Statt ihm/ihr zu schreiben – welchen Weg willst Du bewusst gehen?

Traumainformierte Hilfe ist notwendig im Umgang mit narzisstischer Gesellschaft und narzisstischem Missbrauch. Information und Tipps zu normalen Trennungen sind teilweise gegenteilig wirkend bis schädlich. Leider sind viele nicht in der Lage, die Situation im Überlebensmodus zu verstehen, noch das Trauma, welches sich zeigt und zur Belastung entwickeln kann. Doch noch weniger ist bewusst, wie man damit angemessen umgeht. Besonders in Selbsthilfe und Austauschgruppen zeigen sich die Defizite und Gefahren. Sandra L. Brown warnt eindringlich vor solchen oft gut gemeinten Hilfestellungen.

Ja. Das Internet bietet viel unreflektierte Hilfe zur Selbsthilfe. Das meiste ist mehr Unterhaltung.

Wird diese ungeprüft genutzt, entstehen schnell Mythen, Glaubenssätze bis hin zu katastrophalen Copingstrategie-Vorschlägen, die dann auch Schlägen gegenüber der Betroffenen gleichen. Mehrmals in einer Woche begegnen mir im Web diesbezügliche Trittbrettfahrer, unreflektierte „Experten“ und vor allem Betroffene auf Um- und Abwegen.

Die Tage bin ich in einer Gruppe für Betroffene des narzisstischen Missbrauchs über eine Liste gestolpert mit 30 Dingen, die man tun solle, statt ihm zu schreiben. Übernommen von der Seite Ihr Weg … geschrieben laut Seite von:

„Katharina HansenSie ist gelernte Psychologin und talentierte Autorin. Für sie zählt jede Person und jede Lebensgeschichte ist einzigartig. Deshalb stammen ihre Ratschläge nicht nur von ihrem Wissen, sondern auch von ihrem Herzen…“
Quelle: Internet, Ihr Weg – Über uns Stand 15.06.2021

Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang „bei ihm“ steht. Geht es um den Ex? Das Date? Den Ehemann? Den Schwarm? Auch bleibt eine Erklärung der Hintergründe aus. Es folgen einzig die Tipps der Autorin.

Was die gelernte Psychologin, ihren Lesern vorschlägt, ist teilweise sozial gefährdend, ohne Achtsamkeit und Bewusstsein und das aus meiner Sicht auch für normale Trennung. Vom Herzen für jeden ist hier ein zu vermissender Ansatz oder eben das, was es ist – ein Glaubenssatz.

Jenes Opfern der narzisstischen Gewalt als Bewältigungsstrategie vorzuschlagen, die ebenfalls einen Ansprechpartner auf dieser Seite finden (weiter genannte Autorin der Seite: Sofia Müller – Im Kopf des Narzissten- schlage ihn mit seinen eigenen Waffen) und somit der Eindruck entsteht, hier hätte man es mit Verständigen zu tun, ist tendenziell Missbrauch mit dem Missbrauch. Es ist mehr eine Kill-Liste statt einer Skill-Liste.

Besagte Seite suchte nicht unlängst Kontakt für Kooperation. Wenn ihr vom Schutzgarten überzeugt seid, bitte verlinkt die Originallinks dieser Seite. Damit unterstützt ihr das Wissen zu teilen. Gern meldet Euch bei mir, wenn ich überzeugt von Eurer Arbeit bin, teile ich sie auch im jeweiligen Rahmen meiner Möglichkeiten. Und hier und da erlaube ich mir auch mal Kritik.
Nun entdecke ich eben besagte Liste und möchte heute öffentlich begründen, warum eine Zusammenarbeit nicht stattfinden kann, man nicht mal ansatzweise gleiche Ziele verfolgt.

Bevor ich auf den Artikel eingehe, hier meine schutzgärtnerischen Haupt-Tipps, wenn Dich die Sehnsucht packt, einen Menschen mit dem Du Gewalt erfahren hast, zu kontaktieren.

Erinnere Dich, warum Du gegangen bist – No-Go Liste zur Hand.

Atme!

