Bunte schwarz-weiß Gedanken #9 – Dämonen streicheln und die Seelenbindung

Das Stockholmsyndrom (Sympathie für den Täter) in Form der gefühlten Seelenbindung ist innerhalb toxischer Beziehungen eine spirituelle Aufgabe, die wir uns auferlegen und unser Geist sich massiv einreden kann (oder im eingeredet wird), den richtigen Weg zu verfolgen und uns dennoch abbringt vom Weg. Dabei geht es darum, den Weg, den wir gerade gehen, zu legitimieren. Dass man dazu neigt, sich eventuell selbst zu belügen dabei ist nach wie vor ein Tabu-Thema. Einer der häufigsten Gründe dieser Verbindungen sind unerfüllte Bedürfnisse und daraus entstehende Egokämpfe, Scham, Schuld , Wut und das „lieben Wollen“, ohne die nötige emotionale Kompetenz zu besitzen oder anzuwenden.

In meinen Beiträgen der bunten, schwarz-weißen Gedanken gebe ich mir die Möglichkeit, zwischen den schwarzen und weißen Narrativen und darüber hinaus meinen eigenen Gedanken Raum zu geben, was zur Folge hat, dass diese Beiträge enorme Spuren von meiner persönlichen Meinung, Erfahrung und Ansichten enthalten.

Dieser Beitrag enthält viele Trigger. Bitte überleg, bevor Du weiterliest, ob dies gerade für Dich möglich ist, Dich diesbezüglich abzugrenzen und mach jederzeit eine Pause, wenn Dich die Inhalte überfordern. Vor allem überlege Dir, was Du Dir Gutes tun kannst, direkt im Anschluss.

Liegt besonders schwere Gewalt vor oder Kindheitstrauma, zeigt sich neben dem Stockholmsyndrom die Traumabindung. Diese Themen benötigen professionelle Unterstützung sowie Aufklärung. Mit diesem Beitrag möchte ich ohne Fachbegriffe erklären, was da passiert. Er ist eine Einladung an Dich, darüber nach zu denken, ob das „Dämonen streicheln“ überhaupt eine ‚spirituelle Aufgabe‘ ist oder genau das Gegenteil? Denn dieses „Dämonen streicheln“ als spirituelle Aufgabe betrachtet, ist meiner Erfahrung nach gefährlich und Angriff auf die eigene Spiritualität.

Vereinfacht ausgedrückt ist eine toxische Beziehung, eine Art von Seelenbindung und ein sicherer Weg, das Deine Seele dabei eingeht, wenn Du Dich da nicht selbst raushältst und gesunde Grenzen aufbaust. Dann stehen wir vor Aufgaben wie jemand den Pelz zu waschen, ohne ihn nasszumachen oder den Pelz gewaschen haben zu wollen, jedoch ohne dabei nass zu werden. Wir geben uns den Gedanken-Konstrukten hin, zum Beispiel der sexuellen Lust oder den Gelegenheiten und schneller als gedacht hängen wir in der mentalen und biochemischen Abhängigkeit: Dämonen streicheln oder sie zu personifizieren und bekämpfen zu wollen.

Bist Du gerade mittendrin in einer „dämonischen“ Seelenbindung, gibt es einen Weg, der Dir von fachkundigen Menschen stets mit demselben Ratschlag daherkommt.

Den Zugang schließen – Kein-Kontakt.

Hol Dir die Kontrolle über Deine Spiritualität zurück und wachse über diesen aussichtslosen Kampf, der Dich mehr vom Leben abschneidet als Dich unterstützt hinaus.

Ja, das schmerzt. Ja, das ist einmal sich Häuten wie eine Schlange oder auch drei, vier, fünf Mal.

Doch weiter leben mit solchen „gefühlten Seelenaufgaben“ bedeutet auch – wir geben unsere Seelen auf. Unsere Verbindung zum Baddabing (Universum, Göttlichkeit) wird blockiert und gestört! Es läuft 24/7 Dämonheadfu…k FM. Dudeldumdei…
Bevor Transformation geschehen kann ist es wichtig Deine Verbindung zu lokalisieren.

Beispiele:

Die Scham, jemand „retten zu wollen“ jedoch nicht die Kapazität zu haben.

Das Ego, was sich bestätigt wissen will.

Manchmal sind es tiefe Verletzungen, perverse Sexpraktiken und Scham darüber, die uns binden.

