7 Wahrheiten über Depression

Ein Themenfeld breiter als es in einem Beitrag zu beleuchten wäre. Es ranken sich die Irrtümer und Klischees. Für diesen Beitrag habe ich 7 meiner Schutzgärtnerwahrheiten ausgewählt, um einen Minieinblick in dieses Thema zu geben. Im besten Falle zu inspirieren, offener mit der Problematik umzugehen und zu verstehen. Depressionen haben narzisstische Züge und es gibt Narzissten mit Depressionen. Wo die Unterschiede liegen und Anregungen in den folgenden Zeilen.

1. Die vielfältigen Arten und Hintergründe der Depression

Depressionen sind nicht unbedingt sichtbar. Im Gegenteil, sie geschehen im Stillen. Schweigend. Wie anfällig Mensch für Depressionen ist, ist genetisch geprägt und von Erfahrung, Resilienz, Skills sowie unserer Umgebung beeinflusst.

Depression kann durch unverarbeitetes Trauma, die Jagd nach Glück, unterdrückte Bedürfnisse, Einsamkeit, Städte, Schicksalsschläge, Überarbeitung, Mobbing, Folter, Stoffwechselerkrankung, Drogenmissbrauch, ungünstige Ernährung, nach einer Geburt, bei Mangelerscheinungen, Nebenwirkungen von Medikamenten und jede Menge Krankheiten sowie Störungen und Missbrauch ausgelöst werden.
Oft spielen mehrere Faktoren ineinander.

Es ist zu unterscheiden, ob es sich um eine depressive Verstimmung, depressive Episode, manische Episode, eine leichte mittelschwere oder schwere depressive Phase handelt und wo sich die Ursachen verstecken.

Eine ganzheitliche Untersuchung ist nötig, um entsprechend zu wirken.
Von „ich bekomme nur noch die Arbeit hin“ bis zum Abschied aus dem Leben liegen unendlich viele Formen der Depression. Von heilbar bis unheilbar. Es gibt sie Unipolar … immer wiederkehrende Episoden der Niedergeschlagenheit und Antriebsschwäche und bipolare Depression die sich in Tiefs und Hochs (Manie) zeigen. In allen Fällen ist die Wirkung aufs Gehirn und den Körper mit Stress zu vergleichen, erhöht den Cortisolwert und zeigt sich früher oder später in den Nebennieren.

2. Ernst nehmen, nicht abtun.

Dies ist essenziell für Betroffene, Angehörige und unsere Gesellschaft.
So unterschiedlich Menschen sind, sind es die Gesichter, der Depression.
Wir brauchen Raum und Zeit uns diesem Thema zu öffnen und Wege zu finden.
Ich habe mich sehr über die, von Schülern in Bayern, eingereichte Petition gefreut,
in der sie Schulunterricht zum Thema Depression und psychische Erkrankungen fordern.

In vielen Fällen, stecken unbesprochene Gefühle, Ängste und verdeckte Bedürfnisse hinter Depressionen.
Viele Menschen erkennen ihre Depression nicht und es ist sehr schwer, jene an Anderen zu erkennen. Doch dank Internet und Informationszugänglichkeit, wird auch das nur noch zur kleinen Herausforderung. Okay, für jemand der akut depressiv ist, ist auch dieser Test mehr als eine Lebensherausforderung.

3. Und bitte keinen DRUCK!

Depressive Menschen befinden sich in einem Loch, in dem Betroffene oft aufgefordert werden, den Ausgang zu suchen. Ich denke der erste Schritt, ist dieses Loch anzunehmen als das, was es ist.

Die pathologische Depression macht antriebslos, teils aggressiv, gleichgültig und trübt das Bunte im Leben nach und nach aus. Der Mensch dahinter kann nicht mehr durchdringen und jeglicher Vorwurf in diese Richtung ist pures schwarzes Gift. Tatsächlich sehen depressive mehr Grautöne, als Unbetroffene. Nicht jeder, der Depression diagnostiziert bekommt, ist automatisch suizidgefährdet oder verhält sich nach den typischen Klischees.
Allein der Umstand bei Lieblingsaktivitäten keine Freude mehr zu spüren und die soziale einhergehende Einsamkeit, ist für Betroffene eine weitere Belastung, die sie oft niemand zumuten wollen. Bleiben gewünschte Erfolge aus, steigt der Druck.

