great, greater, Greta T. – Der Schutzgarten über Reaktionen und Dynamiken

Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt sich ein heißes Getränk zu bereiten, wenn Du bereit bist, Dich auf diesen Text einzulassen. Statt über Klimawandeldiskussion, Wertung von Gretas Anliegen und „unangemessene“ Reaktion wirft dieser Beitrag einen Blick auf Reaktionsdynamiken, den Umgang mit Asperger Autisten, Wut und Selbstbestimmung.

Achtung dieser Beitrag kann dennoch Spuren von Politik und Meinung beinhalten.

„Die legendären Helden, nicht die wirklichen Helden haben Eindruck auf die Massen gemacht.“ – „Psychologie der Massen“ Gustave Le Bon

Google zeigt mir heute Morgen über 225.000.000 Einträge zu Greta Thunberg an.
Personen und Themen gelangen in die Öffentlichkeit, wenn sie polarisieren.
Praktisch sind unterschiedliche Reaktionen ein Garant für Entertainment und Spiel, welche schnelles Geld und viel Aufmerksamkeit generieren. Und wo mit Reaktionen Meinungsfang und Moneyquote betrieben wird, muss es zwangsweise triggern. Wie viel Gelder, Macht und Positionen am Klimaschutz/wandel dran hängen ist klar, oder? Zeit, einen Blick auf den Ursprung zu werfen.

Über-Reaktion gibt es nicht.

Aus meiner Sicht sind Reaktionen individuell und im komplexen zu betrachten. Einer Reaktion geht eine Aktion voraus und bei der aktuellen Dynamik ist gut, zu beobachten, wie schwierig es ist, die Aktionsquelle auszumachen. Auf einer Metaebene ist es die Urwunde des Menschen, seine Trennung von Mutter Erde, als Individuum und die daraus resultierende, krankende Beziehung.

Gaia gibt, ob seltene Erden, Nahrung, Wasser oder Lebensraum und wir nehmen.
Doch was geben wir zurück?
Der Feind heißt Mensch! Und das erklärt auch, warum in dieser Klimawandeldiskussion jeder zum Feind werden kann. Besonders die Boten, die uns nichts Neues verkünden. Wer ernsthaft Greta braucht, um umzudenken, kann einem tendenziell nur leidtun. Uns ist das ja alles längst bewusst. Wir suchen nur noch den Schuldigen. Dies wiederum erzeugt Scham und Wut.

Das spricht uns kaum von Verantwortung frei, für unser Handeln. Wie bereits 1992 ein 12-jähriges Mädchen offen und konstruktiv ansprach, in einer 6-minütigen Rede zur ersten Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung, in Rio de Janeiro.

Severn Cullis-Suzuki ist nach wie vor aktiv und bedauert, dass die Politiker nach wie vor nicht aktiv sind.

Ich denke sehr viel sind es.
Wir brauchen dringend Ehrlichkeit, ruhige Geister und Zuversicht, um Lösungen zu finden.

Tatsächlich bewegt sich aktuell die Gesellschaft im Drama-Dreieck.
Es werden Täter und Opfer benannt, Retter betreten die Bühne und es verschieben sich die Rollen. Alle werden so zu Opfer, Täter und Retter. Und dass ist nun das, was auch in den meisten medialen Beiträgen skizziert wird.
Ich Retter, das ist das Opfer und das sind die Täter.
Aggression, Hass und Gewalt sind Folgen der radikalisierten Wut.

Pseudomoralisten erheben ihre Stimmen, um bei ihren Followern gut da zu stehen, jeder nach seiner Polemik. Dabei gießen sie unreflektiert Öl ins Reaktionsmeer. Spielen so ‚Teile und Herrsche‘ mit und übersehen die tatsächlichen Gefahren aufgrund derartiger Dynamiken. Am Ende reagieren alle nur noch auf eine Reaktion.

Wenn Du Dich mit den Hintergründen zur Wut, Scham und Schuld noch nicht beschäftigt hast, dann lade ich Dich ein meine Beiträge dazu, zu lesen.

Die Wut der Asperger

Wenn man sich mit Narzissmus beschäftigt, landet man früher oder später auch beim Asperger-Syndrom eine Autismusspektrumsstörung, die zwar Ähnlichkeiten aufweist, jedoch gravierende Unterschiede aufzeigt.