Manchmal der Frust und meistens die Bedürftigkeit durch unerfüllte Bedürfnisse.

Wo matcht es? Körperlich? Geistig? Spirituell?

Und wie wahr ist die Geschichte, die wir uns dazu erzählen oder erzählen lassen?

Streicheln wir Dämonen, dann meine ich einen Grenzübertritt hin zur dunkleren Seite und den eigenen Fokus – mit was füttern wir unsere Aufmerksamkeit?

Da wo Energien genährt werden, die uns Menschen gegenseitig schwächen statt stärken.

Da geht es um unsere Werte, Moral sowie persönliche Standards und Grenzen.

Ja, dunkle Seiten hat jeder, doch eben der eine mehr, der andere weniger. Jemand, der spirituell mit seiner Seele, dem Geist und seinen Körper nicht im Einklang ist oder gar gezielt sich der Dunkelheit zugehörig fühlt, wird kaum dasselbe an einer Verbindung zu schätzen wissen noch pflegen wie jemand, den es mehr zur hellen Seite zieht. Jemand, der emotionale Kompetenz besitzt (die Fähigkeit, Gefühle selbst zu regulieren und zuzulassen und darüber zu sprechen), wird mit der Abstinenz jener in Beziehungen stetig scheitern. Diese Menschen, denen die emotionale Kompetenz und Verständnis fehlt, öffnen sich ob bewusst oder unbewusst für das, was ich die „dämonischen Energien“ nenne und öffnet man sich diesen Menschen, führt es zu einem Spiel, wo beide verlieren.

Respekt, Würde und Ehrlichkeit sind Grundlagen einer Beziehung sowie der Wille, sich auch da zu begegnen. Manche suchen nach einer Expressbefriedigung ihrer Triebe, das passt, wenn es der andere genauso sieht. Leider geht da die Kommunikation und Wissen über die holistische Wirkung der gemeinsamen Sache oft gezielt aneinander vorbei und dunkle spirituelle Energien finden Einzug.

Ich mach mal hier ne Kiste auf!

Da gab es diesen Menschen, der schon eine längere Zeit einen Platz in meinem Herzen füllte, der mich irgendwann fragte, warum ich nicht einfach mit ihm schlafe, um zu schauen, was passiert. Dieser Mensch hatte kaum das Ohr dafür gehabt, „mein Warum“ zu verstehen, und ich verstand seines nicht, hinterfragte meines und unsere Neugier siegte. Dann verschob sich meine Grenze so weit, dass sich alles, was danach geschah, schwer verdaulich anfühlte. Er hatte Spaß ohne Bindungsgedanken und ich hatte für umme mein Herz und meine Welt aufs Bett gelegt und gedacht, den Dämon werde ich wegstreicheln. Kennste?

Ist dieser Mensch ein Dämon?

Nein, doch es ist das Gefühl, einen gestreichelt zu haben. Jenen, welchen ich mir selbst heraufbeschwor in dem Moment, wo ich mich weiter einließ und die Kommunikation unmöglich wurde und ich dennoch mich im außen erklärte statt mir selbst. Es ist die Welt der Möglichkeiten, auf die ich mich einließ, bis man sich anschrie und sich dabei verlor. Die Trauer und Scham darüber, wie es gelaufen ist, kann einen glauben lassen, die spirituelle Aufgabe wäre, den Kampf gegen diese dämonischen Energien zu führen und stattdessen kämpft man mit ihnen gegen sich selbst. Das ist die energiesaugende Seelenbindung.

Die Erkenntnis, dass man sich gegen seine eigene Spiritualität auflehnt, braucht oft mehrfachen Abstand, Schmerz, Klarheit und spirituelle Neuausrichtung. Überlebensmodus und Lernmodus und Erholungsphase. Und ja, das bedeutet auch manchmal, man muss sich das Herz brechen lassen, um die Seele zu heilen.

Diesen Kampf, den man ja stets verliert, den habe ich nun in so vielen Variante beobachtet, selbst geführt, aber auch abgelehnt – es ist weder mein Zirkus noch sind es meine Affen. Mich zieht es zum Frieden, auch wenn das bedeutet: Menschen, die ich liebe, mit ihren dämonischen Energien Jonglage-Aktionen allein zu lassen, besonders wenn es mich selbst vom Weg abbringt, ihnen ungefragt dabei helfen zu wollen.

