9 Glaubenssätze von Eltern – Hinter dem Spiegel der Erziehung

Spiegelkabinett eröffnet. Vorsicht der folgende Beitrag ist parallel zu „Ist mein Kind ein Narzisst? Und wenn, was nun?“ entstanden. Während das Thema wie narzisstischer Missbrauch ebenfalls eher ein Tabuthema ist, bin ich über ein paar Glaubenssätze von Eltern gestolpert, wo man meinen könnte: Die waren doch nie selber Kinder, sondern sind mit Job und Hausstand zur Welt gekommen.
Ich verstehe sehr gut, wie man heutzutage auch leicht in so eine Rolle gepresst wird und wie schwierig es ist, da wieder heraus zukommen. Kurz einatmen, ausatmen. Die Wahrheit ist:

“WIR SIND ALLE KINDER DIESES UNIVERSUMS!
Gleich, woher wir kommen und wohin die Reise geht.
Wir haben alle unsere Träume, kennen das Gefühl,
dass und niemand versteht. Es ist menschlich, zu rebellieren und neue Wege zu erkunden.
Dabei, wird nichts eskalieren … sind wir mit Liebe und Freiheit verbunden!“

Und wir sind Menschen mit einer Wahrnehmung, die uns so manchen Streich spielt. Ich denke zum Beispiel ich teile Wissen mit diesem Beitrag, das kann ein Psychologe schon anders sehen und einen anderen so überhaupt nicht interessieren und ein weiterer denkt es auch und schreibt gerade hier ab ohne ein Wort zu verstehen. Wahrnehmung ist relativ, wir puzzeln uns zurecht was und wie wir es verarbeiten können. Wir sind jeder für sich so gesehen kleine Genies auf diesem Planeten. Und ein Mensch mit gesundem Verstand kann in Wahrnehmungen hin und her springen, sie loslassen, verändern oder an ihnen festhalten. Ich liebe es um Ecken zu denken, alle Stränge aufzuschlagen, hinter die Spiegel zu schauen und Dinge ans Licht zu ziehen, die ich für sehenswert halte und doch, ist es auch eine unangenehme Arbeit. Der Bote der Nachricht ist selten der Liebling und hiermit gebe ich Dir die Erlaubnis meinerseits, mich am Ende des Beitrags nicht gerade zu mögen, wütend zu sein, wenn ich Dich mit folgenden Denkweisen treffen sollte.
Wenn … war dies der Anlass und Grund, dieser Zeilen um eventuell Glaubenssätze aufzubrechen die tiefer wirken als Dir bewusst war. Wir machen Fehler und wir dürfen sie auch erkennen und loslassen. Auf einen Versuch kommt es (mir) an.

9 Glaubenssätze in Erziehungsfragen und

von einem Kind verfasste Gedanken dazu

1. „Eifersucht und übertragene Ängste gegenüber und auf das eigene Kind.“

Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter im Rahmen des Kindeswohls.
Wenn mir ein Elternteil Zuwendung schenkt, ist das ein wunderbares Gefühl und es gibt kein beklemmenderes Gefühl, als von einem Elternteil weniger Liebe und Zuwendung zu erhalten, wenn ich mich dem anderen zu wende. In meinem Kopf und Herz wünsche ich mir Harmonie und Zuwendung egal in welchem Haushalt oder Umfeld und ich habe darauf ein Recht. Deine Ängste werden zu meinen.

2. „Erst mein Kind, dann ich!“
Wenn immer erst ich komme, was ist mit den anderen? Was ist mit Dir? Immer die/der Beste zu sein ist nicht gerade förderlich für ein soziales Miteinander, ich lerne gerne, auch mit Zurückweisung umzugehen. Bis zum siebten Lebensjahr sollte sie schnell überwunden sein und auch danach, mach bitte kein Drama daraus, sollte ich Fehler machen und mal nicht bevorzugt behandelt werden auch von Dir. Ich lerne ja von Dir! Ich erfahre so, was wichtig ist, womöglich mache ich mir Sorgen um Dich, weil Du Dich vernachlässigst und seltener gute Laune hast, nur noch angespannt bist. Weißt Du, … mir, tut es ganz gut, auch da mal zurückstecken zu lernen, wenn Du mal ein Bad nimmst oder, lesen willst oder mit Freunden ausgehst. Langeweile muss man auch lernen. Und mir geht es am Besten, wenn es Dir auch gut geht! Andernfalls lerne ich nur: ich, ich, ich und dann lange niemand oder aber ich fixiere mich genauso auf Dich. Mach mich nicht zum Muttersöhnchen, Papakind, Mamakind …

3. „Mein Kind soll es besser haben.“
Besser als wer? Dass Deine Eltern noch mit den Gedanken aufwuchsen, wenn deren Eltern Krisenzeiten erlebt haben, ist verständlich. Wenn Du dass hier lesen kannst, sind wir beide vermutlich in einer Gegend aufgewachsen, in der es weder Dürreperioden, Epidemien, noch Nahrungsmittelunterversorgung derzeit gibt. Was ich brauche, sind beschützende Schwingen und den Mut selbst irgendwann zu Fliegen mit der freien Entscheidung, was mir gut tut. Mein größtes Geschenk wäre, bis zu diesem Zeitpunkt so aufzuwachsen, dass es Dir gut geht, dass Du mir vorlebst, was dieses besser ist und mich weniger lehrst, blind danach zu streben. Materielle Dinge sind Substitute eine warme Suppe mit selbst gezogenen Zutaten der Luxus um Liebe und Zuwendung zu genießen.

