Wenn Erinnerungen gefährlich werden und wie damit umgehen

Unser Gehirn spielt uns Streiche. Warum irren nützlich sein kann, erklärt Henning Beck, zum Evolutionswunder und falls ihr den Beitrag dazu vergessen habt, hier der Link dazu.
Heute möchte ich es wagen, die Türen ein Stück weit aufzustoßen, für das Bewusstsein über die Gefahren, der Streiche, falschen Erinnerungen und Vergleiche. Über die Auswirkungen auf das Gehirn bei psychischem Missbrauch, wie Gaslighting, Entwertung, fehlender, verweigerter und zugeteilter emotionaler Nähe, und mehr …
Warum es toxisch heißt und natürlich auch, was Du tun kannst, damit Dein Gedächtnis auf Trab kommt und bleibt.

Den Film kenn ich doch oder hä … ?

Kennt Ihr das, wenn ein Film läuft, den ihr bereits kennt und plötzlich ein Handlungsstrang aufkommt, den ihr schwören könnt, nie zuvor gesehen zu haben?
Wer ist der Typ? Warum spielt sie da mit, das wüsste ich doch, oder?
Jein. Du hast es mal gewusst, doch vermutlich ist das ein Seitenhandlungsstrang, der für das Ende des Films völlig unerheblich war. Und plopp, vergisst man ihn. Und so ist das auch im echten Leben. Nur entscheiden unser Bewusstsein und Unterbewusstsein jeden Tag aufs Neue.

Wenn wir den Tag verarbeiten, trifft das Erlebte auf unseren Hippocampus, der Part der die Erinnerung in wichtig und unwichtig zwischenspeichert. Von der Form her ähnelt es eines Seepferdchens und wir haben rechts und links eines davon. Von denen holt sich dann Stille-Post-mäßig unser Langzeitgedächtnis die Infos (Wer, was, wo, welche Emotion und Gefühle) und speichert sie ab. Und wie bei dem Lieblingsfilm ist es ähnlich im echten Leben, wir speichern unseren Film ab, ohne Rücksicht auf Realität und Wahrheitsgehalt und dabei sind wir mehr als fehleranfällig. Stress, Angst und Gewalt sind da wahre Wahrheitsverdränger.

Narzisstischer Missbrauch und das Gehirn…

Auch wenn ich mich wiederhole, die Auswirkungen und Symptome gleichen der Depression, nach narzisstischem Missbrauch, spricht man auch oft von Dysthymie (depressiver Zustand), die bis zu zwei Jahre danach anhalten kann. 75 % leiden unter ernsthaften posttraumatischen Belastungen und der „Verneblung im Gehirn“.

Der dauerhafte Flucht-Kampf-Modus bewirkt, dass die Hippocampi sich verkleinern, weniger Information erfassen können und somit die Erinnerung getrübt.

Zumal die Verbindung zum präfrontalen Cortex nachlässt und somit Entscheidungen nicht mehr richtig überdacht, sowie Situationen fehleingeschätzt werden.

Es ist aus meiner Sicht und Erfahrung eine Tunnelperspektive, die sich als täuschend echt präsentiert und das limbische System die Gefühle verstopft und inszeniert. Die einen werden körperlich erkranken, andere erleben eine Abspaltung von ihren Gefühlen. Gerade dann begeben wir uns in toxische weibliche und männliche Energien. (Eifersucht, Kontrolle, Macht, Rache, Intrigen, Stalken, Betteln, Handlungen außerhalb unserer Werte).

Es gibt im Kreislauf nur vier Möglichkeiten: Rebellion, Erstarren, Unterwerfung/Anpassung (bitte liebe mich-Dynamik) oder Flucht.
Es leugnen und Ausblenden ist hier mit Flucht gemeint.

Zu gehen ist keine Flucht, es ist ein Teil und erster Schritt zur Lösung.

Und dann braucht das Gehirn Zeit, der Cortisol und Adrenalinwert muss sich dafür senken.
Deswegen ist Ruhe das Notwendigste, was man sich selbst bieten kann.
Fern von Drama, Gewalt und Stress, Kontakt und da möchte ich noch mal auf Selbsthilfegruppen und den Austausch kommen sowie Opferberichte.