Geh eine Runde um den Block!

Rede mit Menschen, denen Du vertraust,

Schreibe Abschiedsbriefe, ohne sie abzuschicken.

Schreibe Tagebuch.

Nutze die Natur.

Gönn dir Ruhe und Raum für deine Gefühle.

Informier Dich über Psycho- und Bindungstrauma sowie das Stockholmsyndrom.

Hol Dir kompetente Unterstützung.

Weiterführend dazu:
mein Trennungs-Tag für Tag-Ratgeberbuch „92 Tage plus Kein-Kontakt“
und hier im Schutzgarten: Was Du für Dich tun kannst.

Tacheles

Es folgt mein schutzgärtnerischer Kommentar, Meinung und es wird Spuren von Ironie enthalten. Wenn Du Dich leicht getriggert fühlst, ist dieser Text eher getrost weiter zu klicken!

„1. Stalke jemanden auf Facebook, den du hasst. Das sollte dich von ihm ablenken.“

Schau Dir etwas an, was Du liebst und Dir guttut. Das reduziert Stress. Kawaii nennt man es, wenn das Objekt der Betrachtung auch noch große Augen hat, niedlich oder ein Tierwelpe ist und ja, da gibt es Studien dazu.

Stalking ist auf Dauer eine Straftat, hassen ist eine starke, dunkel schwingende Energie und Ablenkung durch negative Projektion denkbar ungeeignet zur Verarbeitung. Hast Du Wut? Gut – Wut tut gut! Lass uns darüber reden? !

„2. Schalte dein Handy aus; verstecke es an irgendeinem ungewöhnlichen Platz. Mach den Fernseher an und schenk dir ein Glas Wein ein. Vergiss, dass er existiert.“
Ja, es ist okay, auch mal das Handy auszuschalten und es wegzulegen. Sich in Isolation mit Fernseher und Wein zu begeben mag für den einen stimmig sein, jedoch verschiebt es die Problematik und verschärft die fehlende Sicherheit- dass man hier manchmal nur Luft holt, um dann richtig loslegen, ist vielen nicht klar. Besonders die Idee zu vergessen, dass er existiert – genau denken sie nicht an einen rosa Elefanten, der im Keller Fahrrad fährt. Unabhängig davon, es funktioniert so nicht …

An alle AAs, die hier lesen- ich entschuldige mich in aller Form stellvertretend bei Euch für die oft fehlende Reflexion unserer Gesellschaft, die Welt aus euren Augen zu betrachten. #ichbinfüralkoholfreieclubsundbars

„3. Geh deine Fotos durch und lösche die, die dir nicht gefallen. Das wird wahrscheinlich eine Weile dauern.“

Eine Regel im Überlebensmodus (die Phase, wo man sich noch melden will) – sich Zeit geben. Ja, es ist sinnstiftend, Partnerbilder zu löschen oder schon mal in einen entfernteren Ordner zu sortieren, doch dafür braucht es auch einen stabilen Tag und die feste Absicht dazu. Sonst ist das eher ein Verstärker der Sehnsucht.

Wenn man noch im Prozess ist, ist man kritischer als sonst sowie destruktiver, der pauschal Tipp Bilder zu löschen, die nicht gefallen. Na, da hätte ich damals kein einziges Bild mehr besessen. Mal unabhängig davon, gemeinsame Bilder hätten erneut den Wunsch, sich zu melden, angefeuert hätten.

„4. Gönn dir ein schönes Schaumbad. Dreh deine Lieblingsmusik auf und leg dich einfach hin. Tu absolut nichts.“
Entweder tu ich absolut nichts, oder ich drehe meine Lieblingsmusik laut auf (Musikhören war für mich in der Phase, wo ich mich noch melden wollte, kaum möglich) und Wanne auch nicht. Dennoch sind hier endlich mal drei Tipps versteckt, die ich einzeln unterschreibe und dem Versuch einzeln von Zeit zu Zeit Raum geben würde, wenn Du gerade in einer derartigen Situation steckst.

