaben, bei sich selbst sowie die, bei dem Expartner.

Noch ein Wort zum neu geregelten Wechselmodell. Hier geht es in erster Linie um das Kindeswohl, weniger um Elternrechte. Die Gerichte entscheiden nach Einzelfall, kümmert sich ein Elternteil nachweislich nicht oder entsteht dem Kind nachgewiesen psychischer Schaden, wird kaum ein Richter für ein Wechselmodel stimmen, hier ist vorausgehender Aktivismus gefragt und gute Beratung.

3. Kinderpsychologie gehört in Expertenhände

Selbst der erfahrenste Psychologe dürfte nicht die eigenen Familienangehörigen therapieren, also versuchen sie es gar nicht erst. Mutter, Vater oder beides zu sein, ist ein Allroundjob, doch ich erlebe oft, wie Eltern versuchen, alles an Katastrophen zu kompensieren und eben Übermensch und Diplomsozialpsychopädagoge zu sein. Das geht in vielen Fällen, nach hinten los.
Erziehung ist ja in erster Linie eine Vorbildfunktion, die man ausübt. Man ist mehr so Führer und Ratgeber. Wenn ein Kind Entwicklungsrückschritte macht, wie zum Beispiel wieder ins Bett zu machen, sind das: eindeutige Kriterien, die von Fachärzten begutachtet werden sollten. Allerdings auch verständlich, denn auch Kinder haben den Verlust und die Trauer über die zerbrochene Elternbeziehung oder eben posttraumatische Störung durch narzisstische Gewalt zu verarbeiten. Lasst Euch beraten, entscheidet nicht unbedingt allein.

4. Wie erkläre ich es dem Kind?

Bis zum siebten Lebensjahr lernen Kinder sich zu verhalten, dazu sind Grenzen und ein strukturierter Alltag notwendig. Förderlich ist es seine Kinder zum Nachdenken anzuregen und Entscheidungen möglich zu machen, indem man die Kinder versucht altersgemäß mit einzubeziehen. Ab sieben Jahre sind sie fähig zu lernen, dass sie für ihr Handeln Konsequenzen tragen, wie sie dies tun werden, haben sie bis dahin nur abgeschaut. Dazu gehört es auch, Fehlentscheidungen zu treffen und damit umgehen zu lernen. Die klügsten und erfolgreichsten Menschen durften genau das und sie haben aus ihren Fehlern selbstständig gelernt, sind mit und an ihnen gewachsen.

Ebenso wichtig ist es, dem Kind zu erlernen, Gefühle wahrzunehmen und nicht nur Emotionen walten zu lassen. Wut ist meist ein Zeichen für unterdrückte Schuld oder Scham. Manchmal ist Überdrehtheit auch nur zu viel Zucker von der heimlichen Süßigkeit oder Anspannung, dazu sollte man mit seinen Kindern kommunizieren. Und all das geht leichter durch gewaltfreie Kommunikation. Tools und Anleitungen findet Ihr zum Beispiel in der Mutfabrik.
Und dann wäre es wichtig, ruhig und kindbezogen zu erklären, dass man sich selbst erst an die neuen Umstände gewöhnen muss und alle Parteien versuchen, ihr so weit Bestes zu geben, oder eben die neuen Partner nichts daran ändern, dass Mama, Mama bleibt und Papa, Papa. Wertet nicht Eure Expartner vor den Kindern, versucht neutral heranzugehen.

Wie können sich narzisstische Elternteile auf Kinder auswirken?
Je mehr man das Bild hinter den Spiegeln überschaut, desto mehr versteht man die Auswirkungen von narzisstischem Missbrauch in der Kindheit.
Man kann nur mit gutem Beispiel vorangehen, indem man selbst an sich arbeitet und aus dem Opferkreislauf austritt, der Rest ist eine Frage der Zeit, gesundem Selbstvertrauen der Kids und eben psychologischer Aufarbeitung. Es geht nicht um Schuld, es geht um gesunde Selbstkontrolle und Grenzen, doch da sind wir eben schon beim nächsten Beitrag Narzissmus im engen Familienkreis.

Sich selbst zu heilen, ist das beste Vorbild für Kinder. Dazu gehören sich auch die nötigen Auszeiten zu gönnen, sich selbst zu verwöhnen sowie schöne Dinge, mit dem Kind zusammen, zu planen und sicherlich oft auch: tief ein und auszuatmen und sich beherrschen, eben Selbstkontrolle. Um so wichtiger mit sich selbst im Reinen zu sein oder ins Reine zu kommen.

