Narzisstische Sprache ist …

Die Sprache ist das Stil- und Manipulationsmittel der Narzissten.

Es ist, solange man nicht Teil ihrer Gehirnwäsche (Gaslighting) ist, kaum auffällig, wie mechanisch der Plan abläuft. Sie lieben NLP, sie lieben alles, was mit Wörtern zu tun hat und sie haben ihren eigenen Sprachcode, in übrigens allen Sprachen. Um ihre Opfer zu beeindrucken, würden sie alles erlernen, wenn es zum Zweck dient, ihren Treibstoff zu gewährleisten.

Wir alle, ob krankhaft narzisstisch oder nicht, bedienen uns am Einfluss der Sprache. Wenn wir eine Bitte stellen, die mit einem Wunsch verbunden ist, schlägt die Stimme sanft und höher an, als unser Grundton. Wenn wir aber, eine Bitte mit einer Forderung stellen, dann werden wir in der Regel etwas tiefer in der Klangfarbe und härter. So kommunizieren wir auch über Augen, Gestiken und Körperhaltung zusätzlich, nonverbal mit unserer Umwelt. Wir nehmen bewusst und unbewusst Einfluss auf unser Umfeld. Dabei kann man positiv beeinflussen, Wege aufweisen zur Verbesserung oder negativ, in dem man bewusst manipuliert.

Narzisstische Sprache ist vielfältig, wandelbar und immer dieselbe. Sie sagen selten was sie denken, sie sagen meistens das, was sie glauben, die bestmögliche Reaktion hervorruft.
Negativ, positiv es ist für sie die Macht, Knöpfe zu drücken und zu wissen was passiert.
Deshalb bei allem Wissen und verstehen, sie spielen ein Spiel. Beobachten wir besser und lesen zwischen den Zeilen.

Diese folgenden Zeilen beinhalten ein paar gewaltige Trigger, wenn Du betroffen bist, bitte ich Dich, Dir darüber bewusst zu sein. Lies es vielleicht mit einer Vertrauensperson und sprecht darüber gern auch in den Kommentaren (es funktioniert ohne Anmeldung und anonym, E-mails werden nicht veröffentlicht). In jedem Fall, mache es Dir gemütlich, ein warmes Getränk und vielleicht machst Du Dir auch ein paar Notizen dazu … Wie Du magst!

Wenn es zu viel wird, dann verschieb das Weiterlesen und unternimm etwas völlig anderes SOFORT! Die eine Kiste, die Ihr noch ausmisten wolltet, ein Spaziergang … Ihr wisst schon! Ihr seid bereit zu erfahren, worauf ihr achten solltet?
Hier meine vorläufige TOP 10 Zusammenfassung:

1. Einlullen, Ködern und Verzaubern – klebrige Liebe aus dem Honigtopf

Die Bindung muss sichtbar sein. Liebesnotizen, Nachrichten, Geschenke, Zuwendung, Herzen, Komplimente und alles was Du Dir gewünscht hast. Worte sind der Narzissten Zucker, auch wenn sie nicht unbedingt viele haben, wählen sie diese bewusst. Worte kleiden sie ein und darin kleiden sie ihre Opfer. Sie kennen die allgemeinen Spielregeln perfekt. Gern auch unperfekt, perfekt. In Klammern setzte ich den Subtext.

„Du bist die erste Person, der ich das erzähle“.
( … und ich weiß, was es für eine unheimliche Anziehung auf dich hat, wenn ich so etwas sage.)

„Wir sind perfekt füreinander!“
(Du bist perfekt für meinen Plan. Ich bekomme immer was ich will!)

„Das Schicksal hat dich zu mir geführt!“
(Ich habe mich über dich informiert!)

„So etwas wie du ist mir noch nicht begegnet“
(So einfach/schwer war es bis jetzt bei keiner!)

„Mit dir kann ich mir ein Leben vorstellen, Kinder und alt zu werden!“
(Du könntest dich als langjährige Funktion eignen!“)

„Ich hab nur an dich gedacht.“
(An dich und an… und …)

„Ich liebe dich!“
(Ich erwarte, dass du tust, was ich will. Ich liebe den Treibstoff ,den du mir lieferst.)

Das alles in den ersten 3 Monaten ist in einer gesunden Beziehung nicht normal, es ist einfach nur die Bindungsphase der Narzissten und das Programm, was ausholt zum großen Erstschlag. Weiter geht’s …

2. Verständnisvolle Zuhörer, das Füllen der Datenbank, Spielstandcheck!

Um möglichst viel mehr darüber zu erfahren, wer Du bist, müssen sie „Verständnis“ zeigen, jedoch ist es eher als Verhörtaktik zu verstehen. Während sie die meisten Erlebnisse kennen, genauso erlebten oder Dich trösten, liegt ihnen viel daran, ein Wir-Gefühl zu erzeugen.