„5. Geh ins Treppenhaus und triff “zufällig” auf einen Nachbarn. Unterhalte dich mit ihm, um auf andere Gedanken zu kommen, als ihm zu schreiben, denn du weißt, dass das ein riesiger Fehler wäre.“

Die Hinweise, wie: Du weißt, dass dies ein riesiger Fehler wäre, sind Gaggimist.

Nee, Du weißt im besten Falle: Es tut Dir und dieser Beziehung besser, wenn Du Wege finden möchtest, damit umzugehen, wie es ist. Klar kann man so verheult und fahrig, mal eben ungezwungen eher keinen Small Talk mit Nachbarn führen. Vertrauensprobleme im Überlebensmodus lösen sich weniger direkt hinter der Haustür in Luft auf. Ja, nette Gespräche tun gut, wenn sie sich ergeben, doch bitte mach nicht den Zufuhr-Lauerer im Treppenhaus.

„6. Schreib ihm eine E-Mail, die du nie abschicken wirst. Schreib sie auf ein Blatt Papier und wirf sie dann weg. Schreib alles auf, was du fühlst.“

Ein Blatt Papier und alles, was man fühlt, ich denke, sie möchte hier die Erfahrung teilen das Handgeschriebenes besser für das neuronale System ist?

Ja, auch ich rate dazu, Abschiedsbriefe zu schreiben oder/und eine Notizapp zu installieren, wo man bei Drang dem nachgehen kann und sie nicht abzuschicken – darein darf alles, was man noch sagen will, egal wie viel, viele und wie lange. Ja, man kann so was verbrennen, doch wenn du sie schreibst, um sie direkt wegzuwerfen, dann ist das, wie als würdest du symbolisch alles, was Du fühlst und sagen willst in die Tonne kloppen. Besser ist es, sie zu gegebener Zeit sicher zu verbrennen oder zu entsorgen, wenn Du bereit bist. Ja, wenn Du sehr wütend bist auch direkt danach. Das klärt die Energien. Aber es ist auch nicht schlimm, sie aufzubewahren, solange es für Dich stimmig ist.

„7. Iss eine fettige, leckere Pizza, und mach dir keine Sorgen, dass du dick wirst.“
Toxische Beziehung und deren Auswirkungen brauchen gesunde Ernährung und viel Flüssigkeit. Ja, es darf auch mal fettig werden, doch wer sagt denn, dass ich jetzt besser über Figur oder Ungesundes nachdenken soll. Wo ist das Problem, ein Lieblingsessen vorzuschlagen und der Seele durch Nahrung gutzutun? Warum gleich die nächste Baustelle eröffnen? Das ist schon subtiles Bodyshaming oder?

„8. Stell dir vor, dass mit ihm wahrscheinlich etwas ganz und gar nicht stimmt. Warum sonst würde er dir nicht zurückschreiben?“

Jemand schreibt nicht zurück, weil er oder sie sich nicht kompatibel fühlt, gerade gesunde Kommunikation zu betreiben. Das kann viele Gründe haben, ist keine Diagnose.

Es ist doch so, wenn Du nicht manipulieren möchtest, dass Du nicht das Verhalten anderer kontrollieren kannst, nur Dein eigenes.

„9. Geh ins Fitnessstudio, vor dem du dich ständig drückst. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt dafür!“
Ich mag Fitnessstudios nicht und wer sich drückt, ist hier die Frage- an wen richtet sich dieser Text?

Bewegung ist gut, exzessiver Sport kann zur Suchtverlagerung führen, die meisten, die ich im Überlebensmodus erlebe, sind froh, wenn sie es überhaupt vor die Tür schaffen. Zwang und Druck … ist bei Depression nicht so der Burner. Bewegung ist gut, doch hier gehts nicht um Fitness, Shape und Ausdauer, hier geht es um innere und äußere Transzendenz und Transformation. Wenn Du Lust hast auf Fitnessstudio ist das natürlich auch völlig okay.

10. Hör auf, romantische Filme zu schauen; dadurch wirst du ihn nur noch mehr wollen.

Nach narzisstischer Gewalterfahrung schaut kaum einer, freiwillig romantische Filme an und wenn, lauern da permanente Trigger.

