WIR Frauen – über die weibliche Wesensart, ich öffne eine persönliche X Akte!

Ja das ist auch ein Beitrag für Männer, denn diese Geschichte ist einfacher, als man uns stets verwirren will. Theoretisch wäre der Beitrag mit der geschlechtsspezifischen Wirkung von Oxytocin, erklärt. Was beim Mann das Testosteron und somit die Bereitschaft zu flüchten, Aggression und Kampf hervorruft, lässt bei Frauen dank Östrogene, die Bindungsbereitschaft und Verständnis wachsen.Yin Yang. Alles in uns. So fertig …

… das wäre nicht der Schutzgarten wenn da jetzt nicht noch ein ‚Aber‘ käme, denn heute zum Frauentag möchte ich zu einem Gedankenexperiment einladen, in einer meiner gelösten X Akten Einblick gewähren und einen weiteren Buchtipp aus der Reihe in den Buchklub stellen.

Was wir dem Weiblichen zuordnen, ist geprägt aus mehreren ineinanderfließenden Faktoren:
die eigenen Erfahrungen,
der Mutterrollenbezug,
die Gesellschaft – in der wir leben
und Freiheit.

Mit Schrecken erkenne ich die zunehmend gewollte Fragmentierung dessen, was eine Frau oder Weiblichkeit ausmachen sollte. War ich doch selbst lange große Meisterin darin, das Unverständnis, in mir zu fördern. Ich habe teils bewusst, teils unbewusst, Dinge abgelehnt, die symbolisch für ein Frauenbild standen, das meinem nicht entsprach. Das fängt in früher Kindheit an, nicht sein zu wollen wie Sie, und kann sich in ernsthaften Frauenhass umwandeln.

Bei mir war das Mal so:

Die Rehaärztin hörte mir aufmerksam zu, legte den Kopf schief und warf mir an den Kopf:

„Sie haben doch Frauenhass, das müssen Sie mal unbedingt für sich auflösen!“

Na super! Gerade dachte ich noch, ich hab ein Problem mit Männern (was ja nicht von der Hand zu weisen war) und jetzt kommt diese blond gelockte, mitten im Leben stehende Supermami-Doktormed und sagt mir, ich hätte ein Problem mit Frauen? Mein Therapeut und meine Kumpels grinsten nur, als ich ihnen von meiner Unterhaltung der 3. Art berichtete und heute weiß ich: Ja, das war ein ernsthaftes Problem, was ich mir da anerzogen hatte. Wie aber kam Sie nun darauf aus dem Nichts? Anhand meiner körperlichen Symptome und vermutlich ein paar Nebensätze über mich selbst.

Innensicht

Ich praktizierte das unbewusst und es richtete sich gegen mich selbst.
Ich war angepisst von der öffentlichen Schönheitsidealverfolgung Anderer, ich war angewidert von Frauen die sich in meinen Augen nicht, wie Frauen benahmen, traurig über blankziehende Frauen auf der einen Seite und Beschnittenen auf der Anderen. Verängstigt von rücksichtslosen Frauen. Genderdebatte löste bei mir Ausschlag aus und was war ich megaangepisst davon, meine eigene Weiblichkeit nicht mehr leben zu dürfen. Ich fühlte mich wie die Eva Herman meiner Gefühlswelt, ausgegrenzt und missverstanden.

Und da rutscht man als Frau ganz schnell mal hin, da brauchst Du nur Hormonschwankungen, Schmerzen und die Frage, wie Du Dein Leben und Bedürfnisse auf die Reihe bekommen sollst und stehst dann, eingemummelt in ein Michelinkälteschutzanzug bei minus 2 Grad an der Haltestelle neben einem Plakat mit halb nackten, glatt rasierten Bikinimodel am kubanischen Strand, welches für Urlaub wirbt, währen der Urlaub auch dieses Jahr ausfällt, weil iss nicht. Luxusprobleme?

Ich erwischte mich dabei über ein nicht retuschiertes Pörchen auf einem Plakat, laut auszurufen: „Ha, die ist gar nicht perfekt! Sexismus!“ – „Metoo…“, sagte der 16 Jährige neben mir und kann seinen Blick nicht von den karibischen Bergen abwenden. Wenn der wüsste das diese jungen Berge vermutlich teurer waren… als die Reise.
Ende vom Lied.