„Gut, das wir so darüber sprechen können!“
(Es ist schön, zu wissen, wo deine Schwächen, Ängste und Wünsche liegen.)

„Ich hab dasselbe erlebt und finde es bewundernswert wie du damit umgehst!“
(Durch dich weiß ich, wie es sich anfühlt, aber ich geh viel stärker damit um, ich bin toll!)

„Lass uns zusammen, gemeinsam, zu zweit…
(ich weiß das törnt dich an, wenn ich es so sage, du wirst es nur sehr selten von mir hören)

Wir sind perfekt füreinander!
(Du bist zu dumm, um zu merken, dass
Du nur mein aktueller Treibstoff bist.)

3. Der Monolog des Antagonisten ­ Ich und ich und ich und irgendwie auch du

„Mit mir kann dir das nicht mehr passieren!“
(Mit mir wird es viel krasser!)

Das würde ich nie machen!
(Interessant das triggert dich also … muss ich mir merken.)

Ich bin eine/r von den Guten, du kannst mir vertrauen!
(Ich bin der beste von Allen, so ein Spiel hast du noch nicht gespielt!)

Ich, mir, mein, ich, mir mein ich mir mein und jetzt zum Glück Du.
(Ich, ich, ich, mir, mein, ich, mir mein ich mir mein, mein)

„Du verstehst mich nicht!“
(Weil die Lügen die ich dir erzähle, es nicht möglich machen!)

„Ich kann mich nicht erinnern“
(Ich wusste sehr wohl, wie wichtig es dir ist.)

4. Der König / Die Königin spricht zum Volk

Im folgenden sind die Beispiele überflüssig, man stelle sich einfach nur angewandten Größenwahn vor. Und ja das mag als Showeinlage amüsieren, aber es ist einer der tiefsten ehrlichsten Blicke in ihr Innerstes und wo sie sich sehen. Da gelten andere Regeln und was sie dürfen, darf kein anderer! Während sie sich krönen und bewundern lassen, übernehmen sie die endgültig ihre dominante Rolle. Frauen wie Männer neigen im Beziehungsspiel diese Einlagen zu tolerieren und als harmlos einzustufen, beim krankhaften Narzisst en ist es bitterer ernst, so sehr sie auch selbst darüber lächeln und man wird es spüren, sobald jemand ihren Thron benennen oder beanspruchen will.

5. Des Teufels Worte

Es kommt relativ schnell zu den absoluten Warnzeichen, die ein Narzisst aussprechen wird.
Und die Opfer werden es belächeln, bestreiten, überhören und abwehren. Leugnen. Der Witz ist aber, es sind die Sätze mit denen sie später behaupten, Du hättest gewusst, worauf Du Dich einlässt!
Sie sind wahr, kommen an ausgewählten Stellen und sind Standard. Sie erschrecken manchmal und leider zu selten, und das sind sie:

„Ich bin nicht der/ die, was du denkst.“
„Ich bin wirklich ein schlechter Mensch.“
„Ich habe Menschen verletzt, es ist meine Art.“
„Es wird schiefgehen mit uns, das tut es immer.“
„Ich werde dich verletzen!“
„Das wird böse enden!“
„Du wirst mich hassen.“
„Ich wünschte, du hättest mich nie getroffen.“
„Du musst dich von mir trennen.“
„Du hast keine Ahnung, worauf du dich mit mir einlässt!“
„Du solltest dich von mir fernhalten.“
„Du solltest mich verlassen, solange du noch kannst.“
„Das werde ich dir schon noch beibringen.“
„Ich kann dir gar nicht sagen, was ich wirklich denke!“

Diese Sätze sind absolute Warnzeichen! Sie kommen leider nicht am Stück. Hast Du, nach diesen Äußerungen noch Lust Dich weiter mit dem Narzissten/ der Narzisstin zu treffen, solltest Du wissen, wie sehr er/sie seinen Triumph über Dich, dabei feiert.

6. Die Welt ist ein Kartenhaus!

Es wird vorkommen, dass man aus unerwarteten Gründen die Welt des Narzissten komplett bedroht. Eine kleinste belanglose Äußerung von Glaubenssätzen, wie: „Ich glaube an Außerirdische!“
Wird sie in anscheinend depressive Opfer verwandeln, die jetzt alles infrage stellen müsste, wegen dieser Äußerung. Ich glaube, es sind die Momente, wo sie erkennen, dass ihr Gegenüber eigentlich ausgedient hat und die Reaktionen zu wenig werden. In einer narzisstischen Beziehung lernt man sich selbst zu: „chillen“ , leugnen und die Dinge aus Gefahr vor Eskalation nicht mehr anzusprechen. Eigentlich spiegelt auch da der Narzisst auf der Metaebene, er erkennt Deine Welt ist ein Kartenhaus und er oder sie könnte es jederzeit einstürzen lassen. Grausam? Ja doch, daran sollt Ihr sie erkennen!