Ihn oder Sie zu wollen, mehr zu wollen, setzt voraus, zu wissen, was man will. Romantisch, dass einer nicht zurückschreibt, ist es nicht- und was das Ego will – Bindungstrauma stillen und dies will es so oder so ob mit oder ohne romantischen Film. Zeit für Selbst-Annahme und die Frage: Warum willst Du einen für Dich gefährlichen Menschen? Und wenn man das erkannt hat, lohnt es sich auch mal den Liebesfilm unter die Lupe zu nehmen.

11. Lies jeden Artikel, der zu diesem Thema geschrieben wurde! Buchstäblich alles, was du finden kannst.

Welches Thema eigentlich? Über „er schreibt nicht zurück“, „Trennung“ oder „Narzissmus“

Uiuiui ich bekomm echt Muffensausen bei solchen Tipps. Mein Pro-Tipp eher weniger und wenn Fachliteratur.

12. Räum deinen Schrank aus. Gib die Klamotten, die du nicht mehr tragen möchtest, bei der Caritas ab.

Schränke und einzelne Schubladen sortieren, aussortieren, hilft. Vorsicht, auch hier neigt man dazu, durch den Überlebensmodus nicht ganz überlegte Entscheidungen zu treffen. Aus Erfahrung kann ich berichten behutsames Vorgehen ist sinnstiftend, da geht vieles in die Tonne, was man später eventuell vermisst. Bitte bewusst und weniger als Ablenkung nutzen und am besten dann, wenn Du auch Dein Herz dazu befragen kannst. An der Stelle mein Tipp zur Dan Sha Ri Methode.

„13. Schau dir eine ganze Staffel deiner Lieblingsserie an. Bleib die ganze Nacht auf. Ist doch nicht schlimm.“

Binge-Watching liebe ich – aber auch das ist Flucht und potenzielle Sucht. Ich hatte eine Weile gebraucht, das wieder zu können. Ja, schlaflose Nächte sind nicht das Ende der Welt und doch dauerhaft ein Problem, ich habe hier meine Tipps gesammelt. Grundsätzlich ist des Nachts den Fernseher laufen lassen, für viele eine Trauma-Bewältigungsstrategie, jedoch alles andere als Heilung.

„14. Verabrede dich mit jemandem auf Tinder. Geh auf das Date, küsse ihn und verschwinde. Ich weiß, Ghosting ist schrecklich, aber es ist ja nicht so, dass du zu Beginn des Dates irgendetwas versprochen hättest.“

Hände weg von Tinder und davon andere in toxische Angelegenheiten mitreinzuziehen. Allein die Idee spricht Bände. Wenn Du weißt, das Ghosting schrecklich ist, warum dann anraten? Es ist nicht schlimm, dass ihre Wunde blutet, bluten sie einfach auf andere? Was soll außerdem diese Aktion bringen?

„15. Poste auf Instagram, wie viel Spaß du hast, aber meine es auch so. Wenn du es nicht wirklich meinst, zählt es nicht. Er wird es sehen, keine Sorge.“

Er wird es sehen? Keine Sorge? Wow. So viel Fantasie braucht es erst mal. Ist das hier eigentlich „So gewinn ich ihn für mich zurück und “ oder was ist der Hintergrund dieser Liste. Gehts noch um denselben Typ, mit dem irgendwas ganz und gar nicht stimmt?

Im Zusammenhang mit Trennung und Missbrauch sind deine Social Media Accounts hoffentlich gesperrt für ihn oder sie. Oder Dir herzlich egal, was andere darüber denken, ob Du Spaß hast.

