Narzisstischer Missbrauch – Löwenmütter vs. PAS

PAS – Parental Alienation Syndrom
Es geht um eine Systematik, die krankmacht, narzisstischen Missbrauch an Kindern beschreibt und leider genauso oft irrtümlich benutzt wird, wie unerkannt bleibt. Es geht um Triangulation, Isolation, Hass und Liebe.
Entscheidungen werden getroffen oder nicht, in den meisten Fällen wird die Verursachung Müttern vorgeworfen, und trägt schwere Folgen mit sich.

Denn am Ende wird bei schweren PAS Symptomen das Kind entzogen. Oft ohne ein allumfassendes psychologisches Gutachten und manchmal auch gegen die Gutachten eines Psychologen und manchmal auch durch Gutachten von Menschen, die gar nicht auf das Thema spezialisiert sind. Je unterschiedlicher das Ansehen und die Beziehungen der Eltern, desto ungerechter kann es dabei zugehen.

Doch was ist dieses PAS eigentlich? Nach Warshaks Definition von 2005:

1. Ablehnung oder Verunglimpfung eines Elternteils die das Ausmaß einer Kampagne erreicht, d. h. von Dauer ist, statt auf gelegentliche Episoden beschränkt zu sein.
2. Die Ablehnung ist unbegründet, d. h. ist nicht eine angepasste Reaktion des Kindes auf das Verhalten des ausgegrenzten Elternteils.
3. Die Ablehnung ist teilweise auf den Einfluss des anderen Elternteils zurückzuführen.

Alle drei Elemente müssen gleichzeitig vorhanden sein damit von PAS gesprochen werden kann.

Die Folgen für Betroffene Kinder, Entwicklungstraumata, Beziehungsstörungen, Depression, Ängste, Nervosität, Alltagsprobleme, Drogensucht. Vereinfacht gesagt eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung durch narzisstischen Missbrauch.

Das Konzept PAS stammt von dem Kinderpsychiater Richard Gardner, der sich nicht gerade nur Freunde damit machte. Psychoanalytiker kennen die Symptome schon länger und aus ihren Forschungen zur Abwesenheit von Vätern, Bedeutung und Abwesenheit von Müttern und die Auswirkungen auf ein späteres Leben der Kinder, wird schnell klar: Ein klassisches Elternbild funktioniert besser. Das muss nicht so sein das beide Eltern zusammenwohnen, es geht viel mehr um den Kontakt. Doch Gardner spricht davon, wenn beide Eltern da sind und das Kind zur Waffe im Konflikt der beiden wird. Die Vermischung der Probleme auf Paarebene, auf der Elternebene weitergetragen wird.

Zu den Symptomen die Gardner festlegte und dabei in eine leichte, mittlere und schwere PAS je nach Ausprägung unterteilte gehören:

1. Hass und Abwertung eines Elternteils durch das Kind
2. schwache, absurde oder alberne Begründungen für diesen Hass und diese Abwertung
3. Fehlen der üblichen Ambivalenz gegenüber dem entfremdeten Elternteil
4. starkes Bestehen des Kindes darauf, dass es allein seine Entscheidung war, einen Elternteil abzulehnen
5. reflexartige Unterstützung des bevorzugten Elternteils während des Sorgerechtsstreits
6. Fehlen von Schuldgefühlen bezüglich des Verhaltens gegenüber dem entfremdeten Elternteil
7. Gebrauch von Redewendungen und Szenarien des bevorzugten Elternteils
8. Abwertung nicht nur des entfremdeten Elternteils, sondern auch von dessen Familie und Freunden

Ja nun kann man sagen: klassische Schmierenkampagne oder aber auch Momentmal,
wenn mein Expartner Psychopath war … ist? Die Huhn Ei Frage vor denen vielleicht einige Leser stehen und vor der ich warnen will.

Ich denke folgendes ist wichtig:
1. Die PS nicht persönlich zu nehmen
2. Zu dokumentieren
3. Hilfe anzunehmen.

