Narzisstische Freundschaft – auch ein Weg, sich selbst zu opfern.

Ob weibliche oder männliche, pathologische Narzissten führen nach außen hin Freundschaften. Hinter den Spiegeln sind es Nutzbeziehungen, Zweitquellen und Triangulationsmittel. Mehr Schein als Sein und eine sehr einseitige Geschichte.
Nicht immer sind sie die Gutswetterfreunde, wenn es etwas gibt, was sie ergötzt dann ist es das Leid der Anderen. Nirgendwo lässt es sich leichter erlernen, wie man Opfer spielt. Sie spielen damit, dass ihre Freunde nicht wissen, wer sie sind, denn die Wahrheit würde eine Freundschaft nicht möglich machen.
Sie wollen mit dem Expartner befreundet bleiben, die beste oder der beste Freund sein, doch dies gelingt ihnen nicht auf Dauer. Das ist kein ernsthaftes Freundschaftsinteresse,
es ist ein Ziel, eine Quelle, die sichere Bank sich aufzuladen.

Typische Anzeichen für „Narzisstische Freundschaft“ sind:
das Schmücken mit Menschen,
Unangemeldete Besuche,
ewige Monologe,
kopieren der Persönlichkeit,
Anstachelung zum Drama,
Dramatisierung,
Desinteresse,
sie mimen Partner (geschäftlich, Freizeitsport),
Eifersucht,
Entwertung,
Einschränkung/Isolation,
fehlende Eigenverantwortung,
Schuldübertragung,
Aufgabenübertragung,
Kontrollausübung,
weitere Taktiken

Im Grunde ist die narzisstische Freundschaft, wie eine narzisstische Beziehung nur mit weniger Umdrehung, ohne Sex (es sei denn, es handelt sich um eine Freundschaft Plus), dafür längeren Spannungszustand.

Hierfür werden stetig neue Quellen aufgetan und im Gegensatz zu anderen Meinungen, führen Narzissten auch gerne eine „Beste Freundschaft“ die perfekte Deckung. Wenn er/sie mit ihm/ihr so gut befreundet ist, muss er/sie ja in Ordnung sein.

Am Ende fällt die Maske und hervor tritt, die narzisstische Wut, der beste Freund wird zum Teufel in Person, die beste Freundin enttarnt sich als ärgste Widersacherin. Man ist längst in die narzisstische Falle getappt. Doch wie findet man das und da, sicher heraus?

Am einfachsten stellt man fest, ob man es mit krankhaftem Narzissmus zu tun hat, indem man zum Beobachter wird und eigene Grenzen setzt.

Werde Beobachter!

Die hohe Kunst sich nicht einwickeln zu lassen oder gar den eigenen Mustern und Gewohnheiten zu folgen. Stoppe das Reagieren und Dich selbst dabei, dem Narzissten/der Narzisstin die Oberhand zu überlassen. Was jetzt gefordert ist, ist eine klare Sicht. Das klassische Zurücknehmen lässt erzählen, hört zu und beobachtet, um danach die Puzzleteile zusammen zusetzten.

Lass Dich nicht mitziehen oder drängen, versuche bei Dir zu bleiben und Deine innere Stärke zu finden. Narzissten fragen gewöhnlich in Langzeitbeziehungen weniger interessiert nach, sie neigen zum Weghören.

Setzte Grenzen!

Jetzt wird es eklig, zumindest für Narzissten. Versuch zu schauen (Beobachter), wie sie reagieren werden, wenn Du Dir erlaubst, über Übergriffigkeit die Kontrolle zu gewinnen. Das sollte natürlich Deinen Intimbereich betreffen. Typische Reaktionen: Pauschalisierung, Dramatisierung und Wutanfälle, dichtmachen.

Wenn dem so ist, erreicht Dein Bekannter/Deine Bekannte vermutlich einen höheren Wert im extremen Narzissmus, als Dir gut tut. Man spricht auch hier von einer toxischen Beziehung mit all ihren Folgen.

Beende die „Freund“schaft!

