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Buchklub #34 „Neurofeedback“ von Meike Wiedemann und Kirsten Segler

Wie eine spielerisch leichte Therapie dem Gehirn hilft, Probleme zu überwinden
erschienen im Kösel Verlag 2. Auflage 2021
Meike Wiedemann: Neurofeedback – Paperback – Kösel-Verlag (penguinrandomhouse.de)

Eine Therapieform ohne Nebenwirkung und mit revolutionärem Erfolg bahnt sich ihren Weg.

Bisher etablierte sich Neurofeedback bei Autismus und ADHS Störungen.

Die bekannten Erfolge berufen sich auf einen kleinen Bereich des Möglichen, denn mit dieser Methode ist es möglich, Dinge im Gehirn zu messen, ordnen, aktivieren oder zu trainieren ohne Hokuspokus, schwierige Gespräche, komplizierte Eingriffe oder Chemiekeulen.

Geradezu spielerisch bieten sich durch elektromagnetische Impulse (schmerzfrei) verschiedene Therapieformen. Chronische Schmerzen, seelische und neurologische Störungen und Erkrankung können mithilfe von Neurofeedback Wandlung erfahren. Die beiden Autorinnen bringen ihre Erfahrung in Neurobiologie, Medizin und Journalismus sowie die Begeisterung für diese Therapieform sehr gut rüber. So gut, dass man sich wünscht, der Hausarzt hätte ein derartiges Gerät in seiner Praxis stehen.

Im Buch erklären sie anhand von Fallbeispielen zum Beispiel der posttraumatischen Belastungsstörung, wie die Therapie angewendet sowie wahrgenommen wird und verändert.

Im ersten Teil des Buches werden das Gehirn und das „verkabelte“ Nervensystem tiefer beleuchtet. Der zweite Teil widmet sich Therapieform und einigen Fallbeispielen.

Neurofeedback beschäftigt mich seit der Recherche über Kinder mit antisozialen Tendenzen und psychopathischen Eigenschaften und möglichen Behandlungsansätzen.

Ich denke schon alleine die Art und Weise durch „Nichtstun“ oder „spielen“ etwas zu bewegen ist im Gegensatz zu langwierigen und schwierigen kognitiven Verhaltens- oder Traumatherapie-Formen mit Narration mehr als ein Segen.

Stressbewältigung oder Konzentrationsstärkung, Migräne, Asthma, Tinnitus, Reizdarm, sportliche Leistung, Bindungsstörung, Sucht … ja all das kann mittels Neurofeedback behandelt werden.

Endgültig überzeugt bin ich jedoch seit den Forschungsergebnissen von Bessel van der Kolk.
In seiner privat finanzierten Studie kam er auf erstaunliche Ergebnisse, besonders auch bei Störungen mit frühkindlichen Trauma-Hintergrund. So kommt auch er zu dem Schluss wäre Neurofeedback ein Medikament, würde es weltweit ständig verschrieben werden.

Vielleicht ist ein Umdenken angesagt und mehr als gefragt? Dieses Buch ist ein möglicher Anfang, sich dem Thema zu nähern und zu staunen sowie geeignete Therapeuten zu finden.

Eure Schutzgärtnerin
Manja Kendler
April 2022

Schutzgarten Sommerlektüre 2020 über Quellen und Pläne

Auch dieses Jahr habe ich eine bunte Mischung an Lesestoff für die warmen Tage.
Vielleicht magst auch Du, Themen aus dem Schutzgarten, vertiefen.
Hier meine Favoriten zur Sommerhalbzeit: Schutzgarten Sommerlektüre 2020 über Quellen und Pläne weiterlesen