Wenn ich auf toxische Menschen treffe, dann …

Warum man toxisch sagt, ist schnell erklärt, weil es biochemische Reaktionen mit sich bringt, die weit über Schmetterlinge im Bauch reichen. Regelrechte Vergiftungserscheinungen verursacht durch Erinnerungen, Erfahrungen und eben auch das Schmerzzentrum im Hirn, welches sehr nahe am Lustzentrum liegt doch eher Lähmung, Aggression, Fluchtverhalten und in erster Linie Angst erzeugt. Angst macht sich im Bauchgefühl bemerkbar. Unverdaute Gefühle zeigen sich im Schmerz. Ablehnung erzeugt Aktivität im neuronalen Schmerzzentrum, und wenn es da schon eine Verschaltung zum Lustzentrum gibt, wird es toxisch. Doch was ist, wenn unser Körper auch ein Ratgeber ist, der uns praktisch versucht zu warnen?

Trifft man auf Manipulatoren, unauthentische und vereinnahmende Wölfe im Schafspelz und hat schon Erfahrungen damit gesammelt, aber reagiert nicht auf den leisen inneren Flucht-Kampfmodusdialog, sondern weiter auf die Person, schlägt es deutlicher Alarm oder haut uns um.

Das kann zwei Dinge zur Folge haben.
Wir reagieren irgendwann pauschal durch klassische Konditionierung, wie die Raupe in diesem Kurzfilm.

Oder wir reagieren völlig begründet und dann lässt sich jenes entweder dankend als Hinweis annehmen und eine Reaktion wäre sich zu schützen oder man neigt dazu es zu überhören, die eigenen Grenzen nicht wahrzunehmen und dann kommt der körperliche Schmerz, wieder und wieder und wieder.

Meredith Miller von Inner Integration, inspirierte mich dazu in der jüngst gegründeten Gruppe: Schutzgärtnern 3.0 nachzufragen, welche körperlichen Symptome jeder für sich, in und nach Gegenwart von toxischen Personen spürt. Jede Antwort ist sehr individuell und oft auch ein weiterer Hinweis. Jeder von uns hat einen emotionalen Schmerzkörper und da speichern sich Erfahrungen, Erlebnisse, Traumata wie eine Landkarte. Individuell wie ein Fingerabdruck. Dann wären da noch die genetischen Muster und vererbte Erinnerungen, die Neurologen für sehr bedeutend erachten, da ja auch unser genetischer Stil mit bestimmt, wie wir sind.

Angst erzeugt Stress und andersherum und dann reagiert unser Unterbewusstsein

Die Amygdala ist der Ausgangspunkt der Angst, die uns trennt von dem Teil im Gehirn, welches wertet und überlegte Entscheidungen trifft. Der eine verfällt in impulsives Verhalten, der andere in Starre. Zur Erinnerung:

„Es gibt positive und negative Ängste. Positiv ist, zum Beispiel, die Angst vor Veränderung, die Angst die uns Schwächen oder Bequemlichkeit aufzeigt und unsere ureigenen Grenzen, wie die Höhenangst.
Diese sagt uns innerlich ganz eindeutig: bis hier hin und nicht weiter. Eine weitere Angst ist die vor dem Unbekannten ähnlich wie bei der Veränderung beschützt sie uns vor falschen Entscheidungen. Wir können sie überwinden oder akzeptieren.
Negativ ist die Angst, die uns Grenzen vorgibt, die uns am Weiterkommen hindern und Leid erzeugen. Existenzangst, Versagensangst, Verlustangst.“
aus Dein Garten – Deine Grenzen Der Schutzgarten

Damals als es noch um Säbelzahntiger und giftige Kräuter ging statt um Narzisst oder Narzisstin, waren zwei Entscheidungen wichtig, Flucht oder Kampf. Um das zu erlernen … war ungeheuer viel Adrenalin pumpen wichtig, um mutig, angriffslustig oder fluchtbereit zu werden. Wir haben uns auch da bereits den Magen verdorben, Wunden zu gezogen, ausgeharrt oder mussten sehr schnell sein, möglichst ohne Ballast.

Wenn uns das nicht gelang, hatten wir schwere Last zu tragen oder sind verreckt. Und all die Erfahrungen stecken in unseren Genen und fließen auch in unseren emotionalen Schmerzkörper ein. Und der warnt uns in Gegenwart toxischer Strukturen, da wo er uns gerade treffen kann. Er klopft leise an und bittet um ein Gespräch unter dem inneren Auge! Das zu überhören macht uns unklar, verunsichert, manipulierbar, unaufmerksam, unkonzentriert, müde und kraftlos bis hin zur totalen Starre.

Dies ist eine Einladung an Dich, genauer auf diese inneren Dialog Deines Schmerzkörpers zu lauschen. Notier Dir, wenn Du magst… Deine Symptome, die Du verspürst in der Nähe unangenehmer Menschen, bevor Du weiterliest.