4. „Ich kenne mein Kind ich weiß, was es denkt!“
Weißt Du nicht, und falls Du das wirklich glaubst, denk einfach nur mal an die Dinge, die Du so denkst, und nie sagen würdest! Du bist nicht in meinem Kopf, lass mir die Freiheit selbst Gedanken und Sichtweisen zu entwickeln und unterschätze mich nicht. Projektionen könnten dazu führen, dass ich Dir irgendwann eine bittere Ent-Täuschung bin, weil ich bin, wie ich bin und denke, was ich denke.

5. “Ich kann mit meinem Kind über alles reden!“
Nein. Und wenn, würde man wie Erwachsene sagen: von einer unnatürlichen Bindung sprechen.
Wie auch schon im vorigen Beitrag erwähnt, ich bin Kind und auch ich habe Grenzen brauche meine kleinen Geheimnisse und private Rückzugszonen, genau wie Du. Wir können über alles reden, was meiner emotionalen Reife entspricht und unsere Privatspähren wart bis ins hohe Alter.

6. „Ich kann darüber mit meinem Kind nicht reden!“
(Bezug nehmend hier im Beispiel, auf Probleme innerhalb der Familie)
Doch darfst, solltest und kannst Du, die Frage ist, willst Du? Und ist es altersgerecht?
Bücher, Filme, Flora und Fauna bieten so viele Analogien, mir Dinge verständlich zu erklären.
Lass Dich beraten und finde die richtigen Worte. Auch hier lerne ich von Dir wie man mit Emotionen und Gefühlen umgeht oder wollen wir in Zukunft darüber schweigen?

7. Das würde mein Kind nie machen!
Oh doch! Du wirst irgendwann die Vorstellung haben, dass es so wäre, weil ich gelernt habe, wie wichtig es Dir ist, doch solange ich meine eigenen Grenzen austeste, werde ich vieles machen, was in Deinen Augen ein Fehler oder Fehlversuch gleicht. Ich lerne, mit meinen eigenen Entscheidungen ab dem siebten Lebensjahr zu leben, sowie auch die Konsequenzen zu tragen. Fall nicht aus allen Wolken, wenn es so weit ist, fang mich auf und hilf mir daraus zu lernen, die Vorstellung ich würde, irgendetwas nie machen ist ein Glaubenssatz, der mich im schlimmsten Falle hindert, selbstständige Erfahrungen zu machen sowie Ängste aufbaut.

8. „Mein Kind bekommt ‚das Alles‘ nicht mit!“
Alles … sauge ich auf und gerade wenn Du, als Mutter oder Vater, die kleinste Veränderung zeigst, bin ich dazu geneigt das nicht nur wahrzunehmen, ich beziehe es auch noch auf mich. Bereits im Babyalter merke ich mir, wie Dein entspanntes Gesicht aussieht, Dein Freude oder Deine Angespanntheit. 90 % nonverbale Kommunikation, verarbeiten kann ich es alleine noch nicht. Ich lerne eher lauter zu schreien, wenn Du den angespannten Ausdruck hast und mehr bei Dir bist.
Klar kann ich „das Alles“ auch später mit einem Therapeuten aufarbeiten 😉 , doch Eure Muster sind bis dahin, auch meine.

9. Mein Kind ist narzisstisch, wie sein Elternteil?

Und wenn? Es ist, wie es ist, hol Dir Unterstützung in Form einer Beratung.
Werde aktiv. Du bist mein Fleisch und Blut und Du solltest dieses Urteil nicht ohne Fachärzte treffen. Vielleicht zeige ich posttraumatische Belastung, vielleicht brauche ich Dinge, die Du gerade nicht sehen kannst, um mich weiter zu entwickeln. Vielleicht trotze ich einfach nur, weil ich kein Bock mehr hab alles runterzuschlucken. Hol uns Hilfe!

Liebe Eltern,

stellt Euch vor, das Leben ist eine Safari und Ihr seid die Safari-Begleiter.
Ihr gebt Hinweise und mögliche Richtungen vor und die Kinder können sich jederzeit an Euch wenden und Fragen stellen. Bei Erziehung kann man kaum was richtig machen jedoch viel versauen. In erster Linie bleiben wir alle Kinder dieses Universums und lernen wohl nie aus.
Diesmal finde ich ein musikalisches Ende mit der wunderbaren Manua zusammen hab ich mir dazu Gedanken gemacht, was wir den Kindern mitgeben, auf diese Safari-Reise.

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
Stand August 2017
Alle Rechte vorbehalten, das Teilen, dieses Links, ist erlaubt und erwünscht.

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