Über die narzisstische Mutter(wunde)

Die Kinder einer solchen Mutter bekommen mitunter (nicht alle) sehr viel (Bildung, materielle Werte und Sicherheiten). Es fehlt grundlegend an emotionaler authentischer Bindung und die Wunden dahinter liegen tief sowie versteckt. Der Missbrauch bleibt oft jahrelang verdeckt, die Suche nach Liebe will nicht enden und Vertrauen …  ist für viele Betroffene ein einziges Fragezeichen. Sie schleppen Leere, Blockaden und Flöhe mit sich, rekonstruieren ihre Mutterbeziehung in ihren späteren (Trauma)Bindungen. Meist ist das Bild über Weiblichkeit und Mütterlichkeit getrübt.

Über narzisstische Mütter, die Auswirkungen, Schutzgärtnertipps sowie zwei Buchtipps, die Deine Welt verändern helfen!

„ Als ich mit Kuchen und Blumen vor ihrer Tür stand, wurde mir gesagt, dass ich völlig übertreibe und dieser Tag nicht gefeiert wird. Sie hat sich aufgeregt und meine Vorstellung, ihr eine Freude zu machen war dahin. Das Jahr darauf traute ich mich nicht mal anzurufen. Das war natürlich auch nicht richtig, wie sie mir dann abends am Telefon erklärte. “ Sandra 45 über den Muttertag 2017 und 2018

Nicht richtig sein, nicht genug sein – ist genau das Gefühl. Die Sabotage jeglicher Nähe-Versuche, der eigenen Gefühle und Wahrnehmungen. Der ständige Vergleich und das nach außen hin, sauber getragene Bild der „fürsorgenden“ Mütter und einem „irgendwie nicht richtigen“ Kind.

Allein das Mutterbild für sich, scheint einer Herausforderung gleich.
Die ewige glorifizierten Vorstellung natürlicher Muttergefühle, Bindung und liebevoller Symbiose.

Es sticht, sticht, sticht.

Männer und Frauen sind betroffen von narzisstischen Müttern. Für Frauen ist diese Bindung essenziell bestimmend, es ist das Urvertrauen zur eigenen Geschlechtsidentität, zur Bindungsfähigkeit. Ist jenes getrübt, durch die dysfunktionale Beziehung zur Mutter, fällt das oft nicht mal auf, aber es ist und bleibt ein Holzweg, wenn man ihn nicht bereit ist, sich selbst zu überlassen und zum eigenen Schöpfer zu werden.

Viele Störungen werden unter narzisstischen Mutterbildern verstanden, leider wird hier selten differenziert und allgemein, die emotional nicht erreichbare Mutter oder aggressive Menschen, Zwangsstörungen, Depressive, Borderline oder Alkoholiker in einen Topf geschmissen. Was oft zur Folge hat, dass in der Wahrnehmung, der Missbrauch von Töchtern und Söhnen, der subtilen narzisstische Mutter nie so schlimm war oder ist und wenig Fachwissen basiert, um die Folgen zu erkennen und zu beheben.
Diese Form der seelischen Gewalt über Jahre eingeimpft, beeinflusst jeden Lebensbereich und unerkannt, verbleibt sie als dumpfe Wolke über einem hängen und durchzieht alles mit ihrem Wetter. Job, Beziehungen, Selbstverwirklichung.

Sätze wie: „ Deine Mutter macht das, weil sie dich lieb hat.“ „Du hast doch immer alles gehabt!“ „Das hast Du nur falsch wahrgenommen!“
Sind die Messerstiche in die Wunde, der Maulkorb das Geschehene zu benennen, unabhängig wie sehr man die Auswirkungen erkennt. Ein Überlebensreflex ist Fantasie bis hin zur Glorifizierung der missbräuchlichen Mutter oder gar Angriffe auf den Vater, um die Mutter zu beschützen. Der Drang sich die Liebe doch noch zu verdienen oder um Erlaubnis fragen zu müssen bleibt. Ein stiller Krieg zwischen Glaubensmustern und dem permanenten Gaslight der ersten praktischen Bezugsperson.