Beispiele leichter Anzeichen

Das Verspannen im Nackenbereich
Die Haltung bewahren, erhobenen Hauptes.
Was macht mich klein?
Was fällt mir schwer, im Kopf aufrechtzuerhalten?

Verspannte Schulterpartien
Hier tragen wir die Last, den Weltschmerz, die Verantwortung uns selbst gegenüber.
Wo wird mir zu viel aufgeladen?
Für wen oder was möchte ich zu viel Verantwortung auf mich nehmen?

Herzstechen, leichtes Rasen
Liebeskummer, Desillusion, Alleinsein, Scham, unterdrückte Gefühle, Enttäuschungen all das geht auf diesen Muskel, was ihm seiner symbolischen Bedeutung alle Ehre macht.
Was geht mir ans Herz?
Was liegt auf oder an meinem Herzen.
Wer wohnt in meinem Herzen? Wer will da wohnen und warum?
Was braucht mein Herz?

Ein schnellerer Atem/Enge im Brustkorb
Besonders in den Brustkorb versetzt. Das ist Angst und Amygdala-Terror. Gerade Beziehungsangst, Verlustangst, Kontrollverlust macht sich hier breit und fördert das Panikgefühl.
Was nimmt mir gerade die Luft?
Noch wichtiger, denke ich, ist hier direkt entgegenzuwirken.
SOS TIPP: Hand auf den Bauch und 3-mal tief und ruhig in die Hand rein atmen, jedoch erst zählen, wenn sie sich eindeutig durch das Ein- und Ausatmen vor und zurückbewegt.

Die Enge im Hals
Vertrauen, die Gefühle über die nicht gesprochen werden, das unbehütet sein.
Wo habe ich das Gefühl mich gerade nicht ausdrücken zu dürfen?
Was sage ich nicht?
Wo versorge ich mich nicht selbst?
Frage ich nicht nach Hilfe?
Verbiete ich mir oder andere die Stimme?

Ein flaues Gefühl im Bauch
Da sitzt die Erinnerung an Familie, unsere Kindheit, die Bedrängung unseres persönlichen Freiraumes, alles Unrecht was uns getan und Recht was uns genommen, aber auch Belästigungen, Missbrauch und sexuelle Probleme.
Was triggert mich?
An was erinnert mich das?
Vor was habe ich Angst?

spontanes Jucken und Probleme mit der Haut
Das größte Sinnesorgan was wir besitzen unser physische durchlässige Grenze.
Was lässt mich gerade nicht in meiner Haut wohlfühlen, oder lässt mich aus der Haut fahren?

Diese Anzeichen lassen sich nutzen, um aus dem Nebel hinauszutreten. Und nach ihrer Berechtigung überprüft zu werden. Das bedeutet lebendig und gesund zu sein.

Ich bin dankbar für meine Gesundheit, sie hält mich am Leben!

Das Herzrasen verursacht durch den hohen Blutdruck, Übergeben, Durchfall, Migräne, Zittern, Unterleibsschmerzen, erhöhte Wachsamkeit, Gelenkschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Gewichtsverlustzunahme (Die Seele ist satt und verweigert oder ist hungrig) als Reaktion auf toxische Menschen oder Strukturen, ist akuter Kampfmodus und Überlebensreflex. Anzeichen im Bereich der psychosomatischer Auswirkungen einer (post)traumatischen oder anderweitigen Belastung.

Das geht vorüber mit therapeutischer Begleitung und mit Selbstfürsorge, wie auf diese leichten Symptome zu achten und sich zu schützen, in dem man bei sich bleibt, die Angriffe an den Außengrenzen des eigenen Schutzgartens abprallen lässt, und nicht mehr aufsaugt oder eben denkt: „Hach ’ne giftige Pflanze, da schau … ich probier sie mal weiter, vielleicht lässt die Wirkung dann nach?!“

Wie oft ich den Olaf angebetet habe* in meinem Leben, weiß ich nicht. Ich habe gelernt mich sofort zu hinterfragen, was mich gerade an was erinnert, triggert und mit welchen Gedanken ich mich gerade vergiftet habe. Ob ich gut für mich selbst sorge. Das wirkt wie das-Aua-wegpusten bei Kindern. Medizinische Ursachen sind natürlich auszuschließen, aber auch gerade da wurde mir oft schon Mittelchen, Tests oder OPs verschrieben, die sich später als überflüssig herausstellten. Ich würde dennoch im Akutfall stets einen Mediziner aufsuchen.
Vorher aber erst der Dialog mit meinem Schmerzkörper. Und gerade in Gegenwart von Menschen, die sich im inneren und äußeren Kreis aber auch an der Grenze, meines seelischen Schutzgartens bewegen.

Gute Heilung und Sensoren wünscht Euch.

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
März 2018

*(klingt schöner als: über der Schüssel gehangen)

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