Im Englischen gibt es eine Wortkreation aus Freund (friend) und Feind (enemy), den sogenannten Frenemy. Verdeckter Narzissmus schleicht sich an und saugt langsam aus. Es ist wichtig sich seine eigenen Grenzen dafür zu sensibilisieren, es nicht persönlich zu nehmen und sich zurück zuziehen. Werd langweilig für diese toxischen Menschen und behalte Deine Energie bei Dir. Lege Dir einen Schutzgarten an und lass die Narzissten aus Deiner Freundschaftszone. Hol Dir die Kontrolle über Dich zurück.

Das soll nicht heißen, dass man Narzissten missachten soll. Sie sind auf Distanz gesehen unterhaltsam, teilweise sehr intelligent, Macher, großartige Schachspieler, Künstler und gute Narzisstendetektoren. Andere wiederum lauern nur auf ihren großen Sprung.
Bleib bei Dir.

Die Schutzgärtnerin
Juni 2017
alle Rechte vorbehalten
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3 Kommentare zu „Narzisstische Freundschaft – auch ein Weg, sich selbst zu opfern.

  1. Danke für diesen Text. Ich erlebe gerade auch dieses Übel und bin völlig überfordert. Meine Freundin bestraft mich mit Schweigen, nachdem ich ein bestimmtes Verhalten kritisierte, mit dem sie mir und auch anderen schon oft vor den Kopf stieß und das sehr verletztend war. Wenn ich sie ein Mal in der Woche sehe, tut sie so, als sei nichts und das leider ziemlich überzeugend. Leider habe ich niemanden, mit dem ich vernünftig darüber reden kann, da dieses Thema so kompliziert ist. Es zermürbt einfach.

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  2. Die Artikel sind sehr gut. Leider sind sie manchmal etwas einseitig, da ja immer 2 (oder 3) zum Spielablauf gehören. Die Positionen innerhalb des Dreiecks können auch wechseln. Opfer-Täter-Verfolger, etc. Es ist auch nicht ganz alles nur schwarz weiss; dh. der Narzisst der einzige „böse“ Spieler. Oft mobben oder provozieren die Andern auch. Ich war einmal in so einem „Dreieck“ gefangen. Es ist alles andere als lustig. Ich denke jedoch nicht, dass ich eine Narzisstin bin. Es hat sich leider so ergeben; und ein Wort ergab das andere, bis alle gekränkt das „setting“ verliessen.
    Machspiele halt, wie sie auch in der Politik täglich stattfinden. Ich denke halt, dass auch der Gegenspieler des Narzissten seinen Anheiz-Beitrag leistet. Ausserdem haben die Empfindlichkeiten bei allen exponentiell zugenommen. Gekränkt sein scheint „in“. Selbsterhöhung leider auch. Bei mir gehen immer die Warnlampen an, wenn nur eine Partei, (in diesem Fall der Narzisst) der einzige Böse, sprich Sündenbock ist. Diese Schuldzuweisungen an Sündenböcke helfen in der Regel nicht viel, auch wenn sie den Opfern von Narzissten vorerst helfen mögen. Aber es ist halt wichtig, dass auch sie ihren Anteil sehen und dafür Verantwortung übernehmen. Bei mir war es so, dass ich viel zu lange JA sagte, bis ich endlich ein lautes NEIN sagen konnte. Also eben Mitschuld, aus Freundschaft.

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    1. Hallo Yvonne, ich danke Dir für diesen Beitrag. Ich stimme zu, die eigenen Anteile sind auch wichtig zu hinterfragen, das bringen die meisten Betroffenen von sich aus mit —> Schamgefühl, Zweifel, nicht urteilen wolllen . Doch ist es kaum ohne Abstand möglich, diese zu hinterfragen.
      Ich verstehe es so, die eigenen narzisstischen Züge zu hinterfragen ist der Schritt nach dem Verständnis und dabei geht es nicht mehr um die Schuldfrage. Es gibt auch da, unterschiedlich Menschentypen, was den Umgang betrifft, jedem da pauschal eine Mitschuld und Täteranteile anzulasten, darf nicht zum Hauptmessage werden, überhaupt es geht nicht um Schuld. Kränkungen sind ein gutes Thema, denn das betrifft nicht nur Narzissten. Ein gutes Buch dazu: Die Macht der Kränkung von Haller und hier noch ein Beitrag zum Täter-Opfer Kreislauf. https://schutzgarten.wordpress.com/2016/09/25/taeter-opfer-oder-beides/

      Herzliche Grüße

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