Ich wünsche Euch eine innige und freie Beziehung zu Euren Kindern, gebt ihnen Wurzeln und später die Flügel um sich zu entfalten. Lernt an ihnen, wie sie von Euch.
Habt Ihr weitere Tipps, Erfahrungen, Problematiken?
Fühlt Euch frei, das Kommentarfeld unter dem Beitrag zu nutzen!

Die Schutzgärtnerin
M. Kendler
Stand März, 2017
Alle Rechte vorbehalten, das Teilen des original Links ist erlaubt.

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16 Gedanken zu “Alleinerziehend – Tipps für den Umgang mit narzisstischem Elternteil

  1. Klingt vielleicht auch ziemlich idealistisch, aber ich habe es in der Praxis tatsächlich so durchgezogen:
    Raus aus der Opferrolle, rein in die „Löwenmutterrolle“. Kämpft für das Wohlergehen Eurer Kinder in aufrichtiger Liebe zu ihnen. Übernehmt die 100 prozentige Verantwortung für deren Schutz.
    Informiert Euch gründlich über alles Rechtliche, über Rechte und Pflichten des Expartners, die der Kinder und natürlich über Eure eigenen und lasst Euch beraten und unterstützen. Ward Ihr es gewohnt, ständig emotional manipuliert zu werden, werdet Ihr nach der Trennung wohlmöglich das erste Mal die verblüffende Erfahrung machen, dass das öffentliche Recht sich von der Grauzone Manipulationen des Täters rein gar nicht beeindrucken lässt. Ihr habt mehr Rechte und weniger „Pflichten“, als Ihr bisher vielleicht geglaubt habt.
    Stärkt das Selbstwertgefühl Eurer Kinder. Bei jüngeren in Form von Zuwendung, gerade dann, wenn sie verhaltensauffällig auf das Erlebte reagieren – liebevolle Zuwendung, immer! Bei älteren: seid authentisch, aufrichtig, liebevoll – egal wie schlecht es Euch gerade geht. Ihr könnt vor Eurem Kind bitterlich weinen oder verzweifelt sein, solange Ihr ihm gegenüber immer wieder Zuversicht im Allgemeinen, und in Eure eigenen Kräfte signalisiert. Baut eine starke, liebevolle Bindung zu Euren Kindern auf. Diese Bindung wird Euch und Eure Kinder über die schwersten Zeiten hinweg tragen und bietet den besten Schutz vor Manipulationsversuchen des Expartners, der Schwiegereltern, dem Rest der Familie, die vom Narzissten eventuell bereits „vergiftet“ sind.
    Ich selbst habe meine eigene kraftvolle Energie und Liebe erst so richtig entdecken können, als ich zur „Löwenmutter“ wurde 🙂

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    1. Leider habe ich von Fällen gehört, wo die zu starke Mutter-Bindung angekreidet wurde, manchmal auch zu recht, weil es ebenso einseitig wird für die Kinder, deshalb sehe ich vieles ähnlich, würde dennoch diesen Ratschlag nur individuell äußern. Je nach individueller Sachlage.

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      1. Ja, Du hast Recht, ein wichtiger Hinweis von Dir, danke!

        Bei „zu starker Mutterbindung“ denke ich jedoch gleich daran, dass eine ungesunde Abhängigkeit und die daraus resultierende Uneigenständigkeit vorgeherrscht haben könnten, oder ein Abkapseln nach dem Motto: wir gegen den Rest der Welt!
        Das finde ich auch sehr bedenklich und möchte ich nicht unterstützen.
        Man muss als Eltern anerkennen, dass das Kind BEIDE Elternteile lieb haben will, muss, darf-auch und gerade nach einer Trennung. Und Kinder lieben eben nun mal auch den narzisstischen Elternteil (ich selbst weiß, wovon ich rede 😦 ) Aus meinen früheren Beziehungen mit extremen Narzissten sind in meinem Fall Gott sei Dank keine Kinder hervor gegangen!! Ich muss dazu sagen, dass ich den Vater meines Kindes in Deine Kategorie *schwacher Narzisst* einordne, ansonsten eher egozentrische, passiv-aggressive Persönlichkeit, was sich auch als zermürbende Herausforderung darstellt, da derjenige auch nie mit offenen Karten spielt und so gut wie nie Verantwortung für eigenes Fehlverhalten übernimmt. Trotzdem ist das emotionale Verhältnis zwischen ihm und seinem Sohn gut. Dort sehe ich die Bindung dennoch als „ungesund“ an, weil Vater auf die narzisstische Zufuhr seines Sohnes angewiesen ist. Ich denke, dass ich meinen Sohn durch eine gesunde, echte Bindung (mit dem Ziel einer gesunden Abnabelung!! ;-)) für die „kleinen Unterschiede“ sensibilisiert habe und das finde ich wichtig.

