Narzissmus AAA+ – über die Wertung einer Gesellschaft

Was ist nur los mit uns? Der Dalai Lama maßte sich vor ein paar Jahren an, die Probleme der westlichen Welt über die, der 3. Welt zu stellen. Ihm erschienen essenzielle Probleme, wie Hunger und Armut greifbarer sowie abwandelbarer, als die geistlichen Verwirrungen und Irrungen. Machtstreben, Anhaften und Individualismus in Form des Materialismus, sei wesentlich schwerer zu bekämpfen als Hunger und Armut. Und recht hat er, ohne die westlichen Denkstrukturen der Machtübernahme und Unterwerfung, Demokratie, Wirtschaft und so weiter, wäre das Gleichgewicht dieses Planeten vielleicht stabiler.
So scheint mir, braucht man nur oberflächlich betrachtet Resümee zu ziehen und erkennt bereits die Auswirkungen einer posttraumatischen Belastungsstörung bei uns Menschen, dazu später mehr.
Wie funktioniert der Kreislauf?
Werden wir alle missbraucht von unserem Wertesystem?

Was ist überhaupt unser deutsches Wertesystem?

Früh beginnen wir, den Wert unseres Lebens von außen bestimmen zu lassen. Das geht bereits im Mutterleib los, wir werden vermessen und bewertet. Daten werden erfasst und abgespeichert und das bestimmt essenziell unsere ersten Tage im Leben, hier auf Erden. Weiter geht es beim neusten Kinderwagenmodell (Ich frage mich, was passiert mit den ganzen alten Kinderwägen?), einen frühzeitigem Kindergrippeplatz, damit die Eltern so schnell wie möglich wieder arbeiten und geht weiter mit bestmöglichen Kita- und Schulplätzen. Das Kind soll es ja später einmal gut haben und muss durch die immer enger werdende Wertungsschablone gepresst werden. Indem wir unhinterfragt materialistisch eingestellt, in westlichen Strukturen aufwachsen, uns einreden jeder dürfe studieren und dies nur, mit Institutionen vereinbaren, die ja oft, ganz klar offenlegen, wessen Geistes Kind sie sind, planen wir uns in ein Wertesystem ein, was sich nur über den künstlichen Wert von außen definiert und dabei, nicht selten umdefiniert.

Die Wirtschaft pickt sich früh die Rosinen und wirbt die klugen Köpfe nach und nach ab. Es war nicht der normale Bürger, der sich hat, von Einstein oder Tesla, inspirieren lassen, es war die Wirtschaft und Menschen, die mehr haben wollten als andere. Nun ist das Prinzip der Wirtschaft nichts, was ursprünglich narzisstisch veranlagt war. Es definiert Nachfrage und Angebot und die kleinste Wirtschaft ist Dein eigener Haushalt. Allerdings kam mit dem Handel, ein narzisstisches Element ins Spiel. Dominanz über den Wert. Ich stelle einen Wert fest, für mein Angebot. Für jeden, der rücksichtslos handelt, eine Einladung Profit zu machen, statt einem fairen Tausch.

Und jeder Abschluss, Rang und Namen oder besser gesagt, jegliches Kapitalvermögen steigert unseren Wert (der dann, wiederum von Sachverständigen, wie den 5 Wirtschaftsweisen oder Ratingagenturen bewertet wird), und das symbolisiert unsere Geschäftsfähigkeit/unseren Status. Nicht mehr im Innen sondern im Außen und das ist ganz klar, ein meganarzisstischer Zug! Höher, schneller, weiter. Das Wertesystem hat uns fest im Griff, haste was – bist Du was! Die Inneren Werte sind nur der Spiegel des Systems, um bei der Stange zu halten. Wahre innere Werte, wie der Altruismus, werden belächelt und zur Blümchentheorie abgeschoben. Dabei wäre es doch so viel besser ausgedrückt:
Biste was – Hast Du was! Und wir ALLE … sind!

Ein Miniblick auf die Ecken und Kanten unseres Wirtschaftsprinzips

Geht es noch deutlicher? Ja! An dieser Stelle nur ein kleiner Blick in deutsche Wirtschaftspolitik.
Mit der Globalisierung 2.0, hatte man in Deutschland keine Lust mehr auf nur Soziale Marktwirtschaft und zum ersten Mal, war es zur Großen Koalition auf Bundestagsebene zwischen CDU/CSU und SPD gekommen. Nach der überlebten Wirtschaftskrise und neugewonnener Eigenständigkeit, durch die Refinanzierung durch die Alliierten, begann man sich wesentlich mehr für eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik zu interessieren. Während die vom Staat deregulierte nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik die zu Zeiten Bismarcks ihren Ursprung fand, nicht ganz aus den Augen verloren werden sollte. Dazu beschloss die Bundesregierung 1967, das Stabilitätsgesetz der Wirtschaft, welches lediglich zur Zielgebung diente, und nennt es ‚Das magische Viereck‘.