Innere Dämonen

Eine andere Sache, die ich hier anklingen lassen möchte, ist der Glaubenssatz, man müsse mit „inneren Dämonen“ kämpfen. Sicherlich bräuchte manch einer jener Menschen psychologische und geistige Unterstützung, doch oft verstecken sich hinter solchen Aussagen eine Flucht sowie ein Stellvertreterkampf. Noch mal, ich verstehe es spirituell wie eine Tür zur Zwischenwelt, die wir öffnen, und so gewissen Energien Freiraum zu geben. Nicht jeder ist gleichsam abgehärtet und geschützt davor und ja manch einer auch regelrecht Medium jener feinstofflich wirkenden Energien.

Natürlich könnte dies alles psychologisch, neurologisch und medizinisch erklärt werden, doch das Gefühl, das einem nichts mehr heilig ist oder nennen wir es die Abstinenz von authentischer Freude, ist mehr als eine Plattitüde oder Theorie. Es ist ein Angriff auf das Leben. Wenn die Freude fernbleibt oder nur noch über urtümliche Überlebens-Strategien auflebt (Sucht, Trieb, Funktionieren) und das Gefühl außerhalb davon „verbunden zu sein“ fehlt, ist dies durch und durch eine dunkle spirituelle Erfahrung, die sich auch physisch manifestiert.

Es nennt sich ‚die Reise der Seele durch die dunkle Nacht‘ und die mag manchmal Wochen dauern oder Monate, doch manch einer wählt sie jeden Tag. Auch auf das Umfeld wirken sich diese Energien aus. Da wo sich Menschen wie Zombies bewegen oder den Zugang zu ihren Gefühlen verlieren. Wo sie sich im Mitleid ersäufen und in Aggressionen verbal und physisch verlieren. Da, wo das Ego den Schutzgarten platt rollt und kein Grashalm stehen lässt. Da, wo Selbstoptimierungswahn den spirituellen Kampf gegen und somit „mit“ aufnimmt. Da, wo Herzkäfige gebaut werden und Mauern. Und da, wo Du an Mauern kratzt, bis Deine Hände blutig sind und Dein eigenes Herz beginnt, sich abzuscheuern. Da, wo ein „Ich werde Dich/mich verletzten“, das „ich gebe mein Bestes, es besser zu handhaben“, Abstand oder Konfliktlösung ersetzt. Da, wo die eine Kiste rumsteht, in die nie einer reinschaut, weil da die Dämonen hausen.

Also geht es tatsächlich um eine echte Kiste? –> Ab zu Fachleuten damit. Geisterjäger wie die Warrens.* Und geht es um Deine innere Kiste oder jemand anderes seine, die nicht geöffnet wird? Ab zu Fachleuten damit! Psychologen, Psychoanalytiker, Traumatherapeuten, Coaches, Berater, Seelsorger. Nicht jede Kiste muss geöffnet werden manch eine eher komplett aussortiert, doch wir Menschen neigen dazu nicht zu wissen, welche das sind.

Doch vorerst frag Dich: Sind es meine Dämonen? Oder versuchst Du gerade die unerfüllten Bedürfnisse Deiner kindlichen Wunden als Dämon zu beschreiben? Also Dein inneres Kind als Dämon? Mach das nicht! Oder wie redest Du sonst so mit Kindern die Schwierigkeiten haben, sich selbst zu regulieren? Das ist der Stellvertreterkampf von früheren Kämpfen in Dir.

Das sind die Monsteranteile, mit dem sich ein Kakao und Kekse anbieten sowie Tacheles reden, spirituell eher rechnet wie hier beschrieben. Bei Schwierigkeiten holt man sich im Idealfall externe Unterstützung und dafür wäre es sinnstiftend, dem dämonischen „ich mach das Alles mit mir aus“ Monster, weniger die Füße zu kraulen und stattdessen das Hoheitszepter zu entziehen.

Fragst Du jetzt noch nach meinem schutzgärtnerischen Pro-Tipp?!

Den habe ich, doch es benötigt Zeit und Übung, ihn anzuwenden.

Ja, es gibt Menschen, die bringen so viel dunkle Energie mit, Du wirst nur verlieren, solange Du ihnen direkten Zugang gewährst in Deine Spiritualität, Geist, Seele und besonders zu Deinem Körper. Wünsch ihnen Licht und Segen und rette Deinen Allerwertesten, statt eine Welt zu kreieren, in der es okay ist und das neue Normal, Dämonen zu streicheln. Kümmer Dich um Deinen Schutzgarten und hole Dir Deine Spiritualität zurück. BaddaBoomBaddabing!

