Das Gegenteil von Angst ist Liebe

Wie sie sich zeigt, warum sie einen nützlichen Charakter hat, ihre ursprüngliche Funktion oft mit einem negativen Image überschwemmt wird … und me(e)hr … in diesem Beitrag.

Bauchgefühl oder Angst …?

Bauchgefühl ist leise, ist mehr so hm, eine Eingebung ohne Erregungen. Gern überhören wir dies oder verwechseln es mit einem viel deutlicherem Signalgefühl: Angst.
Angst ist ein starkes Gefühl, es ist lebenswichtig und überlebenswichtig, sie zu regulieren und ernst zu nehmen.

Angst ist: Schwitzige Hände, laute, leise, drückende, schnelle, wirre Gedanken- was wäre, wenn? Fragen, Bauchschmerz, Übelkeit, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit, Albträume, Panikanfälle, verspannte Muskeln, Hypersensibilität, Appetitlosigkeit, Wut, Isolation und Aufgeben statt Ausprobieren.
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Es gibt Angst, die uns warnt sowie schützt und die, die uns aufhält, lähmt und riskant wird.

Ein Blick auf die Angst verrät sehr viel, über unsere Schwächen doch auch die Stärken.
Sie erklärt sich selbst, wenn wir, bevor wir uns weg oder in die Angst bewegen, unsere Angst erkennen und verstehen.
Wasser ist ein wunderbares Element aber auch respekteinflößend.

Ich saß einmal allein am Atlantik und konnte diese überwältigende Stärke und Kraft der Wellen und Wassermassen kaum ertragen. Sie machten mir Angst, Urangst. Schwimmen gehen, ein No-Go! Sitz ich allerdings bei warmen Temperaturen an einem Strand mit kleinen Schwappwellen, entspanne ich mich regelrecht und will ins kühle Nass.

Die eine oder andere Perspektive verrät mir noch nicht alle Gefahren, Theorie ist hier nicht unbedingt Praxis. Die Wahrheit liegt also irgendwo zwischen den Extremen. Außerhalb meiner Komfortzone und manchmal auch in ihr.

Angst ist nicht nur „negativ“.
Sie ist Erfahrungswert, eventuell Traumafolge und ein Hinweis auf gewünschte Veränderung. Sie kann ein Indikator für fehlende Sicherheit, fehlende Grenzen, vor allem unterdrückte (Bauch)Gefühle und versteckte Bedürfnisse sein.

Ohne Ängste hätten wir Menschen nicht überlebt und gleichzeitig, hat sie uns in Flucht und Kämpfe getrieben. Kampf oder Flucht, das ist hier die Frage. Viele Erstarren oder passen sich an.

Eine der traurigsten Wahrheiten
zu toxischen Beziehungen:
Je länger Du bleibst, desto härter wird es zu gehen.

Der Hoax der Sicherheit und die Angst vor Entscheidungen

Das Gegenteil von Angst ist Liebe. Und wenn wir angst vor Entscheidungen haben, liegt diese im Vorstellungsbereich. Wäre es nicht einfacher Entscheidungen in Liebe (zu sich) zu treffen?
Je mehr wir uns von unseren Emotionen und Gefühlen wegbewegen oder hadern, desto schwieriger wird es sich zu ent-scheiden und zusammenzuführen.

Wir wüssten nicht, was Liebe ist, ohne unsere Ängste zu kennen.
Menschen meiden die Vielfalt der Wahrheit, wenn sie sich von der Furcht beherrschen lassen.
Daher ignoriert manch einer lieber die Redflags/Warnzeichen, als sich der Angst zu stellen.
Angst ist Bewusstsein. Praktisch geht die Angst unserem Bewusstsein voraus. Angst warnt uns und dafür nutzt sie auch das Bauchgefühl. Sie will angeschaut werden. Ignorieren wir sie … nähren wir sie.

„Die Sicherheit ist flüchtig. Erkenne die Weisheit, der Unsicherheit/des Chaos.“
Deepak Chopra

Die Angst davor (sich zu verlieben, neu anzufangen, Konsequenzen, Ablehnungen, wieder auf Narzissten zu treffen) ist eine Folge der Erfahrung und eine Einladung sich aus der Vergangenheit in ein Jetzt zu begeben. Durchaus gibt es Menschen die sich bewusst, wohlüberlegt nicht mehr auf Beziehung einlassen, doch weil sie wissen, dass es sie so nicht glücklich macht, nicht aus der Angst heraus wieder verletzt zu werden.

Zukunftsangst

Überlebenskompensation nimmt zu in unserer Gesellschaft, das Trauma bestimmt.
Dort ist Nährboden der lähmenden und destruktiver Angst.
Existenzangst speist sich aus Urängsten.
Sie findet ihr Feld immer dann, wenn wir selbst nicht mehr Gestalter sind. Dann ist die Angst ein tobender, einschüchternder Ozean. Frage würdest Du da allein schwimmen oder segeln gehen? Ohne Sicherheiten? Nicht wenn Du nicht müsstest, oder? Und wenn dann ist es der beste Weg zu erkennen, dass Sicherheit ein Hoax ist. Die Angst vor dem Unbekannten, mag manch einem den Atlantik in den Adern rauschen lassen und die Füße binden doch es ist eher die Komfortzone, die uns einlullt und eben fehlende Sicherheiten und akute Sicherheitslücken entstehen lässt. Hinter einem ruhigen Strand kann sich ebenso, die eine oder andere maritime Gefahr verbergen (Lebewesen/Strömungen) und wie viele Menschen baden jährlich trotzdem? Die Angst vorm (Er)Leben ist eine Blase, die platzen darf und muss, andernfalls werden ihre fiktiven Geschichten zur Realität und einzigen Lernerfahrung.