Magisch deshalb, weil es so gesehen, unmöglich ist diese Ziele gleichwertig einzuhalten. Dieses Viereck beruft sich, auf der eben erwähnten keynesianischen, nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik und beinhalten folgende vier Grundpfeiler. (Ex-potenzielles) Stetig angemessenes Wirtschaftswachstum, stabiles Preisniveau, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und niedrige Arbeitslosigkeit und die Ausgeglichenheit zwischen diesen vier bereichern.

Das Problem ist, das „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“ ist lediglich ein schöngefärbtes Ziel und nicht realistisch erreichbar, oder eben nur mit Magie einzuhalten. Und wie magisch ist es wohl, das die Bürger in Deutschland seit Jahren dieses Spiel mitspielen und sich beklagen, aber nicht verstehen, dass es so gewollt ist? Was eigentlich? Na höher, schneller, weiter – aber nicht für Alle! Ein angemessenes Wirtschaftswachstum misst sich doch nicht an sich selbst, durch stetige Steigerung?! Das heißt ja es bekommt nie genug, wenn ich immer wieder mich um vier Prozent steigern soll.

Angenommen ich bin Apfelgärtnerin, also von 10.000 Äpfeln soll ich, 400 mehr Ertrag haben nächstes Jahr, und drauf dann von 10400 wieder vier Prozent mehr im nächsten Jahr, macht 416 Äpfel mehr, ergibt 10816 Äpfel. Im nächsten Jahr 11.249 und so verschiebt sich die Wachstumsgrenze jedes Jahr. Gleichzeitig soll der Preis stabil bleiben. Ich soll Bäume pflanzen, am besten noch Menschen einstellen und Kredite, die ich um dahin zu kommen, aufnehmen musste, zurückzahlen. Ich kann nur so lange mich nach oben treten, wie unter mir noch was ist, und an der Stelle möchte ich stellvertretend für die sogenannte Unterschicht gepflegt auf den goldenen Teppich der Wirtschaft kotzen. Das Prinzip jener, ist nichts weiter, als Narzissmus, Wortsalat, Wahrheitsverschiebung, Verschleierung. Machtmissbrauch. Legalisierung zum Ungleichgewicht. Joint Venture und Outsourcing, die Stiefmütter der kapitalistischen Vereinnahmung. Kurz Missbrauch von Gütern und Einkommensverteilung, die man bewusst aus den Zielen herausgelassen hatte.
Man streitet auch heute noch in der Großen Koalition, über die Zielsetzung.

Zurück zur Zivilisationsschicht (der unteren Mitte) der Gesellschaft …

Wir lassen uns, von Psychopathen in Systeme zwängen, deren Hauptaugenmerk seit Jahren auf Profit ausgerichtet ist. Selbst als Schuldner (oder gerade erst dann), wirst Du zur Profitgarantie. Banken untereinander arbeiten mit Schuldscheinen, auf dem sie fiktive Geldwerte handeln. Das alles unterstützt durch Politiker, die nicht mal ihren einfachsten Tätigkeiten hinterherkommen und nahtlos in die Wirtschaft nach ihrer Amtszeit wechseln und von den Eliten sprechen und denen da Oben … und wir machen dieses Spiel tagtäglich mit. Wenn Gott gewollt hätte, dass wir auf die Welt kommen, mit all unseren menschlichen Fähigkeiten, um für die Wirtschaft zu arbeiten, hätte er uns allen ein Stechkartensystem installiert. So aber definieren wir uns wieder im Außen!
„Und was machst Du so?“ Wird ja selten mit „Ich erfreue mich am Sein.“ beantwortet.

Uns dann kommt da noch die Medienwelt dazu. Sie lullt uns ein und bedient sich permanent an narzisstischen Taktiken und Sprache. Sie zieht die Spiegel auf. Entwerten und überwerten täglich werden wir emotional, subliminal und propagandaartig überschwemmt. Das sind Wege, die wegführen, vom sich er-kennen, er-wachen und er-wehren. Der Weg fort vom (sich-er)- leben.