Wenn man aus dem Nebel kommt, mit dem eh schon traumatisierten Gehirn, sei es durch Liebeskummer oder Missbrauch, sucht man in erster Linie Erklärungen, die man nur in sich selbst findet und doch Wegweiser nötig sind.
Der einfachste Weg ist es, Dir ein Blatt zur Hand zu nehmen und zum Übergang in den Überlebensmodus alles aufzuschreiben, was Dir passiert ist.

Denn es ist leider so, sobald Du andere Geschichten hörst, wirst Du Deine solange noch nicht beschrieben, anpassen und Dein Gehirn wird weiter mit Adrenalin und Cortisol geflutet.

Die eine Gefahr ist es zu minimieren.
Die andere jemand eine Diagnose überzustülpen, die er oder sie nicht haben und sich schlichtweg falsch zu erinnern.
Eine Weitere sich selbst reinzusteigern in das Trauma.
Realitätschecks sind so kaum möglich.

Unsere Wahrnehmung ist genau das, und dann gibt es noch die, der anderen.
Nach narzisstischem Missbrauch ist die Wahrnehmung, der eigenen Wahrnehmung, so eine Sache, ohne Ruhe kaum machbar… doch es gibt vieles, was man für sich tun kann.

EMDR, Omega 3 und mit links die Zähne putzen

Natürlich ist es nicht nur das Wissen über Missbrauch in Beziehungen oder Narzissmus und sich dann 90 Tage ins Bett legen. Es ist viel mehr.

Stell Dir einen inneren vertrockneten Schwamm vor, gefüllt mit festsitzen negativen Energien, den es erst mal zu bewässern gilt. (Viel trinken – Wasser mit Zitrone und Ingwer, Salzbäder) dann zu entleeren. Weinen reinigt, sagt man nicht nur so, es ist auch an dem. Gesprächstherapie bzw. verbale Entlastung ist nötig.
Verarbeitung und Akzeptanz sind weitere Schritte in der Stille.
Und anschließend können dann positive Energien einfließen.

Hier setzt die Traumatherapie an, wenn es die eigene Resilienz nicht hergibt, da eine Entwicklung zu erfahren. Die Neurologie bestätigt das Tetris spielen (ähnliches Prinzip der EMDR Methode) bei posttraumatischer Belastungsstörung helfen kann. Soziale Unterstützung, Bewegung und sich selbst ein guter Freund werden, sind weitere Ansätze.

Für Gruppenmitglieder, der Schutzgärtnern 3.0 Gruppe, gibt es dazu in den nächsten Tagen ein Extravideo mit weiteren wertvollen Tipps.
Hier verbleibe ich mit einem sehr interessanten …

Buchtipp: Das trügerische Gedächtnis -wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht von Julia Shaw

Wieso es notwendig ist, zu vergessen und wie sehr unser Gedächtnis sich falsch erinnert und wann, untersucht dieses Buch. So ist es unwahrscheinlich sich am Ende der 1. Klasse an die Namen der Kinder im Kindergarten zu erinnern, das Gehirn zu hypnotisieren … oder im Schlaf neue Informationen zu erhalten.

Dafür zieht Frau Shaw ihre und weltweite Forschungen heran. Sie beleuchtet die Erinnerungsverfälschung, Manipulation und Beeinflussung. Wie kommt es zu falschen Verdächtigungen? Was macht Trauma mit unserem Gedächtnis? Wie leicht lässt sich eine falsche Erinnerung erzeugen und wie fiktiv ist nun unsere Erinnerung? Spoiler: wahnsinnig bis absolut.

Dieses Buch lässt sich schwer am Stück lesen. Es ist eine Grundlage des kritischen Denkens und die darin genannten Erkenntnisse aus Psychologie und Neurologie, werden in den nächsten Jahren, die Welt, Gerichtsentscheidungen, Menschen und sicher auch die Erinnerungen verändern und beeinflussen.

Mehr zum Buch

Eure Schutzgärtnerin
Manja Kendler
November 2019
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