        Die Quintessenz meines ersten Kommentars sollte also eher lauten:
        Informiert Euch, macht Euch stark, seid liebevoll zu Euren Kindern, auch wenn es Euch selbst gerade miserabel geht, strahlt Zuversicht aus!

        Dies gilt natürlich ebenso für (alleinerziehende) Väter, die sich mit einer narzisstisch ausbeutenden Expartnerin auseinander setzen müssen

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    2. Hallo Susanne!
      Habe einen unglaublich stressigen, kräftezehrenden Abend hinter mir. Mein jüngerer Sohn hat mich in völliger Raserei wieder einmal angeschrien, dass ich doch ausziehen und der Papa hier wohnen soll. Ausserdem ist der Papa viel lieber und netter und und und….Dann hat er mir das Weihnachtsgeschenk, das ich von ihm bekommen habe kaputt gemacht. Puhh, weiss manchmal nicht mehr weiter. Ich kann ihm ja noch nicht mal sagen, was für eine Pfeife sein Vater doch ist. Sorry, ich weiß, er ist auch nur ein Mensch. Der Große leidet unter den Ausrastern des Kleinen ist aber gottfroh, dass sein Vater nicht mehr hier lebt. Manchmal habe ich keine Ahnung mehr, was ich machen soll. Jetzt habe ich gerade deinen Beitrag gefunden, der mich sehr anspricht. Vielleicht war ja doch nicht alles so falsch. Auch nach den schlimmsten Streits nehme ich sie in den Arm und sage Ihnen wie lieb ich sie habe. Das Bild der Löwenmutter gefällt mir sehr gut. Bin ich ab jetzt auch! Lieber Gruß

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  2. Guten Morgen an alle Leserinnen und Leser, es ist unglaublich wohltuend hier zu stöbern….das erste Mal wirkliche Bestätigung für so viele Dinge, die scheinbar für andere nicht zu durchdringen sind – in meinem Leben aber nicht mehr auszuhalten. Ich wollte von meinen Kindern an der Stelle erzählen. Mein Großer stammt aus einer früheren Beziehung – besucht mich kaum noch – weil die „Zustände“ in meinem Zuhause durch den Lebenspartner in den letzten Jahren viele Feste, Treffen o.ä. sehr vermasselt haben und ständig Spannung in der Luft liegt. Mein jüngerer Sohn ist fast 18. Ihm hat das Ganze noch mehr zu schaffen gemacht…der narzisstische Vater benutzt ihn wie es grad beliebt, droht, macht ihn runter, versucht finanzielle Abhängigkeiten zu schaffen und behindert ein normales Zusammenfinden immer aufs Neue. Ich hab auf dieser Seite gelesen, er benimmt sich wie der dritte Sohn im Haus – hab ich auch immer so empfunden. Er schiebt Arbeiten weg, fühlt sich für nichts verantwortlich und weist stets jegliche Schuld von sich – falls etwas schief geht. Beim jüngeren Sohn hat das unter anderem zu Selbstverletzungen (Ritzen) geführt und letztlich auch zum Schulabbruch nach der 10. Klasse. Letztes Jahr wurde dem Jungen mit „Ausziehen“ des Vaters gedroht – leider hat dieser es nicht durchgezogen…Mädels, lasst euch nicht unterkriegen ! Jeder – der das übersteht hat einen Orden verdient. Liebe Grüße und DANKE an Manja sendet R.