„16. Vergiss nicht, zu lächeln. Lächle auch wenn du traurig bist. Das ist der beste und schnellste Weg zu vergessen. Mit einem Lächeln lässt sich jedes Problem lösen. Mach einfach weiter damit und glaube an das, was du tust.“

Ironie an: Und wenn Du dreimal mit den Hacken Deiner roten Glitzerschuhe klapperst, kommst Du nach Hause. Gelernte Psychologin für? Lächle und positive Psychologie ist ein Allheilmittel. Hey, das merk ich mir den Spruch schick ich an alle, die sich demnächst hier mit ernsthafter Konfliktbewältigung, Traumatisierung und Bindungstrauma bei mir melden. Lächle einfach – Mensch, dass ich da nicht eher draufgekommen bin. Ab jetzt lächele ich alles und jeden weg, na warte. Ironie aus.

Ja, mitunter kann dieses Lächeln in uns neuronal Veränderung bewirken, dafür benötigen wir jedoch die Öffnung für das Konzept, alles andere wird zur Selbstsabotage. Das Lächeln in den Spiegel, dem Menschen gegenüber oder vor sich hin ist eine gute Stressprophylaxe. Vorsorge. Wenn ich schon im Stress bin, brauche ich andere Tricks. Weinen reinigt und dennoch ist auch das kein allgemeingültiger guter Ratschlag, Trauer ist ein wichtiger Aspekt, mit Dingen abzuschließen. Und an sich selbst zu glauben auch. Du weißt am besten, was für Dich gut ist, wenn Du verstehst, was mit Dir passiert. In toxischen und nach toxischen Beziehungen wissen das Betroffene eher nicht, sie sind oft auf professionelle Beratung und teils Therapie angewiesen, um dieses wieder „wahrnehmen, was einem guttut“, neu zu erlernen.

„17. Mach dich schick und probiere neue Make-up-Styles aus.“
Überlebensmodus … atme. Grundsätzlich sind Typveränderungen sinnstiftend und doch step by step. Für Ruhe und Entspannung braucht es keine Masken, außer nährreiche Gesichtsmasken zur Pflege und Entspannung.

„18. Weine, wenn er dir nicht zum Geburtstag gratuliert hat. Sei für ein paar Stunden ein komplettes Chaos. Wisch dir danach die Tränen ab und mach weiter.“

Überlebensmodus … atme. Gerade noch Lächeln, was das Zeug hält und jetzt ab ins Chaos?

Weine, wenn Dich etwas belastet und Du traurig bist, schrei ins Kissen, wenn Du wütend bist, ein bisschen Schattenboxen? All das kann hilfreich sein. Doch behalte die Möglichkeit, es als Beobachter zu erleben, der sich nicht weiter komplett ins Chaos stürzt dabei (ja das geht). Gefühle zulassen hat nicht automatisch mit Chaos zu tun, Selbstregulation ist hier das Schlüsselwort. Gefühle kommen in Wellen und es ist okay, nicht okay zu sein. Gib dir die Zeit, die Du brauchst.

„19. Wenn man Selbstachtung kaufen könnte, bräuchtest du einen ganzen Haufen davon. Hab verdammt nochmal etwas Selbstachtung!“
Okay ja, gesunde Grenzen sind wichtig und brauchen Zeit, sich aufzubauen. Dieser von oben herab Subtext, da bin ich verdammt noch mal sausensibel und ich verstehe, was hier die Autorin sagen möchte, doch wäre es würdevoller, wenn sie das in der Form täte, sodass ich mich mehr als Subjekt angesprochen fühle, statt Objekt mit projizierter Mangelerscheinung, verdammt noch mal. Das Buch „Würde: Was uns stark macht – als Einzelne und als Gesellschaft“ von Gerald Hüther ist nur 14.4 x 2.1 x 22 cm groß und ist derzeit gebraucht schon ab 14 Euro erhältlich.

 „20. Wenn du dich dabei ertappst, wie du ihm schreibst, stell dir einfach eine simple Frage: Warum schreibe ich ihm?“

Ja, und dann? Besser wäre: Was gibt mir dieser Mensch, was ich so sehr vermisse?

Kann ich mir das selber erfüllen? Oder hier im Schutzgarten den Beitrag Kontaktstille … was passiert hier in meiner Beziehung?