Ansonsten bleibt wie immer:
Flucht, Anpassung, Rebellion oder Erstarren.

Bei all meinen Recherchen und Erfahrungen machen sich co-abhängige Partner und erwachsene Kinder zum Mittäter, solange sie die dysfunktionale Beziehung weiterführen – im Täter-Opfer-Kreislauf verbleiben. Die narzisstische Mutter lebt von der „Funktion“ des Kindes. Diese Kinder sind die narzisstische Erweiterung, die Vorstellung der Mutter, wie dieses Leben auszusehen hat, steht über Allem. Ob als Status, zur eigenen Bedürftigkeit, Punchingball, Rivalen oder Bewunderer nutzen diese Kinder als Treibstoff und das impliziert das jegliche unerwünschte, unkontrollierte Bedürftigkeit eines Kindes gleich „kraftraubend“ für deren narzisstische Mütter ist.
Dabei können die unterschiedlichsten Dysfunktionen zutage treten. Irgendwo zwischen verschlingende Kontrolle und Ignoranz.

Das Bettlaken (der Spiegel) im Garten

Was dabei stets geschieht: die Projektion und somit die Identitätsfalle für die Kinder.
Stellen wir uns vor: Ein Bettlaken ist im Garten gespannt. Die Mutter steht auf der einen Seite, das Kind auf der anderen. Das Bettlaken ist die Projektionsfläche.

Jeder besitzt Farbe. Sinnbildlich dürfen Kinder narzisstischer Mütter nur die Farben benutzen, wie es der Mutter passt, sobald sie anfangen, irgendeine Farbe zu benutzen, die der Mutter nicht passt, wird von der anderen Seite eine Farbe durchdringen, die Ihr passt.
Für den Übergang zum Kontaktabbruch rät man dazu, keine Farben mehr zu benutzen und wenn blasse zu verwenden und langweilige Motive.
Du siehst, es ist verständlich, warum dann das Kind (was ja die Aufmerksamkeit der Mutter natürlich sucht), eventuell bereit ist, besonders schön (im Interesse der Mutter) zu malen, um Ruhe zu haben.
Leider reicht diese Energiezufuhr den wenigsten n. Müttern, im Gegenteil sie werden Dir früher oder später, mit der hässlichsten Neonfarbe kommen, die sie finden. Ebenso haben narzisstische Menschen kein Interesse darin dauerhaft ohne Feedback jemand das Leben „schön zu malen“ oder „hässlich“.
Einige der Folgen ist der leere Spiegel, die Selbstsuche, fehlendes Vertrauen, Unsicherheiten, es recht machen wollen, die Bedürfnisse anderer wichtiger zu nehmen als die Eigenen, versteckte Trauer, Schamgefühl zu heilen.

Das Bettlaken zeigt weder die Mutter noch das Kind.

Du fragst Dich gerade: Kann es sein?

Folgende Fragen hätte ich da:

Wird Deine Unabhängigkeit verleugnet und/oder sabotiert?
Deine Privatsphäre nicht toleriert?
Kontrolle und Verweigerungen sind für Dich ein Teil Deiner Erziehung gewesen?
Werden Deine Emotionen werder wahrgenommen noch verstanden?
Werden Gefühle gegen Dich verwendet?
Vergleiche gezogen?
Gestaltet sich Euer Verhältnis zu einem Wettkampf?
Werden Erfahrungen sabotiert?
Du hast Angst so zu werden, wie Deine Mutter?

Entschuldigungen … gibt es nicht?
Versuchst Du es eher Anderen recht zu machen?
Du willst Dich anstrengen, um den Eltern zu gefallen?
Schämst Du Dich an Deiner Heilung zu arbeiten?
Du fühlst Dich nicht gut genug?

Schamgefühl diesen Text zu lesen?

Ja, ja, ja … und dann?

Willkommen auf der anderen Seite! Wir haben auch Kekse!