Wir führen eine Nähe-Distanz-Beziehung, zu unserer Umwelt und sie umgekehrt zu uns. Eine narzisstische Beziehung in der, was uns die Vor-Gesetzten heute etwas versprechen, was morgen nicht mehr zählt.
Es kommt zu Unsicherheit, Stress und Reizüberflutung.
Die Folge: Burn-out!
Was aber ist das, außer einem Nervenzusammenbruch, eine Belastungsstörung und der sogenannte Ausstieg, aus der Gesellschaft?
Und wie wirkt sich dies permanent auf uns aus?
Ich kann eine posttraumatische Belastungsstörung heilen, aber wenn ich unmittelbar wieder mit dem Erlebten konfrontiert werde, stehe ich wieder am Anfang.
Zurück in den Arbeitsmarkt finden, bekommt für einen Burn-out-Patienten, eine ganz neue Bedeutung.

Die Wissenschaft stellt sich (noch) größtenteils quer, ein kollektives Bewusstsein als feste Größe mit einzuberechnen, die Wirtschaft nicht. Schon Gustave Le Bon hat das in seinem Werk: Die Psychologie der Massen festgelegt und wieder schrammen die Erkenntnisse beim Normalbürger vorbei. Die Eliten sind keine, sie bedienen sich lediglich (nicht nur) einer Manipulationstechnik, indem sie sich zum Beispiel, so nennen, und man muss nur mal, in den überteuerten öffentlichen Verkehrsmitteln mit stetigem Wirtschaftswachstum (und dementsprechender Preiserhöhung), den meisten Menschen in die Augen blicken, um die Auswirkungen dessen zu erkennen.

Kurz: das Finanz- und Wirtschaftssystem ist reine Fiktion, um nicht zu sagen ein amerikanischer Traum und zum Platzen verurteilt. Aber auch Soziale Wirtschaftspolitik wird vom Menschen gemacht und der wiederum ist zu unreflektiert alles mit einem höheren Bewusstsein zu betrachten, um dann erst zu handeln. Noch! Ich plädiere für die Hoffnung, dass in drei Generationen nach uns, die Menschen darüber nur noch ein müdes Lächeln übrig haben werden und ansonsten auf und mit dem grünen Planeten leben, wie es ihrer natürlichen Veranlagung nützt. Ohne Geld und äußere Statuswerte, weil sie erkannt haben, dass der Narzissmus einer Gesellschaft unweigerlich zu anderen Ismen führt und diese meistens die Gesellschaft schwächen und einzelne Wenige bestärken.

Ich könnte stundenlang, meine Gedanken zu diesem Thema ausbreiten. Der Anfang ist gemacht. Und mir fällt auf, so verschieden die Theorien zur Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und den Medien sind. Sie alle sprechen die Sprache des Narzissmus und der daraus entstehender Co-Narzissten mehr oder weniger belastungsgestört. Daraus resultiert neben Angst und Verleugnung der Wutbürger, der I-Phone-Camper, die Hippies, die Aktivisten, die Ökofreaks, Pro und Kontra, teile und herrsche, alles kleine, eigene, narzisstische Wertungsgruppen die Neue bilden …

Die Industrialisierung, Technik und der Individualismus, der uns davon abbrachte die Gemeinsamkeiten, außerhalb und innerhalb einer kollektiven Arbeitskraft, zu entdecken. Es ist höchste Zeit, dem Narzissmus dieser Gesellschaft, den Kampf anzusagen. Nach jetzigem Stand werden wir wohl dennoch eher damit beschäftigt sein, die Scherben aufzukehren und wer nachschaut, schneidet sich ins eigene Fleisch. Denn das ist, so nehme ich an, das Schwierigste, zu erkennen, wo man selbst schon längst nur noch funktioniert nach magischen Prinzipien und der eigenen Wirtschaft kaum noch hinterherkommt. Warum? Die will auch ihre 4 % … mehr, höher, schneller, weiter. Wäre ich eine Ratingagentur, würde ich der Gesellschaft ein AAA + auf Narzissmus und auf die komplette Abstufung D, der Empathiequote setzen und somit sagen …

Wir Menschen haben ein schwerwiegendes, unkontrolliertes Problem. Wir haben Narzissmus. Alle 90 Tage Retreat, aber wer lernt uns dann Resozialisierung? Der Dalai Lama hat ja theoretisch Zeit, oder? Und jetzt komm ich Euch noch mit einem bekannten rhetorischen Trick, (den hab ich mir so halb abgeschaut):
Wir schaffen das! WIR (er)SCHAFFEN WAS! Aber was? Möge jeder in sich selbst anfangen.

Die Schutzgärtnerin
Stand, Oktober 2016
alle Rechte vorbehalten

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