Entschuldigung, das kann ich schlecht vergeben oder verzeihen …

Nein, dies ist kein Rachebeitrag.
Ich beschrieb bereits mehrmals, es geht nicht um Schuld.

Doch um das Thema Schuld oder Scham erst mal zu überwinden, ist es genau das, wohin der Fokus gelenkt ist. Bevor man ausbrechen kann, muss man erkennen, was der Tatbestand ist.

Gerade als spiritueller Coach begegne ich vielen Glaubenssystemen, weniger Wegen.
Diese Systeme richten sich nach unterschiedlichsten Philosophien und haben jedoch, wenn es um Missbrauch geht, oft einen fahlen Beigeschmack.

Ich sehe wie sich Menschen aufgrund ihres Glaubens weiter verdrehen, die andere Wange hinhalten, auf Rechte verzichten, und das sind die harmlosen Varianten.

Es ist so ziemlich jeder schon mal in einer scheinbar ausweglosen Situation gestanden und hat auf ein Wunder gehofft. Das ist Privatsache aber eben oft auch bescheidene Copingstrategie, wenn es an das Eingemachte geht und den Moment, größter Verwundbarkeit.

Opfer des narzisstischen Missbrauchs, besonders jene mit Kindheitsmustern, neigen dazu sich ständig für Alles zu entschuldigen, blind zu vertrauen und zu hoffen.

Viele haben gelernt die Verantwortung  automatisch zu übernehmen, da sie dazu erzogen sind. Egal ob Goldkind oder schwarze Schafe und rebellierenden Exemplare, sie sind automatisiert sich für ihre Bedürfnisse zu entschuldigen und für die, der Anderen gleich mit.

Du kannst das für Dich leicht überprüfen, in dem Du einfach mal darauf achtest, für was und wann Du Dich entschuldigst. Wir sind hier, mitten im Grenzen lernen Thema.

Mit der Bewusstwerdung ist ein erster Schritt getan, gib Dir Zeit an diesen Mustern zu arbeiten.

Wie entschuldigt man sich und wie kann ich verzeihen?

Eine Entschuldigung setzt voraus, dass ein Schuldbekenntnis vorliegt und die Einsicht diesen Umstand nicht zu wiederholen. Sowie eine selbstreflektorische Reue.

Bisweilen bereits hier ein Thema, was sich mit narzisstischen Verhaltensweisen kaum ehrlich vereinbaren lässt, von beiden Seiten betrachtet.

Um zu entschuldigen, bedarf es aus meiner Sicht mehrerer Schritte.

1. Die Bitte, sich entschuldigen zu dürfen und Gehör.
2. Die Erklärung darüber was schief gelaufen ist.
3. Die Übernahme der Verantwortung dafür.
4. Die aufrichtige Reue.
5. Ein Angebot zur Wiedergutmachung.
6. Die Bitte darum, diese Entschuldigung anzunehmen.

Auch narzisstische Menschen können sich entschuldigen, sie spielen, was gebraucht ist.
Die Ernsthaftigkeit und Änderungsprozesse lassen sich hier nicht finden.

Wer geistig sich bereit fühlt, alles und jedem insbesondere seiner Täter gegenüber Vergebung zu üben, hat hoffentlich die Wut, Scham und andere Phasen intensiv durchlebt und auch sonst ein recht individualisiertes geheiltes Leben. In der Soziologie weiß man, ohne Feindbilder, kommt Mensch kaum aus. Betroffenen, radikale Vergebung ans Herz zu legen, ist wie ihnen zu erklären: „was du gerade versuchst zu verstehen, ist gar nicht so schlimm, mach einfach weiter wie immer.“
Wenn für Betroffene noch eine jahrelange Konsequenz entstanden ist … ist Vergebung, womöglich ein retraumatisierender Tipp.

Mein Fazit

Klar ist es mir möglich, von einer weiteren Perspektive aus, die Opfer in den Tätern zu sehen und im Spiel des Lebens Vergebung zu finden, jedoch ist Realität damit, schwer verdaulich. Ein blaues Auge oder eine zerfleischte Seele mit „ich verzeih“ Dir zu heilen, halte ich für: weiteren Missbrauch. Hier geht es eher darum die Realität anzunehmen und es nicht persönlich zu nehmen und das hat etwas mit Verarbeitung, Verständnis, Abstand und Information zu tun.

Genau das Verleugnen der Tat, macht den seelischen Missbrauch erst salonfähig. Einen Psychopathen zu entschuldigen, ist russisches Roulette nach Ansage. Ein Soziopath soziale Verantwortung aufzuzwingen fast schon Gaslightning und bei narzisstischen Störungen ist die Entschuldigung die Einladung oder der Fuß in der Tür und ein Katalysator für ein ausgereiftes Stockholmsyndrom.

Aus meiner Sicht geht’s über die Vergebung zu sich selbst. Warum man geblieben ist zum Beispiel.
Und das, ist ein Weg für sich, individuell und im eigenen Tempo. Dort, wo sich aber Verbitterung, Groll und Missgunst breitmachen, ist Abhilfe gefordert, sich in sofern Unterstützung zu holen, da tiefer in die Materie zu gehen und sich mit dem Warums und welche Auswirkungen das wiederum auf eure Zukunft hat, auseinanderzusetzen.

Baddaboombaddabing!

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler

Oktober 2018

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