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  3. Mein Mann ist verdeckt narzisstisch, immer auf Mitleid aus, erzeugt Schuld-/Pflicht- und auch Angstgefühle bei den Kindern, weil er mir nicht mehr beikommen kann. Die KInder merken das erst nicht. Inzwischen, nach 2 Jahren „Löwenmutter“, habe ich 2 wieder seelisch gesundete Kinder, wobei das ältere fast 16 war bei der Trennung und ganz klar „mehr abbekommen“ hat. Daher: Wenn Ihr merkt der Vater ist Narzisst … schnappt Euch Eure Kinder und geht. Jeder Tag, den sie aus dem toxischen Einfluss raus sind, tut ihnen gut.
    Meine Leitsätze: Ich gehe ruhig und klar und sicher voran. Ich bin zuversichtlich, dass alles gut wird. Das Leben hält viel Schönes bereit. Lebensfreude. Gute Menschen… Ihr seid wichtig. Ihr seid nie lästig. Jeder leistet seinen Beitrag zu unserer Gemeinschaft.
    Meine Liebe zu Euch ist bedingungslos.

    Und das alles lebe ich seit 2 Jahren jeden Tag.
    Ich rede nicht über meinen Mann. Sie reden mit ihm nicht über mich. (was ihn masslos ärgert)

    Und sie merken, wie sich meine Liebe zu seiner unterscheidet….
    Auch die Kinder merken irgendwann, dass sie nur Worte von ihm hören. Wertlose manipulative Worte ….
    Es wird. Ich wünsch Euch allen Glück.

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    1. Vielen lieben Dank – das macht mir Mut. Bin gerade frisch getrennt und diesbezüglich orientierungslos. Gestern waren meine kInder zum ersten Mal beim Vater, und ich wusste nicht, wie ich mich beim Heimkommen der Kinder verhalten soll. Fröhlich? Selbstverständlich wie immer? Durfte ich meine Traurigkeit zeigen? Ich habe es bestimmt nicht gut gemacht. Ich war traurig und dachte im Moment, es wär in Ordnung wenn die Kinder (14,12,8) es wissen. Ich hoffe ich habe nichts in ihrem Herzchen zerstört. Werde es besser machen.

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  4. Hallo Ihr Löwenmütter
    Mir geht es ähnlich seit knapp 4 Jahren
    Ich habe 2016/2017 die Hölle weiterhin nach der Trennung erlebt (Kinder wurden von ihrem Vater über Monate an den Umgangswochenden mit 30 min. Gesprächen drangsaliert, wo er nur reden durfte und eine andere Meinung wurde von ihm nicht akzeptiert. Er bearbeitete beide Kinder so lange bis sie seiner Meinung waren. Mich hat er vor meiner Wohnungstür bedroht, er nimmt mir die Kinder weg, wenn ich diese Vereinbarung nicht unterschreibe, er geht zu Gericht und klagt die Kinder ein. Bishin zu Telefonterror und Füße in der Tür, das ich meine Wohnungstür nicht schließen konnte. Er schrieb mir Emails, das ich echt schon an mir zweifelte und ich mir bei meiner Familie und bei meinen neuen Freundeskreis Rat suchte und irgendwann meine Kinder den Mut fanden sich mir anzuvertrauen … letztendlich ging er vors Gericht mit allem Prozetere und er verlor mit einen zeitweisen Umgangsausschluss und die Kinder wollen weiterhin bei mir leben… Jedoch erlebe ich es nach wie vor, was er für eine Macht (Kontrolle) über mich bzw. über uns besitzen möchte, nur irgendwie anders. …Mich beruhigt es erst mal das er die Kinder nicht mehr in dieser Weise belästigt. Nur weiß ich das er jetzt anders vorgeht und hab das Gefühl machtloser zu sein, als vorher. Da hilft nur der Instinkt einer Löwenmutter, das die Kinder alt genug sind, sich so gut wie möglich selbst helfen können (nur was es für souren hinterlässt, will ich mir nicht ausmalen 😞)
    Es ist für mich sehr schwierig, damit umzugehen, wenn man mit einen narzisstischen Mann Kinder hat.
    Weil man zu sehn muss, das die Kinder nicht so werden wie der Expartner selbst oder sie vergiftet. Es macht einen müde immer achtsam zu sein was man sagt oder schreibt, wenn man grundsätzlich wieder über das Pendelheft kritisiert wird und in niederträchtigster Weise dir im wahrsten Sinne alles im Mund umgedreht wird was Absprachen angeht oder andere Belange der Kinder ihm nicht seinen Vorstellungen entsprechen und dich sogar vor den Kindern mit intriegen und Beeinflussung (des Sohnes 13 Jahre) bloß stellt … man fängt an sich zu zweifeln… denn in der Öffentlichkeit was zu seinem Nutzen ist, macht er sich sehr wichtig, profiliert sich (Elternbeirat) und täuscht auch Außenstehende Menschen, in den er ihnen etwas vorgaukelt der er eigentlich gar nicht ist.