Vom sozialen Verhalten und Körpersprache ähneln sich beide.

Ein großer Unterschied ist, das Asperger zu ihren Emotionen fähig sind und Zugang zu ihrer emotionalen Welt besitzen.

Während Narzissten arrogant wirken, weil sie arrogant sind, sind Asperger eher arrogant, weil vermeidend/ängstlich sie versuchen auch authentische Verbindungen zur Gemeinschaft aufzubauen, doch fehlinterpretieren jene genauso wie Narzissten.

Narzissten neigen zur Schuldumkehr und sind auf ihre Zufuhr angewiesen, das brauchen Asperger nicht.

Wenn Asperger sich einer Problematik annehmen, ist es ihnen ernst. Sie entwickeln schneller eine Perfektion und Tiefe auf diesem Gebiet als andere.

Ihre Wahrheiten kommen sarkastisch rüber, doch sind einfach gesagt, sehr rational durchdacht und oft ist es das System, welches sie erkennen, was sich selbst entlarvend satirisch darstellt. Nach meinem Gefühl können anders herum, Menschen mit Asperger weder Ironie noch Sarkasmus ab, was nicht heißt, dass sie humorfrei sind. Oberflächlichkeit, Fehlinterpretationen von Absichten, das Rausreißen aus ihren Mustern sind solche bedrohlichen Aspekte und führen zur Wut.

Ich bin zugegeben Fan der ‚wütend Denkenden‘, doch für das nahe Umfeld bleibt es anstrengend. Selbstregulation ist mit therapeutischer Anleitung machbar, doch aus meiner Sicht sind sie auf Schutz, Toleranz und Freiräume angewiesen, sein zu dürfen, wie sie sind.
Hier im Beitrag beschreibt eine Mutter eindrucksvoll ihr Dilemma diesbezüglich.

Vera F. Birkenbihl war Asperger Autistin. Ich habe von dieser Frau sehr viel gelernt und erst posthum davon erfahren. Heute erschließt sich mir, der Gewinn daraus. Sie hat für sich ihre Lösungssuche und Talent in wirklich jede Richtung wissenstechnisch eintauchen zu können zu 100 % genutzt und großartiges Wissen verständlich weitergegeben und hinterlassen.

Was Asperger-Menschen schwerfällt, die Gefühle der anderen richtig zu deuten oder mit in ihre Handlungen einzubeziehen, Druck und Ikonisierung oder Idealisierung.

Daher sehe auch ich es kritisch, wie hier beschrieben, ein 16-jähriges Mädchen, derart medial zu instrumentalisieren. Sie vor die Mondlandschaft am letzten Rest Hambacher Forst zu stellen und zu sagen: Schau Greta, dafür machst Du das. Am liebsten hätte ich sie da direkt rausgeholt. Auch ich bin nicht davon frei, mich angezogen zu fühlen vom Dramadreieck. Aus meiner Sicht hat Greta genug negativen Input darüber, was schiefläuft. Wir brauchen Lösungen und gute Energien, um kollektiv die Sachen anzugehen, und das heißt jeder für sich.

Massenpanik ist eher unangebracht, da kann ja jederzeit der Nächste dazu aufrufen, der sich mit Narzissmus, EMPs, Viren, Asteroiden, Atomkraftwerken, Geheimarmeen, resistenten Keimen, Bakterien, der Wahrscheinlichkeit einer Zombieapokalypse, 5G, Geo-Engineering oder Archonten beschäftigt hat.

Erwachsen werden. Wir sind gerade mal aus der Höhle rausgekrochen.

Ich nehme mich da nicht aus. Doch ich sehe auch den positiven Wandel, dass mehr und mehr Menschen in die Selbstbestimmung gehen.

Was Kinder gewöhnlich noch nicht verstehen, wie es ist: einen eigenen Haushalt zu schmeißen, ihre und andere Muster zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten, komplexe Zusammenhänge begreifen und Geduld.

Der Blick nach oben sucht den Verantwortlichen, oft Mutter und/oder Vater, um Probleme zu lösen und Verantwortung zu übernehmen. Damit setzen sie auch die uneingeschränkte Empathie für ihr Anliegen voraus. In der Pubertät lernt man schmerzlich sich von diesen Vorstellungen und Forderungen zu lösen sowie in eine Eigenverantwortung zu gehen. Im Idealfall.