7. Papageisprache, Abwehrspiegel

Werden sie herausgefordert und tendenziell gelangweilt oder aber überfordert, benutzen sie die Spiegelsprache und werfen alles Gesagte, wie ein Papagei zurück. Dieses Spiel bereitet ihnen besonderen Spaß, weil es, neben der Verunsicherung, auch eine Art Schutzschirm um sie aufbaut.
Alles prallt wortwörtlich ab.

8. Wortsalat

Bei den Taktiken der Narzissten erwähnte ich bereits den Wortsalat. Kurz es ergibt keinen Sinn, es sind weder nachvollziehbare Worte, noch tatsächliche Schüchternheit oder Verunsicherung der Narzissten. Es sind gezielte Gedankensprünge, Äußerungen und Sichtweisen, die verunsichern sollen.

9. Hatespeech, Worte voller Zorn und Rage

Die Hasstirade ist beliebt bei Narzissten, sie kommen dabei in Fahrt und verursachen einen Shitstorm aus dem Off. Narzisstische Wut ist unberechenbar. Hetze, Verleumdung alles erlaubt und ausführlich.

10. Schweigen

Ja, gerade das Schweigen ist eine beliebte Sprache der Narzissten. Sie benutzen das Schweigen, um Dominanz auszuüben, zu vertuschen, zu verunsichern, oder nicht lügen zu müssen. Sie wissen, wie sehr es ihre Opfer grämt, verletzt, wütend, ängstlich und wahnsinnig macht und genau davon nähren sie sich, es ist ihr Treibstoff. Aus ihrer Sicht läuft die Beziehung so lange, wie das Opfer versucht das Schweigen zu unterbrechen.Sie wollen die Kontrolle behalten.

Worte können Ketten sein, die man Dir anlegen will. Hör auf Deine innere Stimme.

Weiterführend:
Arten des Narzissmus
Trennung vom Narzissten
Emotionaler Missbrauch
Was Du für Dich tun kannst.

Die Schutzgärtnerin
Stand, Oktober 2016
Alles Rechte vorbehalten

Das Teilen, der Links ist erlaubt!

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18 Kommentare zu „Narzisstische Sprache ist …

  1. Wenn ich mir anschaue wie Aussagen wie „All das kommt in einer normalen Beziehung nicht in den ersten drei Monaten vor…“ wo nicht nur Anspruch darauf erhoben wird die Norm definiert zu haben, sondern auch jeder der dieser Norm zuwider handelt als Narzisst klassifiziert wird, hier bejubelt und widerspruchslos akzeptiert werden, frage ich mich wer hier eigentlich blind für den eigenen Narzissmus ist. Ich empfinde dieses Pamphlet als verstörend und gefährlich irreführend in vielerlei Hinsicht. Ebenso die endlose Liste von Projektionen die als Fakten verkauft werden. Der zynische Kommentar zu jeder Formulierung lässt mich annehmen dass der Autor mal vor der eigenen Türe kehren sollte.

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    1. Ich verstehe Ihren Unmut über diese von Ihnen so wahrgenommene Darstellung.
      Ich habe für diesen Beitrag recherchiert und Erfahrungen gesammelt. Ich stelle hier keine Diagnosen, ich versuche aufzuzeigen, was hinter der „narzisstischen“ Sprache steckt. Die zynischen Übersetzungen spiegeln nicht meine Sichtweise sondern, die von diagnostizierten Narzissten, selbst so dokumentiert zum Beispiel in dem Buch:
      Decipher – What the Narcissist Really Means by H.G. Tudor

      Wer es so in der Form erlebte, kann sich selbst ein Bild machen denn zur Spache gehört, eben auch Aktion.
      Betroffenen von narzisstischen Missbrauch, ist es letzendlich herzlich egal, was für oder ob eine Störung dahinter liegt, wenn Sie den Missbrauch erkennen und verstehen. Dafür bedarf es auch manchmal einer Stilisierung, um das Ausmaß zu begreifen. Und ja narzisstische Handlungen sind genau das verstörend und irreführend und sie gehen mit einer eigenen Sprache und Codes dafür einher.
      Ich habe diese Lügen geglaubt und erst dank der Aufklärung über Tudor und viele weitere Erkenntnisse zum narzisstischen Verhalten und Therapie, erkannt was dahintersteckt. Der Entschluss es anderen zugänglich zu machen schließt nicht aus auch Beiträge über „so ist es“ zu schreiben.
      Wer das nicht selbst erlebte, wird es unter Umständen auch schwer nachvollziehen, das es so ist.

      Desweiteren weise ich regelmäßig darauf hin, wenn es triggert nicht weiterzulesen und das es nicht pauschalisiert werden darf sondern im großen Zusammenhang betrachtet werden sollte, sowie thereapeutische Begleitung von Missbrauchsopfern ein wichtiger Punkt ist.

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