Nicht jeder Narzisst, Borderliner oder was sonst noch zur Diagnose steht, verübt PAS, oder ist sich dessen bewusst. Bitte immer differenzieren was geschieht mir, was dem Kind!

Es gibt sowohl PAS spezialisierte Anwälte, Therapeuten, Erziehungskurse aber auch mehr, als nur ein Problem mit dem Konzept.

Probleme mit PAS Diagnosen

Frauen, denen nicht geglaubt wird …

Undifferenziertes Wissen und wissenschaftliche Studien zu PAS sowie klinische Anerkennungsschwierigkeiten, im Klartext fehlende und nicht beachtete Studien und Literatur.

Fehlendes Bewusstsein allgemein sowie Hilfestellungen bei Familienangehörigen mit Persönlichkeitsstörungen/Störungen/Trennungsaufarbeitung/Erziehungsfragen/Auswirkungen emotionaler Gewalt/narzisstischen Missbrauch.

Genderdebatten sowie der Bereich „sexuelle Straftatenunterstellung“ lösen
Shitstorm statt konstruktive Lösungen hervor.

Fachchinesisch, PAS, HAP, blubb … wenn wir für alles erst Codes brauche, um Horrorsituationen zu beschreiben und alle nachschlagen müssen, mit was sie es zu tun haben, verwundern mich nicht, die langen Verhandlungszeiten über Sorge und Umgangsrecht. Sorgfältige Prüfung ja, aber Kinder haben ein eigenes Zeitempfinden.

Was tun? Bei Kein Kontakt so oder so.

Das Recht des Kindes auf beide Eltern ist wichtig für die Entwicklung, auch wenn die Eltern nicht mehr miteinander können, das schlecht reden über einen anderen Elternteil ist der Anfang von der Gehirnwäsche, die man PAS nennt. Zu oft PASsiert es, ohne entdeckt zu werden.

So sollte der regelmäßige freie Umgang gewahrt bleiben, solange nicht psychischer, physischer Missbrauch am Kind vorliegt.
Also besteht die Frage, unabhängig zu Eurer Privatsphäre:
Ist der Kontakt des Kindes vorhanden zum anderen Elternteil und aufrechtzuerhalten?
Und wichtiger Was kann den Verlust des Kindes auffangen?
Sowie: Was kann ich für mich tun, psychisch auf die Beine zu kommen?

Wenn Ihr den Verdacht habt, Euer Kind wird aufgehetzt gegen Euch oder Ihr selbst dazu neigt, den Vater oder die Mutter zu verteufeln, sucht Euch Beratung und Unterstützung, werdet aktiv und überprüft zu allererst Eure Eigenanteile.

Die These Gardners es wären 90 % Mütter die „Täter“, hat er selbst verworfen. Er kämpft für die Unterstützung der Mütter die Opfer seiner Thesen geworden sind und er geht mittlerweile davon aus, Mütter und Väter Entfremden gleichermaßen. Leider hatte schon die Väterlobby hierzulande die 90 %-Ente geschluckt und für sich eifrig als Argument in Beschlag genommen.

Für rechtliche Schritte bedarf es einer
Beweisführung, Diagnose des psychischen Missbrauchs des Kindes und somit eine
Kindesanhörung.

Bis es soweit kommt:

1. systemisches Familienaufstellen, wenn die Beteiligten dazu bereit sind oder alleine
2. Dokumentation
3. Unterstützung von Fachleuten und PAS-Therapeuten
4. mit ‚ruhigen‘ Argumenten arbeiten, authentisch bleiben, atmen
5. PAS besprechen, sich austauschen mit anderen Betroffenen
6. Familienanwalt/Anwältin mit PAS oder Elternkindkonflikte als Schwerpunkt kontaktieren
7. Mit dem Schuldgefühl arbeiten

Für mich ist das Elternkindentfremdungsproblem nicht von der Hand zu weisen, doch beginnt es gerade im Zusammenhang mit narzisstischer Beziehung nicht erst mit der Trennung oder mit ‚Kein Kontakt‘. Psychischer Missbrauch an der Mutter oder dem Vater ist der Anfang eine Entwicklung nachhaltig zu stören, ein PAS Syndrom zu fördern. Kinder brauchen Schutz, Selbstbewusstsein und Realitätschecks. Es ist keine Frage von Schuld, es ist die Frage: Und wie jetzt weiter?

