Überlebensmodus – Es ist okay, nicht okay zu sein

In der Zeit, nach der Trennung einer Narzisstischen Beziehung, geschehen viele irrationale Dinge und gefühlt beginnt dann erst, der essentielle Überlebenskampf. Im Kopf, aber auch im Umfeld. Es ist wichtig, dass Du Dir darüber bewusst bist, in welcher Phase Du Dich befindest und wie Du Dir selbst helfen kannst. Bevor Du jedoch bereit bist, Fortschritte zu machen, die sichtbar sind und Du wieder (oder manche von Euch, das erste Mal), eine gesunde Beziehung eingehen kannst, ist es ratsam, den Fokus nach innen zu richten.

Deine Innenschau ist nur möglich, wenn Du Dich sicher fühlst und in Dir selber ruhst.
Wie ein See den man, bei Windstille, bis auf den Grund sehen kann.
Stürmt es und wirbelt der Wellengang alles auf, ist es nicht mehr möglich, einen Grund zu sehen.
Wie soll es mit all den unbeantworteten Fragen und all den Emotionen und Schmerzen gerade möglich sein, Deinen inneren Grund zu sehen? Der See tobt, jeder Stein scheint durcheinandergewirbelt zu sein. Nichts mehr wie zu vor. Scheinbar gibt es keinen Weg zurück ins alte Leben, aber auch keinen rechten, in ein Neues.

Die gute und schlechte Nachricht zu gleich:

Die Wogen toben und das unaufhaltsam, dieser Zustand hält sich eine Weile. Die Länge liegt zwischen den normalen 14 Tagen Trennungsschmerz und Jahren, nach Erfahrungen im Durchschnitt ein viertel bis halbes Jahr. (Updateanmerkung 09/18: 91 plus 1 Tag ist das Minimum Überlebensmodus, sich ganz davon zu erholen dauert 2-3 Jahre. Siehe auch: Die Phasen des narzisstischen Missbrauchs).

Du hast drei Verluste und eine Art Virusdrogenabhängigkeit

Die Verluste

Der Mensch, den Du glaubtest, zu kennen.
Den Mensch, den Du hofftest. in diesem Menschen zu erkennen.
Die eigene Vorstellung einer Beziehung.

Daraus schöpfen sich unermüdlich Emotionen und Zustände, wie folgende Beispiele:
Wut, Trauer, Angst, Verzweiflung, Demütigung, Panik, Ratlosigkeit. Unruhe, Schlafphasen, Schlaflosigkeit, Scham, das Alleinsein.

Das ist alles Teil, der ersten Phase, der Verarbeitung und ohne sie gibt es keine Weitere.
Oft treten sogenannte Posttraumatische Belastungsstörungen (nur) vorübergehend auf und sollten in jedem Falle ernst genommen werden. Hier werden therapeutische Hilfestellungen fast unumgänglich.
(Update 09/2018 Mittlerweile gibt es Studien zur Gehirnveränderung bei narzisstischen Missbrauch.)

Kurz Du hast einen Missbrauch zu verarbeiten und das braucht Geduld und Zuversicht. Das, was Du scheinbar an dem Punkt schon zu lange hattest. Die ganze Kraft, die Du in diese Beziehung gepowert hast, muss erst mal wieder bei Dir ankommen. Bis dahin kann ich, aus eigener Erfahrung sagen: befindet man sich ausnahmslos im Überlebensmodus. Versuche da nicht allein durchzugehen! Unterstützung findet man eventuell in Selbsthilfegruppen Vorsicht! Auch da lauern viele Gefahren, der Missbrauch mit Missbrauch kann da relativ unkontrolliert stattfinden, Seelsorgetelefon-Organisationen, Coaches, Berater und Therapeuten, die sich mit dem Thema auskennen und wenn möglich, in vertrauten Menschen! Achte dabei auf Dein Bauchgefühl.

Der Virus muss weg!

Es gilt quasi Winterruhe und absoluten Abstand vom Narzissten einzuhalten, Kraft zu sammeln. Das Gehirn, zur Ruhe kommen lassen. Sicherlich kann es nicht schaden, sich mit all dem zu beschäftigen (Du steigst ja unweigerlich tiefer in das Thema). Es ist gut Informationen anzuhäufen und zu verarbeiten, aber es wird nicht schneller oder besser, wenn Du nicht das Verständnis für Dich aufbringst, mal nicht zu funktionieren. Das es auch mal okay ist, nicht okay zu sein.

Womöglich warten noch viele spannende Themenbereiche auf Dich, aber Dein Geist wird es erst zulassen, wenn er auch die Kapazität dazu hat.

Auch ich musste die einfachsten Artikel 10 Mal lesen, um es zu verstehen in dieser Zeit. Und zugegeben, sind meine Schutzgartenbeiträge mitunter sehr dicht bepackt. Lass Dir Zeit und vermeide weitere Überreizung.