1. Es ist ihre Wunde. Du wirst Sie nicht heilen können.
2. Du darfst Dir selbst die Mutter sein, die Du brauchst.
3. Lern Deine versteckten Bedürfnisse /Dich selbst kennen.
4. Arbeite mit einem Therapeuten Deine Geschichte auf, der sich mit narzisstischem Missbrauch auskennt.
5. Verstehe, was narzisstische Störungen, krankhafter Narzissmus und Manipulation bedeuten.
6. Setze Grenzen!
7. Lerne Authentizität und bewusst sein.
8. Komme in Kontakt mit dem Weiblichen.
9. Verbinde Dich mit Mutter Natur.
10. Lerne zu trauern.
11. Arbeite für Dich das Thema auf (gleich mehr dazu).

Schutzgärtnern …

Du darfst angemessen und erwachsen reagieren, wenn Du Deine Zeit und Raum einforderst! Du darfst Dich, um Dich kümmern und Dir Auszeiten und Absagen erlauben, gönnen und genießen.

„Stopp – bis hier hin und nicht weiter! „

Das „Stopp – bis hier hin und nicht weiter! „, ist aus meiner Sicht der er-wachsene Schritt. Vielleicht kennst Du die Theorie das „er“ vor Wörtern „mit Gott“ oder gotteseben bedeutet, ich finde das erhaben. Erwachen, erkennen, erstehen, ergeben, erleben.

Erwachsenwerden/sein heißt demzufolge: sich seiner göttlichen Natur bewusst zu werden, gar nicht mal religionsgebunden. Selbst Erschaffer/in zu sein. Die eigene Realität kennen und ihr trauen. Sich selbst für das innere erschrockene Kind, welches die Scham trägt … eine Mutter sein.

Pflege es, lausch hin, nimm es ernst und erkenne mit welchem es Du gerade zu tun hast.

Die 4-jährige aber auch 5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,15,16,17,18 oder 45-jährige Versionen von Dir bis heute. Wenn es geht, spür auf, wonach Dir ist, was Du gerade brauchst und bitte, bitte … zögere nicht, es Dir zu geben.
Wenn mein 5-jähriges inneres Kind durchkommt, dann passiert das:

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Innere Kindparty

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In der Ent- Täuschung liegt der Ursprung der Täuschung, der entdeckt wird und auf – fliegt. Der Schleier hebt sich. Das tut weh. Es braucht Zeit, dieses dunkle Geschenk, als jenes auch wahr zunehmen. Was bleibt ist die Arbeit, die einem keiner abnimmt.

Helfer und Segen meine folgenden Buchtipps zum Thema:

Beide Autorinnen bringen neben der eigenen Geschichte jahrelange Praxiserfahrungen  und Expertenwissen mit, ersetzten jedoch weder eine individuelle Beratung noch Therapie.

Wenn Mütter nicht lieben von Susan Forward und Donna Frazier Glynn

Töchter erkennen und überwinden die lebenslangen Folgen.

Therapeutin Susan Forward hat sich mit dem Thema, die Bandbreite, der nicht liebende Mutter, angenommen.
Neben ihrem Buch „Vergiftete Kindheit“ finden sich in diesem Band sehr exemplarische Beispiele, sodass ich gerne auch vor dem ersten Teil des Buches warne, da es voller Trigger ist. Forward beschreibt sämtliche Varianten der missbräuchlichen nicht liebenden Mutter-Tochterbeziehungen und widmete ihr Buch den Töchtern und Söhnen, die auf der Suche nach Selbstvertrauen und Bindung sind. Es bietet Verständnis für die Situation und aktive Anleitungen zur Heilung.
Praktisch lege ich jedem, mit derartigen Erfahrungen, den zweiten Teil des Buches ans Herz. Neben praktischen Tipps zur Aufarbeitung und Perspektiven bietet sie auch verhaltenstherapeutische Goldtipps, wie die Vermeidung defensiver Antworten oder der Brief an die Mutter. Achso! 😉

Dieses Buch ist soweit eine praktische Begleitung zur Aufarbeitung und ein Überblick wie Sadismus, Bedürftigkeit, Narzissmus, Kontrolle sowie Vernachlässigung aussieht, sich auswirkt, was es für das Leben betroffener erwachsener Kinder bedeutet und wohin die Reise gehen kann.