Das Kindeswohl ist nicht immer dasselbe wie das der Mutter oder des Vaters, aber diese sind auch nicht völlig zu ignorieren. Es alleine entscheiden zu wollen, ist übergriffig … jedoch manchmal notwendig und dann sollte man versuchen, auf legalem Weg zu bleiben!

Die Gewalt an Kindern (und das schließt seelische Gewalt mit ein), ist strafbar in Deutschland (§ 225 Strafgesetzbuch (StGB).
Das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung gesetzlich verankert im § 1631 Bürgerliches Gesetzbuch.

Alles Liebe und viel Kraft wünsche ich Euch.

Die Schutzgärtnerin
Spirit/Coach
Manja Kendler
Januar 2018

Weiterführende Beiträge hier im Schutzgarten zum Thema
Mama Links
Über Kinderseelen in Ausnahmesituationen
Alleinerziehend mit narzisstischem Elternteil
Was haben meine Eltern damit zu tun?
Glaubenssätze von Eltern
Was ist narzisstischer Missbrauch?

weiterführende Links:
Vortrag von
Prof.Dr. Matthias Franz

https://www.eapap.eu/
http://www.kimiss.uni-tuebingen.de/
https://pasg.info/

2 Kommentare zu „Narzisstischer Missbrauch – Löwenmütter vs. PAS

  1. Im Moment suche ich Antwort auf eine wichtige Frage: nach mehr als zwanzig Jahren Beziehung mit einem narz. mittlerer „Kategorie“ und drei Kindern bräuchte ich schon psychologische Unterstützung nach unserer Trennung vor einiger Zeit. Ich habe aber Angst, dass mir aus einer Therapie im schlimmsten Fall ein Strick gedreht werden könnte, wenn es doch einmal (was ich nicht hoffe) zu einem Sorgerechtsstreit kommen sollte. Im Moment ist alles friedlich – fast zu friedlich, man könnte meinen, wir hätten die vorbildlichste Trennung des Jahrhunderts hinter uns. Aber jeder der sich mit dem Krankheitsbild auskennt weiß, dass sich von jetzt auf gleich alles ändern kann – ohne dass man einen Grund findet, können morgen Wut und Rache anstehen. Ich war immer eine beständige und gut funktionierende Mutter – kann es sein, dass es später heißen könnte: die Frau ist in Therapie, sie ist psychisch labil, also müssen die Kinder zu mir? Also ich habe Angst davor.

    Hat hier jemand Erfahrung damit?

    Viele Grüße

    Liken

    1. Liebe Nadine, ja ich habe Erfahrungsberichte und das ist ein heikles komplexes Thema. Es wird unterschiedlich gehandhabt und das wichtigste wäre da vorab sich eine Rechtsberatung zu holen. Grundsätzlich besteht in Deutschland eine Schweigepflicht, und es wird in erster Linie auf das Kindswohl geachtet, es gibt jedoch Störungen die werden eingetragen, wie in ein Führungszeugnis, zum Beispiel Schizophrenie, je nach Stärke wird das dann auch eingetragen und überprüft. Heißt konkret nachgeschaut: wie macht es sich bei den Kindern bemerkbar.

      Dir stehen ohne Verschreibungspflicht und Diagnose Wege offen dich vorab beraten zu lassen. Nur weil jemand eine Verarbeitungsbelastung oder eine Störung aufweist, bedeutet dies nicht zwangsweise die Unfähigkeit zum Sorgerecht.

      Wenn Du mal ein zwei Stunden Zeit hast lies hier mal https://www.thueringen.de/imperia/md/content/tmsfg/abteilung4/dokumentationzurfachtagung/vortrag_rotax.pdf

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