Damals war ich in narzisstischer Beziehungsstruktur gefangen.
In einer narzisstischen Beziehung ist es, als ob man (also zumindest mir erging es so) seine ganze Weiblichkeit in ein schwarzes Loch wirft, bis sie nicht mehr da ist. Zumindest fühlte es sich so an. Und Zunehmender bekommt man einen sehr (unreflektierten) aber sachlichen Blick darauf, wie andere Frauen die Männer schwachmachen und diese zu hirnsaugenden Schwänzen an Haltestellen mutierten. Ein Teufelskreis, den ich hier schon mal beschrieb.

Dabei übersah ich, sich von anderen Frauen zu trennen ist Widerspruch zur Weiblichkeit per se. Man trennt sich ja von sich selbst und das ging mir eindeutig zu weit, sodass ich mich eben auf die Suche nach den Gegengiften begab.

Ein Kleines Gedankenexperiment.

Lass die folgenden Wörter auf Dich wirken!

Mutter Erde, Leben, Heilung, Kreativität,
Kunst/Ausdruck , Liebe, Gefühlswelt,
Offenheit, Mond, das Sorgende/Beschützende,
Harmonie, Sexualität, Innensicht, Mitgefühl,
Vergebung, Erneuerung, Achtsamkeit, Pflege.
Wildnis, Sanftheit, Verantwortung, Bauchgefühl.

Was spricht davon Deine Weiblichkeit an? Was lehnst Du innerlich ab? Wie viel steckt davon in Dir? Such Dir drei oder mehr Begriffe aus, die für Deine Weiblichkeit stehen. Lebst Du das aus? Für Dich oder Andere? Welche Intension steckt dahinter? Gibst Du Dir Raum und Zeit dafür mit allen Sinnen das Weibliche zu genießen?

Wir Frauen dieser Welt haben die natürliche Möglichkeit, weniger wie Männer durch Flucht oder Kampf und Aggression die Welt zu betrachten. Einander nicht zu verurteilen oder durch Abgrenzung und mittelalterlich anmutende Zotenlieder über das Weib, uns diktieren zu lassen oder uns selbst zu entmystifizieren oder in Rollenbilder zu zwängen.

Haben wir nicht genügend mit uns selbst zu kämpfen? Wie oft soll die Weiblichkeit noch Stigmata sein?
Wie hörte ich kürzlich nebenbei? 80 % der Mütter fühlen sich nach einer Geburt traumatisiert?
Und wie traumatisiert werden Frauen, die in dieser Gesellschaft keine Kinder bekommen können, oder wollen?
Wie traumatisierend sind die unterschiedlich bis nicht vorhandene Frauenrechte auf diesem Planeten? Wie wirkt sich unserer Vorstellung von der Weiblichkeit aus?

Die Frage, was Frau sein und Weiblichkeit bedeutet?

Genau darüber sollten wir reden, handeln und demütig akzeptieren das vieles in der Hand der Männer einseitig, unlogisch ausgelegt wurde. Unser Reize und die ‚Hysterie der wandelnden Gebärmutter‘, werden wir nicht so schnell los #DankeFreud, dabei ist unser Bauchgefühl oft das, was uns noch bleibt.

Für mich bedeutet es, dass ich mir selbst gestatte, Frau zu sein, meine Sinne verwöhne, meinen Gefühlen Raum gebe und selbst verletzlich bin wie alle anderen auch und den vielen verschiedenen Spielarten der Weiblichkeit, der Anderen mehr Gemeinsamkeiten abgewinnen. Wir müssen nicht alle Freundinnen im realen Leben werden, aber im Geiste sind wir angewiesen uns liebevoll zu begegnen, uns liebevoll zu hinterfragen, mit Nachsicht für jene, die noch suchen.

Buchtipp aus der Reihe:

Es gibt viele Frauenbewegungen und wer einmal den Kreis heilender Frauen genossen hat, weiß deren Wert zu schätzen. Zu solchen Kreisen rufen die Autoren Gillian Anderson und Jennifer Nadel in ihrem Manifest für Frauen, die mehr vom Leben wollen auf.