Anmerkung zum letzten Beitrag der bunten schwarz-weiß Gedanken über Gabby Petito und Brian Laundrie – es wird einen zweiten Teil geben.

Zu diesem Beitrag inspirierte mich nicht nur (m)eine Kiste(n) 😉 und besonders RC Blake Jr.
Danke für das ‚sein dürfen‘ und all das gemeinsame Erfahren.

Als Spirit Coach und Beraterin unterstütze ich mit meiner Arbeit Menschen, auf dem Weg ihre Spiritualität in und nach narzisstischer Gesellschaft wieder zu entdecken und aufzubauen.
Schreib mir dafür eine Mail an: beratung (at) manjakendler.de

Die Schutzgärtnerin
Manja Kendler
Januar 2022


* Ed und Lorraine Warren waren dafür bekannt sich mit dunklen Energien auseinandersetzen zu können. The Conjuring Universe | A Life in Demonology | Warner Bros. Entertainment – YouTube
 

2 Kommentare zu „Bunte schwarz-weiß Gedanken #9 – Dämonen streicheln und die Seelenbindung

  1. Hallo Manja, wenn du dich nun jeden Tag, oder fast jeden, mit dem Thema Narzissmus beschäftigst, ist das dann nicht auch ein Dämonen streicheln?
    Man will das Beste, Aufklären, Schützen, lässt aber trotzdem, zumindest gedanklich, das Böse ins Haus.
    Aus meiner Sicht ist das ein unlösbares Problem.
    Entweder, sich zurückziehen, sein Wissen für sich behalten, Abstand gewinnen, oder anderen helfen, sich mit dem Thema beschäftigen und somit die Dämonen füttern.

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    1. Hier ist alles friedlich. Ich habe sehr viele Themen und ein gesundes Maß und Balance gefunden. Keine Sorge, ich bin da gut aufgestellt und nein, dass kann nicht jeder diese Energien haushalten und ausgleichen, einen Blog wie den Schutzgarten zu betreuen und Menschen bei Gewaltkonflikten und Widerfahrnissen beraten, ist zweifelsohne eine Herausforderung und ja vielen Menschen ist nicht bewusst, was das für Dämonen mit sich bringen kann und wie man ja sowas haushalten kann. Theoretisch sind das hier kostenfreie Hochpreiscoachings, das ist mir bewusst. Da könnte man drüber nachdenken, wie sehr hier der höhere Sinn auch dämonische Leere im Kühlschrank erzeugt.

      Doch genau das wissen ja auch manche zu schätzen und alles hat seine Zeit. Diese Beiträge schreibe ich damit andere für sich einen Weg finden —> ihren Weg zu gehen, weil ich meine Lösungen gefunden habe, weniger dafür dass sich jemand Sorgen um meinen Umgang, Professionalität und Berufshintergrund macht. Und ja, viele hätten auf diese Realität keine Lust oder könnten dies nicht balancieren. Das haben aber auch andere Berufe an sich. Möglicherweise ist es auch nicht ganz der Weg „das eigene unlösbare Problem“, von sich auf andere zu schließen?

      Ich mag nicht dem Fleischer erklären wollen, dass er sich zu viel mit rohem Fleisch beschäftigt und er dabei ja krank werden könne, nachdem er mir einen Vortrag gehalten hat über die Lagerung und Gefahr von rohem Fleisch.

      Ich hoffe Du kannst mir ge“dank“lich folgen.
      Mein Hauptthema ist das Schutzgärtnern, da spielt Narzissmus und emotionale Gewalt eine untergeordnete Rolle oder ist mehr die Vorschule.
      Vielmehr geht es eben um Nachwirkung und Umgang damit und die Entwicklung des eigenen Schutzgartens.
      Es hieß erst : Für blühende Seelen in und nach narzisstischer Gesellschaft – hab ich damals verworfen, weil das kollektive Verständnis noch nicht so weit ist/war. In diesem Sinne : gibt noch viel zu tun 😉 !

      Mögen Deine Zeilen den ein oder anderen an seine eigene Grenzen mahnen und daran, sie diesbezüglich zu überprüfen.
      Grüße

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