Ist der Begriff „narzisstischer Missbrauch“ der Richtige?

Ich bin überzeugt: Der Begriff und die Definition von „narzisstischer Missbrauch“ ist sinnstiftend für die Sensibilisierung und Aufklärung der Gesellschaft und zum Schutz dieser notwendig.

Ich möchte das ausführen.

Der Narzisstische Missbrauch definiert sich hauptsächlich durch das Absprechen von Gefühlen und Bedürfnissen und ein damit von außen indizierter Leidensdruck. Hinzu kommen Manipulation, Entwertung, das Torpedieren von Plänen, Lügen und viele Situationen der Verwirrung. Es ist ab einem Zeitrahmen von über einem halben Jahr mit gefährlichen Auswirkungen auf das psychische und physische Wohlbefinden verbunden. Es ist ein Missbrauch mit spirituellen, sozialen, seelischen, physischen und nicht selten finanziellen Folgen.

Der Stresspegel nimmt zu, die Glückshormone ab – es entstehen toxische Verbindung und dies wird nicht selten im Fortschreiten zu einem Psychodrama. Irrationale Handlungen liegen Mechanismen zu Grunde, die man in einem kreislaufähnlichen Model festhalten kann und bereits hat. Studien zu Folge ändern sich diese Dynamiken sehr selten. Idealisierung, Spannung, Eskalation und Verleugnung. Das Gehirn verändert sich, wenn Mensch dem länger ausgesetzt ist. Steckt man über ein halbes Jahr in einer derartigen Konstellation fest, entfremdet man sich von sich selbst, hat man kognitive Schwierigkeiten und entwickelt mitunter selbst ungesunde narzisstische Züge. Menschen mit einer psychopathologischen emotional instabilen Störung (Histrionische -, Narzisstische – , Antisoziale Störungen und Borderline-Typus) gelingt es kaum gesunde Beziehungsmuster aufrechtzuerhalten. Sie haben eine andere Weltsicht, eine tiefe Kränkungswunde und in vielen Fällen ein Entwicklungstrauma, welches Folgestörungen (Depression, PTBS, Sucht, Angststörungen) mit sich zieht und sie übertragen ihre Konflikte auf ihr Umfeld. Unter 100 Menschen befindet sich im Durchschnitt einer, mit komplett fehlendem Bewusstsein für sein Handeln und die Bedürfnisse und Gefühle anderer. Und geschätzt sind unter 100 Menschen, 4 Menschen mit einem diesbezüglichen Defizit. Das Umfeld geht – soweit es darunter Leidensdruck erfährt – zum Therapeuten und die Therapeuten therapieren dann nicht selten den Missbraucher über den Klienten, statt den Klienten, der vor ihnen sitzt, weil sie das Ausmaß an Auswirkungen dieser psychopathologischen gefährlichen Beziehungen noch nicht verstehen. Dann werden vorschnell Diagnosen gestellt, statt auf mögliche Missbrauchfolgen und ein mögliches „narzisstischer Missbrauch Syndrom“ sowie auf hormonelle und neurologische Auswirkungen dessen zu achten.

Der narzisstische Missbrauch ist subtil, schleichend unsichtbar, Täter und Opfer sind sich dessen selten bewusst, dass sie sich in einem Kreislauf befinden, in dem jeder für den anderem zum Täter wird. Und oft einer beteiligt ist, der aufgrund einer seelischen Krankheit oder Störung nicht im Stande ist, aus diesem Kreislauf auszusteigen.

Nicht immer steht hinter narzisstischen Missbrauch eine einseitige oder überhaupt eine Diagnose bzw. Störung beim Gegenüber schon gar nicht in einer narzisstischen Gesellschaft, die diese Dynamiken teilweise blind übernimmt und unterstützt sowie vielen diese Dynamiken und Gefahren nicht bewusst sind. Doch Menschen mit narzisstischen Störungen sind real und sie haben einen immensen Einfluss auf ihr Umfeld, wenn dieses nicht erkennt.