    Ich musste mir immer mehr eingestehen, diesen Menschen kann ich nicht ändern und das er es einfach nicht kapieren wird.
    Mir fällt es schwer die Balance zu finden, „mich mit den Arsch drauf zu setzen“ Das müsste ich lernen, sagte mir meine Phychologin mal. Sie Wissen was sie sich Wert sind… Sie sind eine super tolle Mutter und das weiß er (was ihm nicht gefällt, das sie besser sind als er…)
    Ich kann es nur si beschreiben.
    Es ist wie, als wäre man gefangen in einer Suppenschüssel. Man kommt bis zum oberen Rand rutscht aber wieder rein. Egal an welcher Stelle man es probiert zu entkommen und sich zu lösen. Was ich damit meine ist, das man immer wieder von narzisstischen Persönlichkeiten herausgefordert wird. Kinder machen es dadurch noch extremer.
    Man hat 2 Möglichkeiten, entweder auf „Konfrontation“ zu gehen um nicht klein beizugeben. Es ist ein Spagat zwischen Ja sagen (mal beigeben), da er sich dann schon wieder extrem profiliert und es eigentlich genauso verschlimmert wie wenn ich auf Kontra gehen würde.

    Ich nenne es vergiften eines Menschen. Es fühlt sich an, als würdest du mit jeden Wort was du zwangsläufig abklären musst wegen der Kinder, er dich vergiftet, da du es einem Narzisten nicht recht machen kannst. Es beeinflusst dein Leben, deine eigene Wahrnehmung, dein Glauben an sich selbst.

    Welche Haltung ist die richtige? Gibt es denn überhaupt richtig oder falsch?
    Kann man überhaupt solchen Menschen es Recht machen?
    Wie sollte ich selbst damit umgehen, auch wenn man gar nicht darauf reagiert, arbeitet es im inneren ?
    Ich weiß nicht mal mehr, ob ich es für mich richtig mache (Unsicherheit ist in letzter Zeit sehr stark bei mir… kennt das jemand?)
    Was ich Euch zum Schluss sagen wollte
    Es ist schön entlich eine aktuelle Seite gefunden zu haben… wo man nicht allein ist… um ggf. einen Austausch miteinander zu führen. Bis bald Ihr Löwenmütter
    Eure Barfuß im Sand

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  5. Hallo,
    Ich habe drei Kindermit einem sehr ich-bezogenen Mann.
    Es war mir lange nicht klar, was nicht stimmt, aber er hat mich lange betrogen und seine Affaire ebenfalls getäuscht. Er hat gleich wieder eine neue Beziehung und alle Fehler auf seine dreijährige Affaire geschoben-sieht sich als Opfer.
    Er hat sich allerdings immer mit um alles gekümmert, so dass wir im Moment ein Wechselmodell leben.
    Ich habe Angst, dass die Kinder durch die Woche, die sie bei ihm verbringen, diesen oben genannten Missbrauch erfahren.
    Es fällt mir dadurch sehr schwer anzuschalten und die Woche zu nutzen, um Kraft zu tanken.
    Mir fehlt aber auch die Sicherheit zu sagen, ihr seid bei mir besser aufgehoben und etwas an dem Modell zu ändern.
    Die innere Stärke werde ich wohl nur bekommen, wenn ich mir selbst psychologische Hilfe suche.
    Es ist gut zu hören, dass man lernen kann, damit umzugehen. Ich bin da eher ungeduldig und würde gern sofort perfekt reagieren können.
    Aber das ist ein Jahr nach 15Jahren Beziehung/Beeinflussung eher unrealistisch.
    Ich habe aber auch festgestellt, dass ich der perfekte Gegenpart war und meine Bedürfnisse sehr gern zurückgestellt habe. Ich muss lernen, dass ich es nicht jedem Recht machen kann.
    Ich schwanke zwischen der Sorge, dass ich zu wenig tue (wenn ich versuche, mir keine Sorgen zu machen und mir die Beziehung zwischen ihm und den Kindern schönzureden) und der Sorge, dass ich durch das Grübeln die Energie verschwende, die ich brauche, wenn die Kinder bei mir sind.
    Wie im letzten Kommentar beschrieben.
    Es gibt tolle Literatur zur Trennung von einem Narzissten, aber ein gleichberechtigtes Wechselmodell zu leben, kommt da noch nicht vor..
    Danke, dass ich das hier mal loswerden konnte!
    Viel Kraft und Zuversicht an alle!!!