„21. Geh allein auf einen Drink… und mach dich dann an den Barkeeper ran.“
Na, der Barkeeper freut sich und Alkohol ist keine Lösung. Man geht auch nicht hungrig einkaufen. Das Buch „Würde“ von Gerald Hüther ist wirklich gut- lies da mal Katharina H. und alle die, die die Tipps der Autorin gut finden!

„22. Chill einfach.“
Genau chill einfach! Einfach! Also los hopp! Entspannung und Ruhe steht auch bei mir hoch im Kurs, aber einfach ist das eher selten. In meinem Fall war das vorübergehend eine kleine blaue Pille von meinem Arzt verordnet und Betablocker, die ich einnehmen musste, damit mein Herz nicht davon galoppiert, weil „Chill einfach!“ – nicht ansatzweise möglich war und selbst damit unmöglich.

Und ich bin generell eine Art Meisterchiller, nur halt nicht mit einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung.

„23. Entferne Facebook-Freunde, von denen du schon länger nichts mehr gehört hast.“
Mein Tipp ist durchzuschauen, welche alten Verbindungen vielleicht eingeschlafen sind und davon reaktiviert werden dürfen. Natürlich macht es auch Sinn, in seinem Social Media Kreisen aufzuräumen machst Du das in Akutphasen, hast Du auch schnell mal aussortiert, was Du später so nicht getan hättest.

„24. Wirf die sexy Unterwäsche weg, die er dir gekauft hat, als er dir das erste Mal gesagt hat, dass er dich liebt. Kauf dir etwas Neues. Du wirst es mit jemandem tragen, der dir sagt, dass er dich liebt und es auch so meint.“
Ironie an: Wtf, er hat mir nie sexy Unterwäsche gekauft, nie gesagt, dass er mich liebt, oder er hat es doch und dank dieser „Killliste“ wird mir jetzt klar, nee, hat er nicht. Doch das macht ja, wenn es nach der gelernten Psychologin geht, erst der Nächste vermutlich, wenn ich mir jetzt gleich neue sexy Unterwäsche kaufe, natürlich nicht der, den ich bei Tinder ghoste. Jetzt, wo ich weiß, dass der Nächste es dann wenigsten endlich ernst mit mir meint. Ironie aus.

Mensch, dieses Mindset ist so …

Ja, sortiere Geschenke und Erinnerungen aus, es sei denn, die Unterwäsche ist so sexy an Dir, dass es eine Sünde wäre, das nur er oder sie Dich darin sehen durfte.

„25. Besauf dich total. Bring einen Freund mit, der auf dich aufpasst, damit du nichts Dummes anstellst.“

Totalbesäufnisse! Yeah! Psychologentipp Nummer 1.
Wir sind am A…, wenn Frauen anderen Frauen sowas vorschlagen. Oder?

„26. Snapchatte mit jedem, den du kennst.“
Ich habe kein Snapchat. Vielleicht verstehe ich den Rat besser, wenn ich verstehe, wie das funktioniert? Ich denke vorsichtshalber: nein.

„27. Ruf deine Großeltern an und unterhalte dich so richtig mit ihnen.“
Mein Tipp: Melde Dich bei jemand, der dir guttut und der Deine Situation versteht und vertrauenswürdig ist. Verbale Entlastung ist notwendig.

Wer weiß ob die Großeltern, mit denen man reden wöllte, verstorben sind, schwerhörig, dement oder vielleicht toxisch? Kann die Psychologin natürlich nicht wissen. Sie meldet sich halt, wenn sie ihm nicht schreiben will, bei ihren Großeltern- Ein herzlicher individueller Vorschlag.


„28. Mach dir deine Haare, schminke dich ein bisschen. Trag deine sexy Dessous und mach Fotos. Schick sie niemandem.“

Also sexy Dessous, Schminke, Haarstyling und Selfies am besten, welche, wo ich glücklich bin, aber in echt, ich bin einfach chillig und lächle alles weg?