Angst vor den Eltern/Partnern/Kindern/Lehrern/Chefs/Kollegen und Nachbarn

Hier fehlt es schlichtweg an gesunden Grenzen und sie macht uns „manipulierbar“.
Kinder sind diesem Dilemma „noch“ hilflos ausgesetzt, als Erwachsener ist es unserer Aufgabe ein schützendes Lebensumfeld – einen Schutzgarten – zu erschaffen und manche von uns, lernen es mühsam, diese Verantwortung selbst zu tragen. Hier heißt es eindeutig: Stopp! Bis hier hin und nicht weiter. Dein Garten-Deine Grenzen!

Generalisierte Angststörungen-Phobie/Panik/Depressionen/Posttraumatische Belastungsstörung

Ängste sind die häufigste psychologische Erscheinung. Angst ist kulturell verbreitet bei Lebewesen.
Wird diese Angst konditioniert oder über längeren Zeitraum extrem gereizt und unterdrückt, wird die Amygdala überreizt und unsere Angstschaltkreise spielen verrückt. Man kann das sehr gut bei Jugendlichen und Kindern beobachten, die mit den Auswirkungen eines grusligen Films oder Bedrohungen umgehen lernen. Schlafloser Nächte, irrationaler Gedanken, Albträume, erhöhte Schreckhaftigkeit und jede Menge unbegründete Reaktionen.
Bei hochsensitiven Kindern lernen hoffentlich Eltern schnell, diese Trigger möglichst zu meiden oder gut vorzubereiten und auszupendeln. Die Angst regulieren und verstehen lernen, ist essenziell auch bei Störungen der Angst.

Sorgen und Schuldgefühl sind Teil der Angst.

Das Problem ist: Neben der Amygdala ist ein weiterer Bereich im vorderen Gehirn (dorsale, präfrontale Cortex) bei dauerhafter Angst beeinträchtigt. Jener, der für die Regulation verantwortlich ist, das bedeutet: Unsere Reaktionen können wir dann, nicht mehr so gut steuern. Hinzu kommt das Vergessen und Verdrängen.
Diese Abläufe finden ebenso statt, bei Depressionen oder der posttraumatischen Belastungsstörung. Nicht jeder, der traumatische Erlebnisse erlebt, leidet an Posttraumatischen Belastungsstörung.
Lässt man die Dunkelziffer weg, sind es 14 von 100 Menschen und deutlich mehr Frauen. Je mehr man auf dem Gebiet forscht, desto sicherer ist man, das dafür genetische Ursachen verantwortlich sind.
Frühe Traumata in der Kindheit zeigen sich oft erst im Erwachsenenalter, als eine komplexe PTBS, so spricht man mittlerweile in der Neurowissenschaft von epigenetischen Auswirkungen (umweltbedingte organische Veränderungen).

… und dann?

Man kann derzeit mit Medikamenten: Angst auslöschen, überschreiben oder das Gehirn zu anderen Schaltkreisen zwingen.
Die besten Ergebnisse erzielen kognitive Verhaltenstherapien, denn Angst kommt nicht allein. Sie hat eine Geschichte, die gesehen/gehört werden will. Sie speist und nährt sich aus unseren unterdrückten oder unerfüllten Bedürfnissen.
Angst ist ein Kompass, für unserer moralischen Vorstellungen und Entscheidungen.

Dauerhaft keine Angst, haben zum Beispiel Psychopathen.
Das kommt denen sozusagen nicht in den Kopf.

Wenn das nächste Mal jemand sagt„. Das ist nur in deinem Kopf!“ hat er zur Hälfte recht, denn das Gehirn ist durch unser Nervensystem mit dem ganzen Körper verbunden und somit ein individueller Part von uns, unseren Genen, unserer Erfahrung und unserer Umwelt. Ein feines Werkzeug, diese Angst, wenn wir sie nicht ausreizen und konstruktiv für uns nutzen.

Ist sie bei Dir überausgeprägt oder im Schaltkreis gestört? Hol Dir Unterstützung!
Über die „Sicherheit“ stürmender Atlantikstrände lässt sich besser bei Schwappwellen. philosophieren. Ich persönlich achte gern auf rote Flaggen am Strand, die stehen für Badeverbot!

Gedanken dazu? Nutze die Kommentarfunktion!

weiterführend dazu
Depression
die Angst bei Narzissten
Redflags
Scham, Schuld und Wut
PTBS
Die Angst vor dem Allein sein – eine Monstergeschichte
Vertrauen, aber wie?

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
Spirit/Coach/Berater
April 2019

Eine Übersicht meiner
Beratungsmöglichkeiten und Coaching Angebote
findest Du unter:  manjakendler.de

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