7 Redflags für Empathen und Hochsensible

Über krankhaften Narzissmus und seine Redflags existieren unzählige Literatur und bewegende Information im Netz. Für mich als Beraterin im Themenbereich des narzisstischen Missbrauchs notwendiger Lehrinhalt, bei Betroffenen des Missbrauchs sind die Hintergründe individuell und verschieden. Besonders hochsensitiven und empathischen Menschen ist hier eine Herausforderung bevorstehend.
Empathische Menschen wollen das Licht im anderen sehen und lassen jenes gern die Schatten überstrahlen. Die Dynamiken und Warnhinweise richtig verstehen zu wollen, setzt eine Wertung jener voraus, die ihnen oft fremd ist. Es gibt über 100 jener Warnzeichen. Jeder kann für sich eine persönliche Liste zusammenstellen der eigenen Top 10, die er oder sie gern bei anderen übersehen. Aus meiner Sicht gibt es noch einen einfacheren Weg um einen Überblick erhalten. Die folgenden Warnzeichen bieten die Möglichkeit, den Fokus weg vom Partner/Gegenüber, hin zu sich selbst zu legen.

Solltest Du folgende Anzeichen bei Dir entdecken, ist es ratsam Dich Menschen (nahe stehenden Freunden, Coaches, Beratern oder Therapeuten) anzuvertrauen, um Unterstützung zu erhalten.

1. Deine Gefühle werden entwertet oder spielen keine Rolle?

Zugegeben, für Hochsensible eine Lebensherausforderung. In zwischenmenschlichen Beziehungen werden die Ignoranz und Ablehnung zur Gewalt. Das schließt aus, dass Partner, Kollegen, Familie oder Freunde grenzenlos alles hinnehmen sollen. Vielfühler sind tendenziell etwas anstrengend für das Umfeld, doch ich rate dazu, sich mit Menschen zu umgeben, die Dich respektvoll behandeln. Denen Deine Realität wichtig ist und für die, Platz sein darf neben ihrer. „Da bist Du zu …“ – Sätze, deuten in erster Linie auf die Grenzen der anderen hin, weniger auf Deine eigenen. Bei Sätzen wie „Das bildest Du Dir ein!“ wird es Zeit, Grenzen zu ziehen, wenn danach nicht auf Deine Gefühle und Bedürfnisse eingegangen wird.

2. Das Gefühl bei Dir:
wie auf rohen Eierschalen zu laufen.

Wenn Du das Gefühl der Verunsicherung in Dir trägst und du weder weißt, in welche Richtung Du Dich bewegen darfst, überhaupt darfst. Wenn Du beginnst durch Dein Leben und die Beziehung zu schleichen, wie ein verschrecktes Reh ohne, dass Du Fehler begehst oder ein Problem hast, was zu klären ist, zeigt sich schon eine Art Flucht-Kampf-Modus.

Dein Körper ist in Hab-Acht-Stellung und das ist Stress und pures Seelengift. Du beginnst Dich selbst nicht mehr wahrzunehmen, sondern mehr die Situation auszuhalten? Gefährliches Gebiet, wenn Du mich fragst! Suche dir dringend Erdung!

3. Die Angst bei Dir, Streitigkeiten riskieren das Ende der Beziehung

Das ist der Moment, der jede Beziehung auf Dauer vergiftet. Innensicht, Vertrauen, Ehrlichkeit und damit auch die Möglichkeit Probleme gemeinsam zu klären sind Grundlage einer guten Beziehung.
Streit kommt in den besten Beziehungen vor und nicht selten heizt dieser jene dann an. Dafür braucht es Streitkultur und Kompatibilität sowie Augenhöhe.
Wenn Du in Deiner Beziehung beschließt, dass es besser ist über Gefühle und Bedürfnisse zu schweigen, des Friedens Willen, ist für Hochsensible und Empathen, das Tor zur Hölle geöffnet.
Es ist ein No Go für uns und das Toxischste, was wir uns selbst antun können.

4. Das Gefühl bei Dir, in ihrer/seiner Nähe, in Gefahr zu sein.

Jetzt wird’s etwas unheimlich, denn unsere Gefahrenzone ist nicht so weit entfernt für Erregungen sexueller Art. Rein biologisch lässt sich leicht erklären warum, um Überleben zu sichern. Nun sind wir evolutionär davon eher bedroht, zu viele Menschen zu sein. Bei Hochempathen, die gern im tiefsten Schatten ein Licht entdecken, ist es so, dass dieses Gefühl sie regelrecht erdrücken wird.

Sei es durch den kalten schwarzen Blick, die eisige tiefgraue Aura oder verbale Attacken oder Risiko. Letzteres wird oft gnadenlos ausgereizt. Finanziell, existenziell und sexuell. Vertrau Deinem Bauchgefühl!

5. Schuldgefühle

Wenn Du Deine eigenen Baustellen im Blick hast und wie ich dazu neigst, selbstreflektiert durch das Leben zu gehen, hast Du sicherlich einen guten Blick für Deine Macken und Fehler.
Genauso über die Beziehung. Du denkst alles einmal durch und fragst dann nach. Wenn dann die Lösung stetig ist, dass Du die Schuld selbst trägst oder zu viel Verantwortung verlangst, liegt es in den meisten Fällen nicht an Dir!