Ein persönliches Beispiel:

Missbrauch war für mich selbst lange mit körperlicher und sexueller Gewalt in meiner Vorstellung verknüpft. Erst durch chronische typische Missbrauchssymptome und den Hinweis über die Auswirkungen emotionaler Gewalt kam eine ganzheitliche Heilung dessen in Gang. Narzisstische Gewalt war damals schon ein eigenständiger Begriff, auch was Narzissmus ist hatte ich schon verstanden, doch mein 2. Geburtstag ist der Tag, an dem ich den ersten Summit und Tag zur Sensibilisierung und Aufklärung über narzisstischen Missbrauch (Wnaad.com) und den Experten auf dem Gebiet folgen konnte. Für mich stand fest, dies hat so viel Tragweite, das dürfen wir Menschen verstehen lernen und somit entstand der Schutzgarten. Bis hin zu meinem Buch-Ratgeber für den Überlebensmodus. Eine Traumatherapie oder Gesprächstherapie, die circa 75 % der Betroffenen brauchen, ersetzt das Wissen darüber nicht, doch es zeigt den möglichen Weg.

Einwände und Hintergründe

Seelischer Missbrauch, toxische Beziehungen oder Strukturen sowie das sich daraus lösen, sind traumatische Erfahrungen und die möglichen Folgeerscheinungen sind dieselben wie bei sexueller oder körperlicher Gewalt. Ich verstehe den Einwand der möglicherweise nicht bewusst ausgeführten Tat und möglicher Stigmatisierung. Es ist für mich nebensächlich, eine Schuldfrage zu wälzen, denn da ist von fehlender Reflektiertheit bis zur bewussten Täuschung alles dabei, mir gehts um Betroffene, die mit den Folgen kämpfen. Darum, dass wir als Gesellschaft uns nicht blind missbrauchen oder missbrauchen lassen. Darum, dass ein Bewusstsein entwickelt wird, sich und andere zu schützen und das schließt auch Menschen mit narzisstischen Störungen mit ein. Dazu gehört, jene Störungen und damit verbundene Defizite in der Bindungsfähigkeit, im Empathie- und Selbstliebevermögen oder Impulskontrollstörungen zu verstehen. Nicht einer dieser Menschen hat sich eine derartige Störung freiwillig ausgesucht.

Wir sind mehr oder weniger Opfer ein und derselben Sache. Narzisstische Menschen neigen dazu ihre Wunden auf andere zu übertragen. Ein wichtiger Schritt wäre aus meiner Sicht zu erlernen, wie sich die Muster bemerkbar machen, um rechtzeitig aus Opfer-Täterkreisläufen auszutreten, bevor es zum Missbrauch oder dauerhaften Missbrauch wird.

Das Ziel dahinter

Menschen, die die Missbrauchserfahrung erlebt haben, zu unterstützen. Mit angepasstem Wissen, Beratungen, Therapien, richterlichen Entscheidungen und Fortbildungen sowie weiteren Studien zur Thematik. Da circa 90 % der Psychologen (Stand Mai 2021) über die Auswirkungen des narzisstischen Missbrauchs und der daraus resultierenden Traumata wenig bis gar nichts wissen, bieten sie stattdessen Kommunikation-Skills und Resilienz als praktische Lösung an, statt Kein-Kontakt als Weg zu sehen. Es ist wichtig, Missbrauch als solchen zu erkennen und zu benennen, nicht um mit dem Finger auf Täter zu zeigen, sondern sich die nötige Unterstützung für sich selbst zu suchen sowie sie zu finden.

Auch dieses Jahr ist der 1. Juni ein Tag über den narzisstischen Missbrauch aufzuklären.

Wie? Teilt Artikel, Fachberichte und Infos, tragt Euch beim Summit ein und oder unterstützt die Quellen. Und wenn Du selbst davon betroffen bist und das alles noch frisch für Dich ist, hab zumindest das Gefühl, auch wenn Deine Wunden nicht sichtbar sind, was diese Gewalt betrifft … wir (Menschen die sich mit der Thematik auskennen) sehen sie und kennen den Kampf dahinter.

Was ist narzisstischer Missbrauch?
Die Phasen des narzisstischen Missbrauchs
Was Du für Dich tun kannst
Heilungswege
www.wnaad.com

Bei Interesse an einer diskreten, individuellen Fachberatung und Coaching zu Trennungen, narzisstischem Missbrauch und toxischen Beziehungsstrukturen sende mir eine Mail an: beratung@manjakendler.de , dann sende ich Dir meine Übersicht und Rahmenbedingungen zu und wir können schauen, ob eine Zusammenarbeit möglich und sinnstiftend ist.

Die Schutzgärtnerin
Spirit Coach und Beraterin
Manja Kendler

Mai 2021

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