Eine Depression ist fern von 100 % für irgendetwas in der Akutphase. In einer manischen Phase kann sich dies schlagartig ändern.

In depressiven Episoden lässt jeglicher Druck die Blase platzen und sich dicker aufbauen. Im besten Falle kann man viele kleine Prozent geben, im Haushalt, im Job, in der Beziehung, in die Zukunft und Vergangenheit. Manchmal reichen die jedoch nur aus, um die Augen aufzumachen.
Neben Medikamenten, falls nötig, ist eine angepasste Strukturierung, ein unterstützendes Umfeld, Bewegung und Therapie/Reha sowie Raum und Zeit notwendig, um sich den Fängen einer Depression zu entziehen.
Nicht jede Depression, ist heilbar und nicht jede Depression sollte mit Pharmaka behandelt werden. Antidepressiva sollten in engmaschiger ärztlicher Begleitung eingestellt werden.

4. Die Farbe Gelb

Etwas was frei wählbar ist Nahrung und Sonnenlicht.
Obst und Gemüse, Säfte sowie Tees in der Farbe sind wahre Stimmungsbooster. Frisches Kurkuma sollte im Speiseplan integriert werden oder mindestens goldene Milch oder Kurkumalimonade.
Doch auch Gelb als Farbe ist ratsam. Eine gelbe Tagesdecke oder Wand hilft, zur Mitte zu finden.
Ein wichtiger Faktor für unseren Hormonhaushalt und Glücksstand ist Vitamin D. Also Tageslicht. Eine Tageslichtlampe (ab 10000 Lux) kann hier unterstützend wirken.

5. Narzissmus und Depression

Während verdeckte Narzissten oft eine spürbare, erfahrbare Depression erleben, geht es Grandiosen, solange ihre Zufuhr passt, sehr gut.

Es ist einfach kein Platz für Gefühlsduselei. Gefahr erkannt wird sie verbannt. Auch ein Grund, warum hochsensitive Menschen eher seltener bei grandiosen Narzissten landen.
Kommen die grandiosen Narzissten in Lebensumstände, die ihnen die Zufuhr entziehen, steigt das Potenzial zur narzisstischen Krise.
Wie hier beschrieben, verläuft die Therapie über die Diagnose Depression. Mit 3 Therapiestunden sollte auch diese Phase durchstanden sein. Direkt nach dem Aufstehen ist die Welt sch…ße und was anfangs verletzte innere Kinder oder gerade übel Verlassene, entwickelt sich zum Abgrund.
Hier zeigt sichmehr Charakter der Persönlichkeitsstörung und es steckt nicht, wie sooft von Partnern und Kindern erhofft, irgendwo ein völlig anderer, liebevoller Mensch dahinter.

Verdeckte Narzissten lassen ihre Partner ihre Depression spüren und sehen. Ob durch Opferhaltung, Pessimismus, Zynismus oder passive Aggression. Das gibt ihnen Treibstoff und kann sich mit dem Gang aus der Haustür schlagartig ändern im Gegensatz zur allgemeinen Depression.

6. Depression in narzisstischer Beziehung

Empathen kommen nicht umhin diese Leere zu spüren. Im schlimmsten Fall übernehmen sie sie unhinterfragt und fallen selbst in dieser Spirale. Hier ist es notwendig, Abstand zu bekommen, und die Spirale auf den Kopf zu drehen gedanklich.
Dieser Aspekt der Trauer, innerhalb der Beziehung, ist ein Riesenthema und kommt in meinem Beitrag über Trauer etwas zu kurz. Es betrifft auch die, die getrennt werden. Ich nenne es ohne Entscheidung (zu gehen) „ernsthafte“ Depression und das ist eine Folge des Missbrauchs und die kommt schleichend. Auch ich habe getrauert, um die Beziehung, während der Verbindung. Bin deswegen in die Therapie. Dachte, ich muss stark bleiben/werden und die Beziehung retten.
Beides, trennen und getrennt werden, ist am Ende mit einer Entscheidung in sich selbst verbunden. Sich selbst davon zu trennen und die Trauer darüber kennt 520 Gesichter. Missbrauch kommt häufig mit einer Dysthymie Diagnose zusammen, ich nenne es bei narzisstischem Missbrauch, das narzisstische Missbrauch Syndrom, andere Benennen es als posttraumatische Belastungsstörung. Die Auswirkungen sind spürbar, daher ist Therapie in meinen Augen das A und O.
Die Freude, die einen erwartet, unzählbar.