Aus dem Amerikanischen von Susanne Lötscher
Originaltitel: Mothers who can’t love
Originalverlag: Harper Collins, New York 2013
Erschienen 2015 im Heyne Verlag
ISBN: 978-3-442-17485-0

zur Buchseite des Verlags
http://www.susanforward.com

Arbeitsbuch: Werde ich jemals gut genug sein? Von Karyl McBride

Heilung für Töchter narzisstischer Mütter
Die Gesichter des mütterlichen Narzissmus und die Auflösung des narzisstischen Erbes.
Dieses Buch ist ein Segen und aus meiner Sicht, eine der besten Ausführungen auf dem Büchermarkt, um das Ausmaß und Hintergründe zu verstehen.

Dr. Karyl McBride hat jahrzehntelange Berufserfahrung mit Therapie des Leides, der Töchter narzisstischer Mütter, in diesem Werk gebündelt und verständlich dargelegt. Neben Praxisbeispielen schlägt dieses Buch einen Riesenbogen entlang sämtlicher Folgen und Dramen inklusiver Anleitung, sich diesen Themen zu öffnen. Ein Extrablick hinter die Spiegel und ein praktischer Wegweiser. Durchdacht, fundiert für Psychologen und Betroffene gleichermaßen geeignet sich der Thematik „gesund“ weiter anzunähern.
Neben den sechs Gesichtern der narzisstischen Mutter, wird die Charakteristika und die Dynamiken des Missbrauchs beleuchtet.  Mit Praxis und Filmbeispielen gefüttert ist dies ein Wegweiser zu den unangenehmen Themen, um sich im weiteren Verlauf, den Genesungsprozessen zu widmen. Ein Ratgeber, der vielen Betroffenen Türen geöffnet hat und öffnen wird, die sonst verschlossen bleiben.

Aus meiner Sicht gelang es McBride besonders ein Meilenstein zur Literatur über narzisstischen Missbrauch beizutragen, da es der Autorin gelungen ist, mit der eigenen Mutter zusammen gewisse Themen aufzuarbeiten. Etwas was den meisten Betroffenen verwehrt bleibt und sehr zur heilsamen Art des Buches beiträgt.

ISBN 978-3-944476-16-2
Originaltitel: „Will I ever be good enough?“
Aus dem Amerikanischen von Theo Kierdorf & Hildegard Höhr

im Probst Verlag 2017 erschienen
zur Buchseite
karylmcbridephd.com

Für Kinder narzisstischer Mütter ist metaphorisch gesehen 365 Tage im Jahr Muttertag, und somit dieser Tag ein Megatrigger. Ich möchte dazu anregen, sich ein eigenes neues Muttertags-Ritual zu erschaffen. Es ist nie zu spät sich selbst die Mutter zu sein, die man nicht hatte.

Es ist unmöglich in einem Beitrag auch nur ansatzweise zu vereinen, was das Thema narzisstische Mütter beinhaltet. Ein individueller Blick auf Deine Geschichte ist für mich die Grundvoraussetzung, um aktiv in die Tiefe und Ressourcenschau zu gehen.
Bei Interesse schreib mir!

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
Spirit/Coach/Berater
Mai 2019

Eine Übersicht meiner
Beratungsmöglichkeiten und Coaching Angebote
findest Du unter:  manjakendler.de

Nach DSGVO weise ich darauf hin: Dieser Beitrag wird unterstützt durch Produktplatzierung , jedoch nicht durch Werbung finanziert.

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Ein Kommentar zu „Über die narzisstische Mutter(wunde)

  1. Das Paradebeispiel für eine narzisstische Mutter – Tochter Beziehung ist aus meiner Sicht das Märchen “Rapunzel“. Nur wird, und nun kommt die kulturelle Prägung, das Bild der “bösen“ Mutter immer auf die Stief- oder Ziehmutter übertragen.
    Die Märchen suggerieren, die leibliche Mutter ist herzensgut, nur die Fremde ist Böse.
    Aber auch des Ende der Geschichten ist märchenhaft. Der Traumprinz kommt und erlöst das Mädchen von allem Ungemach. In der Realität folgt eher die nächste toxische Beziehung.

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