6. Dein Leben findet später statt.

Narzisstische Menschen sind vereinnahmend und man läuft die Gefahr sich danach auszurichten. Der Harmonie zu liebe, zu schauen wie der Gegenüber drauf ist es, ehe man das Gefühl für sich selbst überprüft. Sitz Du stundenlang vor einem Menschen dessen Problem nicht gelöst werden sollen, aber es ihnen Energie gibt, wenn Du damit beschäftigt bist? Werde Beobachter und sauge es nicht mehr auf!

7. Du findest Dich selbst dabei, nach narzisstischen Zügen im Internet zu suchen.

Was ist Narzissmus? Ist er ein Narzisst? Handelt sie narzisstisch? Wie gehst Du mit Energieräubern um? Ich empfinde die Aufklärung über das Thema breit und vielfältig. Doch Vorsicht es ist eine Art Zeitschlaufe. Es gibt kaum Betroffene, des narzisstischen Missbrauchs, die da nicht durch oder jahrelang drin gefangen sind. Schutzgärtnertipp: Wichtige Links abspeichern, denn es braucht Zeit, die Infos ankommen zulassen.

Mitglieder der Facbookgruppe zum Schutzgarten finden dazu ein Extravideo mit Erläuterungen, Einblicken sowie Austausch.

Erstveröffentlichung als Gastbeitrag am 25.10.2019 bei Luca Rohleders Webseite … für Helden der Liebe

die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
Spirit/Coach/Berater
November 2019

3 Kommentare zu „7 Redflags für Empathen und Hochsensible

  1. Vielen Dank für die guten und wichtigen Punkte. Redflag-Listen sind wichtig und können sehr helfen, toxische Beziehungsdynamiken zu erkennen.

    Ich möchte an dieser Stelle aber gerne noch die Gefahr ansprechen, dass Redflags auch gegen Empathen verwendet werden können. Das ist mir mit meinem Ex passiert.

    Er hat mir all die Dinge, die hier stehen vorgeworfen, bevor ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, dass bei uns etwas nicht in Ordnung sein könnte. Damit hat er den Fokus bei seinem Erleben gehalten und als ich das erste Mal auf eine Liste von Redflags für emotionalen Missbrauch gestoßen bin, las sich das wie eine Anklageschrift.
    Ich war schockiert, dass ich offenbar missbräuchlich handelte während ich doch immer nur versuchte, meine Bedürfnisse auch zu kommunizieren und ihnen gerecht zu werden. Also habe ich mich noch mehr versucht zurück zu nehmen und hatte noch mehr Angst vor Streits, weil diese ja bedeuteten, dass ich ihn missbrauchen würde. Ich habe meine Bedürfnisse immer weiter unterdrückt und versucht immer sanfter zu kommunizieren und wurde in Konsequenz immer weniger ernst genommen. Irgendwann bin ich dann doch explodiert, weil ich am Ende meiner Kräfte war und er konnte wieder sagen „siehst du, du machst das alles nur, um mich zu unterdrücken“ – und das Spiel begann von vorne…

    Ich war überzeugt, ich sei Cholerikerin und beziehungsunfähig und hatte immer mehr mit Depressionen zu kämpfen während er in meinem Kopf der regelrecht Heilige war, der ja so viel mit mir aushielt.

    Während er schon einen Monat nach der Trennung meinte, er hätte alles nötige gelernt, um es in Zukunft besser zu machen, hat es bei mir noch ein halbes Jahr gedauert, bevor ich überhaupt akzeptieren konnte, dass er auch seinen Beitrag zu unseren Problemen geleistet hat. Inzwischen bin ich mir ausreichend sicher, dass er ein Narzisst und prosozialer Psychopath ist, um in meiner Therapie an tatsächlich gesünderen Grenzen und Verhaltensweisen arbeiten zu können.

    Herzliche Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für diesen Zusatz. Tatsächlich lege ich auch wert darauf sich bei den Redflags mit sich selbst auseinanderzusetzten, denn zum Tango tanzen auf Dauer braucht es zwei und da setzten dann co-narzisstische Züge oder toxische Reaktionen automatisch auf beiden Seiten an. Dafür braucht es behutsame Realitätschecks. Herzliche Grüße zurück!

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Manja,

    großartige und sehr hilfreiche Zusammenstellung wesentlicher Punkte, die ich aufgrund selbst fehlender innerer Distanz zu dem Thema so wohl nicht hätte in Worte fassen können.

    Besonders Punkt 1 hat bei mir aus sehr wohltuenden Schutzgründen inzwischen keinerlei Toleranzspielraum mehr, und Punkt 4 macht einmal mehr deutlich, wie unsere körperlichen Reaktionen in der Lage dazu sind, uns auf den falschen Pfad zu leiten: Die Fluchtsignale des Körpers sowie das dazugehörige Herzrasen sind denen im Stadium der starken Verliebtheit gleich. So landet der gleiche Hormoncocktail im Gehirn und sendet genau die falsche Botschaft: Empfundene starke Anziehung statt der eigentlich gesunden Fluchtreaktion. Auch das eine sehr, sehr wichtige Erkenntnis auf meiner Reise.

    Einmal mehr ein Dankeschön für Deine unschätzbar wertvolle Arbeit und

    ganz herzliche Grüße

    Nicole

    Gefällt 1 Person

Kommentar hinzupflanzen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.