7. Allein im Klub

Die Ironie an Depression ist, betroffene Menschen fühlen sich ausgegrenzt und allein, dabei sind so viele in dieser Welt gefühlt gefangen. Ein großes Problem ist das Schweigen.
Die Depression sucht sich Wege. So kann man körperlich schwer erkranken, doch das verdeckt in den meisten Fällen nur die seelischen Schmerzen.
In der Regel wollen depressive Menschen an ihrer Belastungsschwierigkeit arbeiten, konträr zur Antriebsschwäche. Das zeigt auch eine Studie der häufigsten gegoogelten Krankheiten, in der es Depression auf Platz 8. schafft.

Es ist eine Aufgabe, für Fachärzte herauszufinden, was die Ursachen und mögliche Therapieansätze sind. Den Schritt gehen, können Betroffene nur selbst, sowohl die Erkrankten und auch die Angehörigen, die automatisch co-traumatisiert werden. Das trifft ebenso für Kinder zu, denen derartige selbstreflektorischen Prozesse noch nicht unbedingt offenstehen, hier ist Anleitung und offener Umgang wichtig.

Es ist wie es ist.
Finde Präsenz im Moment zu sein, ob mit Augen zu oder offen. Achtsamkeit.
„Es ist kein Anzeichen von seelischer Gesundheit sich an eine zutiefst gestörte Gesellschaft anpassen zu können.“
Jiddu Krishnamurti
Der Systemfehler? Der Glaubenssatz: Mensch müsste so oder so funktionieren.
Die Seele ist vielfältig und tief, wenn Du auf dem Weg zu Deiner, in einem dunklen Loch landest, ist es vielleicht nur Teil der Transformation deine Flügel wachsen zu lassen, Kräfte regenerieren, ausatmen, durchschnaufen oder alte Traumaketten, die noch an Dir hängen.

Jetzt gerade ist unter Umständen auch alles gut, wie es ist und wenn nicht, ist es Zeit, zumindest darüber zu sprechen. Du bist nicht allein! Finde Menschen, die es schaffen, wertfrei, Deinen Gedanken und Gefühlen zu zuhören. Die mit Dir (weniger für Dich) Lösungen finden wollen. Was sind Deine Wahrheiten über Depression?

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
März 2019

Weitere Hinweise und Beiträge:
Über Gefühle reden
Trauer
Suzidalität und Narzissmus
posttraumatische Belastungsstörung
Überlebensmodus – es ist okay nicht okay zu sein

Seelsorgetelefon
Selbsthilfe für Betroffene
Selbsthilfe für Angehörige
https://www.depressionsliga.de/

 

Ein Kommentar zu „7 Wahrheiten über Depression

  1. Ich interpretiere Depression als “Stillen Schrei“ an die Gesellschaft, ähnlich dem Bild von Edvard Munch.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schrei
    Im Gegensatz zu Babys die laut schreien, wenn ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden, leiden die Erwachsenen im stillen und kompensieren ihre unerfüllten Bedürfnisse oftmals im künstlerischen Bereich.
    Sie sind damit eine Bereicherung für die Gesellschaft, obwohl, wenn man der Darwinschen Theorie folgt, nach der nur die am besten Angepassten überleben, es sie gar nicht mehr geben dürfte. Aber wie bei den Zugvögeln, in deren Population es immer Individuen gibt, die in die falsche Richtung fliegen, und sich so unbewusst neuen Lebensraum erschließen, scheint auch die Depression von der Natur gewollt zu sein.
    Der Mensch soll immer und immer wieder nach neuen Wegen suchen, was dann auch für die angepassten Systemlinge Vorteile bringt. Vielleicht sollte man die Depressiven nicht als Kranke betrachten, sondern als Seismographen, welche auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufmerksam machen.

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