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    1. Liebe Wechselmama,
      Deine Gedanken die Du beschreibst, kenne und habe ich auch.
      Ich war immer für die Kinder da und bin es nach wie vor.
      Was ich lernen musste bzw. noch stark an mir arbeitete ist, das wir als Löwenmutter immer gut genug sind für unsere Kinder und für sie stark sind sie ins Erwachsenleben zu begleiten.
      Selbst wenn der Ex uns schlecht reden will und auch ggf. noch tut. Es ist sein Bild was er über uns als Mutter und Exfrau hat.
      Das Bild haben nicht unsere Kinder von uns!
      Wir haben es lang genug ertragen und müssen lernen uns selbst etwas Wert zu sein. Im Grunde,
      das was wir tun, machen wir als Liebe zu unseren Kindern um jeglichen Streit, Beschimpfungen, niedergemacht werden vor den Augen und Ohren der Kinder zu fliehen. Weil wir einfach Empathie empfinden, was der Partner nicht kennt und nicht kann. Wir schützen uns selbst und unsere Kinder das sie nicht so werden, wie der Mensch der uns über Jahre so behandelt hat.
      Mein Rat an Dich.
      Gehe entsprechend nach dem Alter mit den Kindern so offen und neutral um wie es nur geht.
      Es ist nichts verwerfliches dran, wenn sie spüren das du dir auch Gedanken darüber machst, ob es ihnen da gut geht.
      Du musst ihnen nur vermitteln wenn es Probleme beim „Papa“ gibt oder gäbe, dass sie sich Dir anvertrauen können oder dir ne wapp schreiben können „für alles gibt es eine Lösung „.
      Ob es die Lösung aller Lösungen ist, mit dem Wechselmodell und ob es richtig ist für Euch und die Kinder selbst, wird sich mit der Zeit zeigen, ob die Kinder das überhaupt auf Jahre hinweg so wollen.
      Schwierig wird es, wenn der Ex kontinuierlich dich weiterhin schlecht macht in der Zeit wenn die Kinder bei ihm sind. Deshalb habe immer ein offenes Ohr für sie.
      Versuche dich mit Sport oder einen Hobby abzulenken, wenn Du ohne Kinder bist. Stelle deine Bedürfnisse in der Woche soweit wie geht an erste Stelle.
      Lebe!
      Ich weiß, mir fällt es auch schwer, da wir immer noch an das erlebte erinnert werden und Angst haben.
      Nur in dem Moment, kannst du auch nicht direkt reagieren, weil man überreagiert oder gelehmt ist und in den Opferzustand fällt.
      Wichtig ist nur in deinem Kopf zu verankern, das du nicht alle retten kannst außer Dich selbst um das du selbst Heilung erfährst. Kinder sind klüger als wir denken. 😉
      Meine Kinder berichten mir hin und wieder über Ereignisse und Geschehnisse Tage später, mal so nebenbei. Sie sind in einem Alter (15 und 13) selbst dagegenzuhalten, wenn ihnen was nicht gefällt und sich zu wehren. Ansonsten immer ein offenes Ohr haben. Vieles klärt sich schon allein über den Satz „Wie war denn bei Euch so die Woche, was habt ihr alles erlebt…“
      LG Barfuß im Sand
      P.S. Du schaffst das, du bist nicht Opfer sondern Löwenmutter 😊

      Gefällt 1 Person

      1. Vielen Dank für diese Worte auch von mir. Es ist ein schwieriges Thema, welches mich auch gerade wieder beschäftigt, als Beobachterin und gerade wenn das Kind zum Preis der Stärke, Opfer wird.
        Beitrag folgt. Gruß an alle Löwenmamas!

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