Kümmere Dich um ausreichende Nahrungsaufnahme, gönne Dir viel Schlaf und frische Luft! Folge den weiteren Tipps hier im Schutzgarten und auf den vielen anderen Seiten, die das Thema behandeln, aber erkenne, dass Du wortwörtlich „die Hölle auf Erden“ kennengelernt hast, davon muss man sich erst mal erholen. Das braucht alles seine Zeit. Gleichzeitig bist Du mit einer Virusdroge durchdrungen, die in Dir installiert wurde, damit Du, die erlebten Situationen tolerierst. Je länger der Abstand zum Narzissten erhalten bleibt, desto weniger wirkt die Droge und der damit verbundene Virus. Ist die Festplatte befreit – der See ruhig – kann man mit einer Defragmentierung anfangen und neue Programme aufspielen. Bis dahin ist es ein schmerzlicher Weg mit hoher Rückfallgefahr und doch birgt er so viele großartige Erfahrungen.

Moment … jetzt fragst Du Dich vielleicht:

„Joa das ist ja heftig, aber was ist jetzt die gute Nachricht?“

Wozu dieser Überlebensmodus gut sein soll?

Dafür, dass Du Dir selber Zeit gibst denn ,…

Die große Lektion, die Dir bevor steht, ist: Dir selbst ein guter Freund zu sein!

Wer selbst, Missbrauch nicht erlebt hat und damit eventuelle verbundene posttraumatischen Störungen, kann nur schwer nachvollziehen, wie es Dir geht und was Du durchmachst.

Habe Geduld und glaube daran, dass Du die Möglichkeit hast, stärker – als jemals zu vor – zu werden.

Fühl Dich virtuell umarmt!

Update: 

Unter #Überlebensmodus findest Du einen Überblick an Themenlinks, speziell auf diese Phase abgestimmt.

Beruflich begleite ich Menschen auf diesem Weg.
Auf meiner persönlichen Seite: http://manjakendler.de/spiritcoach.html
findest Du eine Übersicht meiner Möglichkeiten

Die Schutzgärtnerin
Spirit/Coach
Manja Kendler
Stand, September 2016
Alle Rechte vorbehalten.

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12 Kommentare zu „Überlebensmodus – Es ist okay, nicht okay zu sein

  1. Ja, es ist gerade unsagbar schwer. Mir laufen die Tränen, weil ich das Gefühl habe, ich verbrenne in dieser Hölle. Diese Flashbacks machen mich zu schaffen. Noch nicht mal die negativen, sondern die positiven. Sie lassen mich immer kurz wehmütig werden. Diese “ Illusion “ des vermeintlich schönen aus dem Kopf zu bekommen ist Schwerstarbeit.
    Aber ich halte durch…

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    1. Hallo Monja, auch ich bin nur am durchhalten. Und das seit 14 Monaten. Es kostet so viel Kraft und momentan kann ich mir nicht vorstellen jemals wieder glücklich zu werden. Immer noch stelle ich mir jede Nacht die Warum Frage. Ich finde keine Antwort. Die besten Jahrzehnte meines Lebens habe ich diesem Menschen geschenkt. Sein einziges Ziel ist es mich klein zu machen. Jetzt bin ich über 50 und alleine. Mein 9jähriger Sohn wird von ihm beeinflusst und glaubt ihm noch. Wenn ich ihn verlieren sollte habe ich nichts mehr. Das Umfeld wird es nicht verstehen. Viele halten ihn für einen netten Menschen.

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  2. Ich weiß nicht wo ich stehe. Ich lese die Artikel von Dir und werde doch nicht mutiger zu glauben, zu verstehen. Ich frage mich, ob ich in der Beziehung der Narzisst war. Oder ist es doch er?
    Ich fühle mich sehr schlecht. Kann keinen geraden Gedanken fassen. Ich frage mich nicht nur nach dem warum, denn das warum hat er mich wissen lassen. Ich sei an an allem schuld. Er kann mit meiner Art nicht. Ich wäre ein schlechter Mensch. Alle wären besser dran ohne mich. Er kann und will nicht mehr und ich werde mit eisigen Schweigen bestraft. Wir leben gemeinsam. Noch. Ich bin Luft. Gar nicht vorhanden. Wer ist jetzt wer? Bin ich doch die Schuldige. Bin ich der Narzisst?

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    1. Hallo liebe Manuela, genau diese Worte habe ich auch gesagt nekommen. Lass dir, um Gottes Willen nichts einreden!!! Halt dich an die Fakten und dein Bauchgefühl. Jeder macht Fehler aber in jeder Beziehung sind, wenn überhaupt, beide Schuld. Deine „Art“ macht dich zu einem Individuum, was der Narzisst nicht haben kann weil er innerlich so hässlich ist. Glaub mir, ich spreche aus eigener Erfahrung weil ich gerade selber in Trennung lebe. Liebe Grüße

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