Wir von Gillian Anderson

Beide Frauen stammen aus der Medienbranche und bereichern mit eigenen sehr persönlichen Einträgen, Anleitungen, Denkanstößen Bewusstwertungsprozesse. Ein systemisch psychologischer Ratgeber, verständlich und motivierend sowie ein praktisches Arbeitsbuch.

Ob Neueinsteiger oder Profi die Wiederholung essenzieller Gedanken fördert das Verinnerlichen und Überprüfen. Hier nichts Neues zu entdecken, da müsste man ja beide Autorinnen persönlich sehr gut kennen.

Gillian Anderson scheint sich mit diesem Buch nach ‚Akte X‘ und ‚The Fall‘, ein Stück ihrer Rollen übernommen und sie mit emotionaler Tiefe zu füllen. Ab Mitte des Buches musste ich gar nicht mehr schauen, wann Jennifer Nadel oder Anderson schreibt, denn beide Frauen lassen einen individuellen Eindruck entstehen, man ist doppelt beraten.

Leider ist an dem Titel nicht zu erkennen, dass es ebenso ein Buch für Männer ist, die Frauen besser verstehen wollen.

Das Wir Manifest gliedert sich in 9 weibliche Prinzipien, die diese Welt verändern können. Unsere Welt.

Aus dem Englischen von Diane von Weltzien
Originaltitel: WE. A Manifesto for Modern Women
Originalverlag: Thorsons / HarperCollins

ISBN: 978-3-7787-9265-0
Erschienen: 06.03.2017 Integral Verlag
zur Verlagsgruppe Random House FSC

Die Autorinnen weisen darauf hin, dieses Buch nicht zu lesen, falls man noch toxisch abhängig ist von Etwas oder einer Person.

Ich proste Euch mit Kaffee zu und sag: Hör einfach auf Dein Bauchgefühl!

Mein Frauenhass hat sich mit der Arbeit an meiner Selbstliebe und dem Erkennen des Bildes gelegt. Mir fällt auf, wie viele sich überhaupt keine Vorstellung machen, über ihre eigene Vorstellung oder das Erleben ihrer Weiblichkeit und weiblichen Anteile. Wie unterschiedlich das ist und wie wichtig, in jedem Alter des Erwachsenseins und Werdens. Vielleicht ist die Freiheit noch nicht greifbar, haben wir schlechte Erfahrungen gesammelt oder uns mit dem Rollenbild der Mutter noch nicht ausgetöchtert oder söhnt? Vielleicht werden wir, zu selten daran erinnert?!

Die Schutzgärtnerin
Spirit/Coach
Manja Kendler
März 2018

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2 Gedanken zu “WIR Frauen – über die weibliche Wesensart, ich öffne eine persönliche X Akte!

  1. Hierzu einen guten Kommentar von einer Frau zum Genderwahn, gepostet von einem Mann:

    So wie Deutschland sich selbst abschafft, schaffen die Frauen sich auch selbst ab. Als Frau appelliere ich an die Frauen: hört auf Euch als Opfer darzustellen. Seid wieder Frauen. Wir haben doch ganz andere, viel interessantere und attraktivere Waffen als das langweilige „Me too“. Und an die Männer: helft den Frauen. Seid wieder Männer. Ihr habt doch viel mehr, viele interessante Dinge zu bieten als langweilige Angepasstheit oder Pornos. Nie wart Ihr wertvoller als heute. Nein, das ist kein Witz. Wir brauchen Eure Stärke, gerade jetzt bitter nötig. Weniger Langeweile, weniger Pornografie, dafür mehr Liebe, mehr Erotik. Erobern wir uns das wieder zurück. Gemeinsam

    Grüßle Lenny

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  2. Nachtrag zum Frauentag:

    Behandelt die Frauen…

    Behandelt die Frauen mit Nachsicht!

    Aus krummer Rippe ward sie erschaffen,

    Gott konnte sie nicht ganz grade machen.

    Willst du sie biegen, sie bricht;

    Läßt du sie ruhig, sie wird noch krümmer;

    Du guter Adam, was ist denn schlimmer?

    Behandelt die Frauen mit Nachsicht!

    Es ist nicht gut, daß euch eine Rippe bricht

    J.W. v Goethe

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