Hand auf Herz, wenn Du soweit bist, brauchst du Dich nicht mehr ablenken davon, Dich bei ihm melden zu wollen. Geheimtipp, um sich sexy zu fühlen, braucht es keine Tools, können aber helfen. Willst Du etwas für deinen Selbstwert tun und gute Fotos von Dir, dann such nach einem professionellen Fotografen oder Bekannten, der/die Dich auch ins richtige Licht setzten. Wahre Schönheit beginnt von innen und ich habe Menschen sich um 10 Jahre verjüngen sehen, nach dem Überlebensmodus. Sie öffnen sich wie Lotusblätter. Währenddessen nun, ich lade Dich ein, die Selfies sein zu lassen. Es sei denn, für die Dokumentation der „vorher – nachher“ Bilder.

„29. Organisiere deine Pinterest Boards neu.“

Habe kein Pinterest aber ja – Schutzgartenbeiträge lassen sich da anpinnen.  

„30. Tu buchstäblich alles, anstatt ihm zu schreiben.“

Ah ja? Da war wohl keine Idee mehr zum Füllen?!

Gehen wir mal von einer allgemeinen Situation aus, möchte ich jenes gern ummodeln in: Vertraue Dir selbst, dass zu tun, was dir guttut und wenn es schwierig und leidvoll ist, hol Dir kompetente Unterstützung dazu. Wenn du ihm oder ihr schreiben willst, mach es. Denn es gibt so viele Gründe, warum sich jemand zurückzieht oder nicht antwortet, wenn wir nicht explizit von narzisstischem oder anderem Missbrauch sprechen. Behalte die Würde und Grenzen im Auge dabei. Wenn Du Sehnsucht nach Deinem Herzmensch hast, helfen die Kommunikation und eben die Akzeptanz sowie Trauer, wenn sich jemand nicht zurückmeldet. Authentizität halt.

Bei toxischen Beziehungsenden ist psychologischer Rat und Unterstützung sinnstiftend, doch traumainformiert und das Selbst erhaltend statt manipuliert in die Krise.

Fehlendes Bewusstsein, narzisstischen Filterblasen und Verdrängungsstrategien können Schaden zufügen, auch wenn es doch eventuell „nur“ gut gemeint ist. Die Liste der 30 Dinge gleicht einer Liste toxischer, unbewusster Menschen. Ernsthaft, ich dachte erst, es sei Satire!

Wer mich und meine Arbeit unterstützen möchte, da ich hier weder ein Gewerbe betreibe noch etwas monetarisiert ist, oder ich Geld bekomme wenn Ihr das Gerald Hüther Buch kauft und Euch selbst helft, dem bin ich dankbar.

Unabhängigkeit, ethisches Marketing und Achtsamkeit sind Werte, die ich beibehalte.

Alle Zitate stammen aus dem Beitrag 30 Dinge die du tun kannst anstatt ihm zu schreiben von der Seite Ihr Weg .com (Stand 17.06.2021)

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
Juni 2021

gelernt in Traumatherapie, Autorin, Fachberaterin und Coach
für Menschen in und nach narzisstischer Gesellschaft

Ein Kommentar zu „Statt ihm/ihr zu schreiben – welchen Weg willst Du bewusst gehen?

  1. Vielleicht versuche ich mal ihre Tips: sexy Dessous, Schminke, Haarstyling, und dann mache ich mich an den Barkeeper Ran. Das wird aber sowas von! 😂🤣 Ich geb dir völlig recht. Jetzt 7 Monate und mir entgleitet immer noch immer wieder der Lebenswille. Dann geht das Licht an: Jemand kennengelernt, vorsichtiges Herantasten auf beiden Seiten, endlich eine normale Frau? Boah, sowas gibt’s? Zack, bin ich kommentarlos wieder aus ihrem Leben gelöscht. Cooles Feeling. Ach ja, da waren doch auch Connections meiner N… Die Macht der N’s ist (und ihre Augen sind) groß, da kann man bei Facebook löschen so viel man will. Und dann taucht die Sehnsucht trotzdem wieder auf, und ich soll einfach chillen… Ich kann dich so gut verstehen, auch wenn ich nicht die Ahnung habe wie du. So Sprüche höre ich von Vertrauten, denen ich mich öffne, und das ist schon schwer genug, dann freundlich zu schweigen.
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