Und genau das passiert zwischen Politik und potenziellen Wähler, der Wirtschaft und potenziellen Konsumenten derzeit noch zu wenig. Die da oben müssen, doch was klären/ändern! Ja, solange man es aus Kinderaugen betrachtet. Alternativ erwacht man aus dieser Opferhaltung und steigt aus, ohne sich als Täter oder Retter aufzuspielen. Man wird für sich selbst aktiv.

Mein persönliches Erleben

In meinem Umfeld erlebe ich, die letzten 20 Jahre eine Klimarevolution nach der anderen. Das Ozonloch ist kleiner, FCKW vom Markt, Mülltrennung, Papiereinsparung, Retro und Nachhaltigkeit, BIO in aller Munde, die Anzahl an vegetarischen und veganen Speisen und ihre Verfechter – ist angestiegen, Solarenergie, Minimalismus und Upcycling als Trend, Biotope und Schmetterlingswiesen werden angelegt. Menschen fischen die Plastik aus Ozeanen ab, viele meiner Bekannten leben ohne Auto (in der Stadt machbar), räumen Strände auf und melden Verunreinigungen und Missstände. In meinem privaten Umfeld tauscht man sich aus, über Bienen, Konservierungsmittel und die Gefahren von Umweltverschmutzungen und die Lösungen, die wir für all das finden. Dabei lauern auch viel Verblendungen und Fehlentscheidungen. Wir lernen noch.

Wir haben noch Defizite, brauchen dringend Lösungen für das Tabuthema Überbevölkerung, Verschmutzung, Vernichtung, Ausbeutung, Armut, Depression, Spekulation, Verdrängung, Wirtschaftswachstum-Prinzipien und die natürlich sich verändernde Erde, die uns … nicht braucht. Wir sie schon. Letztens sah ich Schüler in ihrer Pause durch den Supermarkt hasten. Chips, Schokolade, Kekse und Softdrinks landeten ungeachtet von Hersteller und Inhalte auf dem Laufband, nebenbei wurde das Smartphone gestreichelt.

Mein Vorschlag

FridaysforFuture eine Extrastunde Produktkunde dranhängen, ich hätte da auch noch Schul- und Schutzgärtnern auf dem Plan. Es wäre sinnstiftend, wenn die Eltern und Nachbarn miteinbezogen werden. Denn in Produktkunde bin ich auch noch oft, mehr als ignorant.

Mein Fazit:

Wir brauchen für unsere Zukunft vor allem Bewusstsein, Achtsamkeit und Eigenverantwortung.
Jeder für sich und im gesunden Tempo. Solange kein positiver Resonanzraum damit verbunden ist, bleibt es etwas, was uns bedroht und das macht uns destruktiv wütend. Da haben wir so eine Art gesellschaftliches Asperger-Syndrom.

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
Spirit/Coach/Berater
September 2019

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Ein Kommentar zu „great, greater, Greta T. – Der Schutzgarten über Reaktionen und Dynamiken

  1. Das spricht mir so aus der Seele. Hier werden Kinder vorgeschickt für etwas, was wir bisher nicht hinbekommen haben und parallel der SUV aus der Garage gefahren. Hier wird einseitig auch seitens der Medien berichtet – eben polarisiert – um EInschaltquoten und es wird mit einem wichtigen Thema, dem Umweltschutz Geld gemacht und uns Geld aus der Tasche gezogen. Dabei wäre es so einfach, wenn jeder ein bisschen bewusster leben würde mit sich, seinem Umfeld und der Umwelt respektvoller umgehen würde und einfach auch mal verzichtet. Auch Handys brauchen Strom. Ich persönlich bin schon seit meiner Jugend aktiv im Umweltschutz und muss da keinen großen Hehl rausmachen. Das war auch unsere Generation: einfach selbst machen und nicht nur anklagen und keine Ahnung haben, es aber immer besser wissen. Das hat wirklich etwas von Arroganz und die ist absolut nicht angebracht. Die Erde braucht uns nicht und irgendwann werden wir hier so nicht mehr leben können – dann kommen andere Lebewesen, aber die Erde bleibt. So gerne wir es hätten, aber unser Einfluss ist Gott sei Dank auf Mutter Natur nicht so groß, wie wir es gerne hätten. Da hat sie auch noch ein Wörtchen mitzureden.

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